Toni Kroos Sein Spiel verursacht beim Zuschauen Schmerzen. Aber nicht, weil Kroos so unterirdisch kickt, sondern weil man in jeder Milisekunde seines Schaffens sieht, dass da noch mehr gehen könnte. Noch viel, viel mehr. Man würde es nur gerne mal sehen. Machte gestern wenig falsch. Aber reicht das?
Marco Reus Zum ersten Mal auffällig, als er nach einer vergebenen Chance seine Frisur richtete. Zum zweiten Mal auffällig, als er wieselartig in den Strafraum eindrang und per Mini-Doppelpass mit Emanuel Pogatetz zum 1:0 für Deutschland traf. Mehmte Scholl jubelte in der Halbzeitpause. Und wir jubelten mit. Doch leider: Zum dritten Mal auffällig, als er zur zweiten Halbzeit nicht wiederkehrte. Kurzum: Marco Reus war in der ersten Halbzeit noch der agilste Spieler der Deutschen. Wurde wegen einer Verletzung ausgewechselt. Schon in der 63. Minute kam Entwarnung: Es ist nur eine Prellung.
Mario Götze Erstes Erfolgserlebnis, als sein Name zu Beginn der zweiten Halbzeit eingeblendet wurde. Zweites Erfolgserlebnis: Versteckte sich so gut, dass ihn wirklich niemand fand.
Mesut Özil Der Haubentaucher der deutschen Offensive. Plötzlich da, dann schon wieder weg. Immerhin: Bei einer, der wichtigsten Situation des Abends, da! In der Schlussphase weckte sein Spiel allerdings Erinnerungen an mittelmäßige Maumau-Abende mit Onkel Holger und Tante Gerda.
Thomas Müller Analyisierte im Anschluss sein Spiel am ARD-Mikrofon. Er sagte: »Ich bin kein Mann für fünf, sechs Übersteiger. Daher sind mir solche Kampfsiege lieber.« Den ersten Part des Satzes können wir unterschreiben. Für den zweiten Part des Satzes kaufen wir ein »r« und fügen es zwischen dem »K« und dem »a« ein.
Miroslav Klose Dem1:0 von Reus war ein Pass von Klose vorausgegangen. Abgeheftet im Ordner »Assistpoints in Spielen, in denen Gegenspieler auf mich wirkten wie sehr gefrässige Tiere aus Afrika oder Südostasien«.
Lukas Podolski Spielte auch mit. Steht jedenfalls auf dem Spielberichtsbogen.