Nur für Jürgen Klopp: Ein paar wirklich schlechte Sätze

Böse Verbalfouls

»Das ist der schlechteste Satz, den ich jemals gehört habe«, motzte Jürgen Klopp über das Geständnis von Rafael van der Vaart, die Rote Karte gegen Robert Lewandowski mitprovoziert zu haben. Stimmt das wirklich? Wir haben noch ein paar viel schlechtere Sätze gefunden.

Es ging hoch her am Samstag im Westfalenstadion, vor allem in der 31. Minute, als Robert Lewandowski für seine Vollspannfoul gegen HSV-Mittelfeldmann Per Skjelbred die Rote Karte sah. Nach Meinung von HSV-Gott Rafael van der Vaart gab es diesen Platzverweis aber auch wegen seines beherzten Nachsetzens am Schiedsrichter. Zumindest gab van der Vaart im Anschluss an das Spiel zu Protokoll: »Ich habe Theater gemacht, weil ich gemerkt habe, dass der Schiri nur Gelb zücken wollte. Ich wollte ihn davon überzeugen und aufmerksam machen, dass das ein rotwürdiges Foul an Per gewesen ist.« Ein Geständnis, das BVB-Coach Jürgen Klopp einen kalten Schauer des Ekels über den Rücken trieb. Er sagte dazu nur: »Das ist der schlechteste Satz, den ich jemals gehört habe.« Aber stimmt das wirklich? Wir haben ein paar weitere äußerst miese Sätze gefunden:

»I hope, we have a little bit lucky.«
Na gut, Lothar Matthäus war Weltfußballer, Weltbeherrscher und Weltenbummler, aber ein Sprachgenie war er nie. Wie er mit seinem allenfalls gebrochenen Schulenglisch durchs Leben gekommen ist, weiß er wohl selbst nicht so genau. Na, Herr Klopp, ist das nicht auch ziemlich schlimm?

»Manni Flanke, ich Kopf, Tor«
Dieses Bonmot aus dem Mund von Horst Hrubesch sollte einem Verbalfetischisten wie Jürgen Klopp eigentlich die Zehnägel hochklappen lassen. Gut, man könnte sagen, dass es sich genau genommen bei dieser Aneinanderreihung von Worten nicht mal um einen korrekten Satz handelt. Aber wer will schon so kleinlich sein?

»Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien«
Der Ex-Dortmunder Andreas Möller genießt beim BVB-Coach sicherlich eine Art Welpenschutz. Aber ansonsten offenbart der Satz nicht nur pure Ignoranz in punkto Geographie, sondern nimmt auch tektonische Verschiebungen in der ohnehin fragilen innereuropäischen Kommunikation in Kauf. Und wer muss am Ende dafür aufkommen? Richtig, der kleine Mann. Armer Icke.

»Es war immer mein Traum, eines Tags für (Name des Klubs hier einfügen) zu spielen.«
Im Grunde vereinigt dieser Satz alles Schlechte des modernen Fußballs, wird er doch mitunter von einzelnen Spielern in Laufe ihrer Karriere häufiger benutzt als ein Trainingsleibchen.

»Am Spielstand wird sich nicht mehr viel ändern. Es sei denn, einer schießt ein Tor.«
Dieses Goldstück aus dem Sprachschatz von Franz Beckenbauer soll an dieser Stelle lediglich stellvertretend zur Widerlegung von Jürgen Klopps Superlativ zurate gezogen werden. Der Kaiser wäre nicht der Kaiser, wenn er nicht im Wochentakt neue leere Weisheiten auf in die Welt plaudern würde.

»Wer ein Trio vorne hat wie Ronaldo, Ronaldinho, und - äh - und die anderen Brasilianer, Carlo - äh -, Roberto Carlos, das ist - äh - das ist Rivaldo und - äh - Ronaldinho und Rolda und Ronaldo also, das dann verloren zu haben, das ist zwar bitter, aber nicht so bitter.«
Spätestens nach diesem Satz war klar: Wer Edmund Stoiber länger als vier Sekunden zuhört, bekommt zwangsläufig Knoten in den Ohren.

»Du Seuchenvogel! Interview? Da habe ich Bock drauf wie Zahnweh.«
Klopp zeigte sich einst nach einem späten Ausgleich gegen den 1. FC Kaiserslautern selbst als veritabler Agent Provocateur. In der Mixed Zone geriet er mit dem unschuldigen SWR-Reporter Stephan Mai aneinander und haute dem verdutzten Mikrohalter ein paar harte Beleidigungen an den Kopf, die erst in der richtigen Kombination (Beleidigung-Rhetorische Frage-Beleidgung) eine Schlagkraft entwickeln wie weiland Mike Tysons Rechte.

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