02.06.2014

Nigerias Torwart Austin Ejide unter Manipulationsverdacht

Gottes Wunsch

Ein kurioses Eigentor von Nigerias Schlussmann Austin Ejide im Freundschaftsspiel gegen Schottland sorgt dafür, dass sich der Fußball wieder einmal die Frage gefallen lassen muss: Wie sauber ist der Sport noch?

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imago

Der nigerianische Nationaltorwart Austin Ejide heißt mit vollem Namen Augustine Amamchukwu Ejide. Amamchukwu, so behauptet jedenfalls sein Wikipedia-Profil, bedeutet: »Kenne ich Gottes Wunsch?« Seit Mittwochabend fragt sich die Fußballwelt, ob es sich hierbei nicht viel eher um den »godfather« handeln dürfte.

Denn Ejide wird verdächtigt, dem organisierten Verbrechen einen großen Gefallen getan zu haben. Beim Freundschaftsspiel seiner Mannschaft gegen Schottland am Mittwoch warf sich der Torwart in der 22. Minute eine Flanke selbst ins Tor. Das passiert selbst den besten Torhütern der Welt, aber Ejides Eigentor wirkte so grotesk, so geplant, dass der Schlussmann nun im Visier der Behörden steht.



Zumal die Partie ohnehin unter Beobachtung stand: Der britische Geheimdienst National Crime Agency (NCA) hatte bereits im Vorfeld den schottischen Fußball-Verband als Gastgeber (das Spiel fand im Craven Cottage, der Heimstätte des FC Fulham, statt) und die Fifa darüber informiert, dass es Hinweise auf eine Spielmanipulation gäbe. Allerdings, so bestätigte es die britische Presse noch vor dem Anpfiff, lägen keine Beweise gegen Spieler vor. Ein Sprecher der englischen Buchmacher wurde mit den Worten zitiert: »Wir haben bislang keine Beweise für den Verdacht der NCA entdeckt.« Und Nigerias Abwehrspieler Efe Ambrose, der bei Celtic Glasgow unter Vertrag steht, sagte: »Ich bin überrascht, wie jeder andere auch. Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Grund gibt, dieses Spiel der Manipulation zu verdächtigen.«

Dann warf sich Austin Ejide den Ball selbst ins Tor. Zwar gab Schiedsrichter Lee Probert das Tor nicht – Ejide wurde bei der Aktion vom Schotten Grant Hanley regelwidrig angegangen – ,doch hat dieses Spiel für viele Fragen gesorgt, die noch längst nicht beantwortet sind. Die Partie endete übrigens mit 2:2, Nigeria erzielte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich, nachdem Egwuekwe Azubuike in der 52. Minute ebenfalls ein Eigentor fabriziert hatte. Ein Treffer, der allerdings keinen Verdacht auf sich zog, Azubuike war in eine hart getretene Flanke gegrätscht und hatte den Ball so ins eigenes Netz gelenkt.

 
 
 
 
 
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