Newcastle-Oma verliert ihre Dauerkarte

Einmal gefehlt

Wann dürfen Vereine den Fans die Dauerkarte entziehen? Darüber wird auch hierzulande gestritten. In England gibt eine 65-Jährige einmal ihr Ticket an ihren Sohn ab – und kann fortan nicht mehr ins Stadion.

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Es gehört einiges dazu, einem Menschen mit einer einzigen Entscheidung das ganze Jahr zu ruinieren. Der englische Erstligist Newcastle United hat dies bei Lilian Held geschafft. Für die 65-Jährige ist der Verein ihr ein und alles – in den vergangenen 14 Jahren hat sie kein einziges Spiel der »Magpies« verpasst. Sie wohnt nur zehn Minuten vom Stadion, dem St. James Park, entfernt und besucht jedes Spiel mit ihren beiden Enkelkindern.

Nach 20 Minuten aus dem Stadion geschmissen

Als dann aber im Dezember das Spiel gegen Southampton anstand, gönnte sich Held erstmals seit langem einen Urlaub. Sie gab ihre Dauerkarte an ihren Sohn Christopher weiter, den Onkel ihrer Enkelkinder. Für Christopher dauerte das Vergnügen aber nur geschlagene 20 Minuten, dann wurde er von den Stewarts aus dem Stadion verwiesen. Der Grund: Lilian Held ist körperlich gehandicapt und hatte eine Karte für einen dementsprechenden Bereich im Stadion. Rein formell stand deshalb ihrem Sohn dieses Ticket nicht zu.

Lilian Held erklärte gegenüber der Tageszeitung »Chronicle«: »Ich wollte doch nur, dass jemand meine Enkel begleitet, wie ich es normalerweise tue.« Doch der Verein zeigte sich resolut. Newcastle sperrte nicht nur zunächst Helds Dauerkarte für die komplette restliche Saison, sondern stellte das Ticket auch noch zum Verkauf. »Der Verein hat mir das ganze Jahr ruiniert«, echauffierte sich Held und brachte ihre Geschichte in die örtliche Presse.

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