Neues aus der Südafrika-WG (4)

Die Sicherheit

Die Journalisten am Kap sind verunsichert. Sollte man überhaupt vor die Tür gehen? Zu Hause ist's doch eh viel schöner. Anne-Marie, Herbergsmutti von 11FREUNDE-Redakteur Tim Jürgens, hat jedenfalls alle Vorkehrungen getroffen. Neues aus der Südafrika-WG (4)Imago Für ihre und unsere Sicherheit hat Anne-Marie statt eines Nato-Drahts vier elektrisch geladene Stränge über der Mauer unseres Anwesens anbringen lassen. Es gibt eine Pforte, die nach Ein- und Ausfahrt sofort wieder zu verschließen ist.

[ad]

Das Anwesen gehört zu einer Siedlung von rund 2000 Häusern, die ausschließlich von wohlhabenden Weißen bewohnt werden. Sie sind durch eine Straße verbunden, deren lose Enden riesige Eisentore sichern. Alle Häuser haben hier einen elektrischen Zaun. Auf dem Ring um die Siedlung patroulliert in der Nacht ein Polizeiwagen. Wenn wir nach draußen gehen, beginnt das Abenteuer.

Die Berichterstattung aus Deutschland hat viele von uns doch stark verunsichert. Gestern etwa waren Uwe und Olaf in Centurion vom Weg abgekommen und in einer Sackgasse im Außenbezirk eines Townships von zwei Autos eingekeilt worden. Von beiden Seiten traten plötzlich Fremde an das Fahrzeug heran. Olaf verriegelte geistesgegenwärtig die Türen und versuchte, an was Schönes zu denken. Uwe begann damit, im Kopf seinen letzten Willen zu formulieren. Während von hinten eine Frau hysterisch kreischte: »Shut the window, lock the door«, trat von vorn ein Mann ans Fenster, beugte sich herunter, blickte die beiden Insassen düster an – und begann, den Kollegen freundlich per Handzeichen zu signalsieren, wie sie durch Vor- und Zurücksetzen aus der kniffligen Situation herauskommen könnten. Puhh.

Den Preis für den besten Peter-Arnett-Gedenkspruch des Tages aber gewann unser Thomas aus Wetzlar. Der nämlich hatte sich wagemutig angeboten aus dem Auto auszusteigen, als ein Teil der Gruppe auf dem Rückweg vom deutschen WM-Quartier falsch abgebogen war, und die Landkarte aus dem Kofferraum zu holen. Als der Wagen dann irgendwo im Nirgendwo zum Stehen kam, rief Thomas den Kollegen kurz vor dem wagemutigen Herausspringen zu: »Gebt mir Feuerschutz.« Die südafrikanischen Heckenschützen machten allerdings gerade Mittagspause. Alles blieb ruhig.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!