Neues aus den Blogs (14)

Lionel Tiffi

Die Liga hat einen neuen Spieler und er kann es selbst nicht ganz glauben. Dazu jede Menge Tore mal wieder. Ist das gut? Oder schlecht? Die Blogger können sich nicht einigen – einend wie immer die 11FREUNDE-Blogschau. Neues aus den Blogs (14)Imago Kaiserslautern – Schalke 5:0

Der Betzeblog freut sich, dass die Zuschauer nach zwischenzeitlichem Stimmungstief »wieder als Waffe« auftreten und hat außerdem einen neuen Spieler in Reihen der Lauterer ausgemacht: Einen gewissen »Lionel Tiffi«. Über diesen wundersamen Akteur lesen wir: »Der beste Einkauf der letzten Jahre: Christian Tiffert der im Mittelfeld zaubert wie Messi bei Barcelona. Ein Vorbild an Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und Spielfreude.«

Auf Schalker Seite hingegen herrscht nach der Klatsche auf dem Betze blankes Entsetzen. Blogundweiß hat eine Mannschaft »ohne Bundesliga-Charakter« gesehen. »Schalke hat bisher nicht nachweisen können, dass sie in dieser Liga bleiben wollen bzw. können.« Die Fanseele ist tief getroffen: »Selbst ein Sieg gegen die Bayern, selbst ein deutlicher Sieg, wird mich nicht wieder mit dem Team versöhnen.« In die gleiche Kerbe haut der Schalkefan: »Ich bin nicht sauer. Ich bin auch nicht traurig oder enttäuscht. In mir hat sich seit gestern eine Leere in Bezug auf Schalke breitgemacht, die ich nicht in Worte fassen kann.« Ja, und auch einen Schalke-Blog mit Namen Auswärtssieg gibt es ja bekanntlich, und der ließ sich nicht lumpen und stellte trotz des »sogar noch schmeichelhaften 0:5« über 150 Fanfotos von der nicht ganz erfolgreichen Auswärtsfahrt online. Am Ende des Beitrags ein Zitat von Fritz Walter, wonach »Bereitschaft und Wille« alles entscheidend sind. Mit dem bitteren Zusatz des Autors: »Was der Fritz schon wusste...«

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Bayern – Frankfurt 4:1

Der Kaisergrantler sucht per Blogbeitrag eine »alternative Innenverteidigung« und hadert mit dem, was vorne aufgebaut und hinten oft wieder eingerissen wird: »Woche für Woche diese Überlegenheit, dieser Ballbesitz und immer wieder diese Gegentore. Es ist wie ein Kampf gegen Windmühlen. Man versucht eine Lücke in einer massierten Abwehr zu finden und plumps, liegt der Ball bei uns im Netz.« Nur mit neuen Leuten wird es besser, sagt der Grantler: »Louis, gib anderen eine Chance, kauf neue Leute in der Winterpause. Wir können nicht warten bis sich van Buyten & Co. wieder gefangen haben.« Die Bayern-Fansite pflichtet bei: »Ich hätte [van Buyten] schon nach dem ersten Luftloch und der Großchance von Gekas rausgenommen. Was der Mann spielt, hat mit verteidigen nicht mehr viel zu tun. Ein ständiger Unsicherheitsfaktor in der Verteidigung. Man muss ihn vor sich selber schützen.«

Weil die Bayern aber zumindest vorne alles richtig gemacht haben, lecken die Frankfurter ihre Wunden und richten sich nach dem tollen Saisonstart auf die Normalität ein. »Es ist jetzt also offiziell«, schreibt Rotundschwarz: »Die Serie der Eintracht von sieben Spielen ungeschlagen in Folge war doch nur Zufall bzw. ist nur deshalb zustande gekommen, weil alle ihre Leistung abgerufen haben bzw. weil wir das Quäntchen Glück hatten, das uns sonst so oft fehlt.« Der Adlerblog hält fest: »Die Luft scheint raus. Alles was bis vor einigen Wochen klappte, scheint nun in die Binsen gegangen zu sein.« Einzige Hoffnung: »Nun ja, nach der Klatsche ist vor dem Derby.« Am Samstag empfängt die Eintracht den FSV Mainz...

Borussia (1) – Borussia (18) 4:1


Entscheidend is aufm Platz konstatiert nach dem 1:4 nach 1:0-Führung der Gladbacher Borussen: »Wer hinten so hilflos ist wie ein Reh auf der Autobahn, dem ist kaum zu helfen.« Nicht nur hinten, auch vorne wenig schmeichelhafte Tiermetaphern: »De Camargo läuft auf Weidenfeller zu, scheitert jedoch mit der Torgefährlichkeit eines Hamster auf Schlittschuhen.« Bezeichnend ist die Beschreibung des 3:1 durch Großkreutz: »Die Erlösung – irgendwie aus Sicht beider Borussias...«

Auf Dortmunder Seite schreibt Any Given Weekend, dass Frontzeck seinen Mannen eigentlich das Richtige mit auf den Weg gab, nämlich: »Geht auf Nummer sicher, steht tief und seht zu, dass ihr hin und wieder einen Konter fahrt... Das ging 45 Minuten lang gut. Pech nur, dass Neven Subotic noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer Ecke zuschlug.« Am Ende war dann doch alles wie erwartet gelaufen: »Nächste Woche können die Schwarz-Gelben nun mit einem Auswärtssieg in Nürnberg die Herbstmeisterschaft klar machen. Auswärtssieg, Herbstmeisterschaft – wie selbstverständlich sich das inzwischen schon anhört.«

Und sonst so?

Die nordkurve96 wundert sich nach dem 3:0 von Hannover gegen Freiburg über die neue Sättigung beim Anhang: »So weit ist es schon gekommen: Sechsundneunzig gewinnt als Tabellenvierter durchaus souverän gegen den Tabellensechsten SC Freiburg - und nach dem Spiel ist unter dem roten Anhang keine Jubelstimmung festzustellen. War ja nur Freiburg...«

Das 4:2 des HSV gegen Stuttgart weiß Mein HSV-Blog nicht so recht einzuschätzen. »Unser diesjähriges Auftreten als Wundertüte lässt alle Platzierungen zwischen 2 und 16 für möglich erscheinen. Deswegen sollten wir ausnahmsweise einfach mal Klappe halten, die 3 Punkte einstreichen und gegen Freiburg doch bitte nachlegen.«

Dass Leverkusen nach 2:0-Führung am Ende doch nur 2:2 in Hoffenheim spielte, »das war so unnötig wie ein Kropf«, ereifert sich catenaccio. Die Gründe sieht er auch im Sturm: »Erinnert sich noch jemand an das Pressing, dass Patrick Helmes/Eren Derdiyok und Stefan Kießling regelmäßig gegen den Gegner aufgebaut haben? ... Der Weisheit letzter Schluss ist das Ein-Stürmer-System bisher noch nicht, speziell mit Derdiyok und Helmes.«

Das sonntägliche 3:0 von Werder gegen St. Pauli bewertet der Werderblog als »Fortschritt gegen einen zugegebenermaßen äußerst dankbaren Aufbaugegner. Ein Licht der Hoffnung am ersten Advent.« Doch längst ist nicht alles gut: »Spielerisch war das nur punktuell ein Fortschritt und Werder profitierte endlich mal wieder von einem frühen Tor und konnte danach den Gegner kommen lassen und auf Konter warten.«

Das 11FREUNDE-Fazit:

»Mir wird schon noch was einfallen.« Man konnte sich nach diesem grimmigen Sprüchlein schon denken, dass das dicke Ende noch kommen würde für die Schalker Profis nach der weitgehenden Arbeitsverweigerung auf dem Betzenberg. Denn es kam aus dem Mund von Felix Magath. Und es kam, das dicke Ende. Dick, das dürften in diesem Fall die Beine der Blau-Weißen sein, und das Ende ist der Ausklang des Kalenderjahrs. Denn am Tag nach der schlimmen Pleite (Kanterniederlage?) wurde bekannt: Ab 27. Dezember wird wieder trainiert in Gelsenkirchen. Winterurlaub ist dann wieder nächstes Jahr. Außer für die, die den Klub noch rechtzeitig verlassen. Vielleicht hat Magath einigen seiner lustlosen Profis ja ganz ungewollt einen äußerst verlockenden Anreiz verschafft mit dieser Disziplinarmaßnahme. Ab in den Süden, zweite spanische Liga oder so, Beine hoch statt Beine dick, Sonne satt statt Schnee und Eis... Oder war auch das Absicht vom Allmächtigen, der seinen aufgeblähten Kader einfach möglichst kostensparend kleinrationalisieren will? Man muss es ihm zumindest zutrauen.

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