05.08.2013

Nach Werders erneutem Pokal-Aus

Dreimal ist Bremen schlecht

Die Niederlage von Werder Bremen in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den Drittligisten aus Saarbrücken tut dem Werder-Anhang doppelt weh. Nicht nur die peinliche Pleite an sich schmerzt – mit dem negativen Pokal-Triple ist auch ein Mythos zerstört.

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Nachher war das Gejaule groß. »Wir müssen nichts schönreden, in der ersten Runde gegen einen Drittligisten auszuscheiden, ist eine Blamage«, urteilte Manager Thomas Eichin. »Das ist eine Katastrophe, die brutal weh tut«, befand Zlatko Junuzovic. »Wir haben uns nie richtig gewehrt«, wusste Clemens Fritz. Und Trainer Robin Dutt gab allen Nörglern einen Freifahrtschein: »Man darf eigentlich nach dieser Leistung alles kritisieren.« Zumindest in Sachen Katastrophen-Rhetorik ist Werder Bremen noch erstklassig.

Die 1:3-Niederlage nach Verlängerung gegen den Drittligisten vom 1. FC Saarbrücken war in vielerlei Hinsicht beschämend. Nicht nur, dass Werder zum dritten Mal nacheinander gegen einen Drittliga-Klub aus der 1. Runde des DFB-Pokals flog (2010/11: 1:2 gegen FC Heidenheim, 2011/12: 2:4 nach Verlängerung gegen Preußen Münster) – die Mannschaft der Gegenwart hat auch einen vereinseigenen Mythos mit Füßen getreten und vermutlich sogar zerstört: Den DFB-Pokal-Spezialisten Werder Bremen gibt es seit Sonntag nicht mehr.

Werder ist im Pokal nur noch eine Lachnummer

Zehnmal stand der SVW in seiner Historie in einem Endspiel um den wichtigsten deutschen Vereinspokal, sechsmal hat er ihn gewonnen. Nur Schalke 04 (12 Mal) und Bayern München (19) standen häufiger im Finale, nur der FC Bayern hat den Pokal häufiger gewonnen (16 Mal). Unzählige Male erreichte Werder Viertel- oder Halbfinalspiele, die Bremer waren in den vergangenen Jahrzehnten stets ein gefürchteter Gegner in den traditionellen K.o.-Duellen. Niemand trat gerne gegen Werder Bremen im DFB-Pokal an. Weil man wusste, dass der Klub in den hart-auf-hart-Spielen stets in der Lage war, über sich hinaus zu wachsen. Das »Wunder von der Weser«-Erbgut war auch in der nationalen DNA zu finden. Nach drei Erstrunden-Niederlagen gegen Drittligisten ist Werder nur noch eine Pokal-Lachnummer.

 
 
 
 
 
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