Nach Rummenigges Schelte gegen Ex-Bayern-Spieler

Klappe halten, ihr Experten!

»Das Wort Lob scheinen einige unserer Ex-Spieler in dieser Rolle vergessen zu haben«, nörgelte Karl-Heinz Rummenigge jüngst über die Meinungsstärke der früheren Bayern-Kicker und heutigen TV-Experten Scholl, Kahn und Co. Dabei hat sich der FC Bayern dieses Problem selbst geschaffen.

Es ist manchmal wirklich verwirrend mit dem FC Bayern München. Da erklärt der Klub seit jeher ligaweit Führungsansprüche in den Bereichen Tabelle, Beliebtheit, Argwohn und Medienpräsenz, formuliert das eigene Selbstverständnis nur zur gerne mit dem nimmermüden Credo: »Mia san mia!« und ist in auch Sachen Meinungsmache stets ganz vorne mit dabei. Den starken Charakteren der Führungsetage ist kein Thema zu groß, keine Krise zu heftig, kein Sturm zu rau: Der FC Bayern, so hat man es mittlerweile verinnerlicht, äußert sich gerne, oft und immer laut. Auch die Spieler werden mitunter angehalten, ihre Haltung öffentlich kundzutun, schließlich muss die perfekt abgestimmte Maschinerie der medialen Aufmerksamkeit durch starke Meinungen geölt werden. Und wer einmal in den Kosmos FC Bayern eingetaucht ist, bekommt das heilige Recht auf eine mediale Alphatierstellung quasi mit der Vertragsunterschrift übertragen. Daran hatte man sich fast gewöhnt, war der FC Bayern eben sportlich das Maß aller Dinge. Und, so haben es Trainer und Experten immer gesagt: Wer am Ende gewinnt, hat immer Recht. Titel, Stars, Geschichten und Giftpfeile gegen die Konkurrenz - all das lieferte das Unterhaltungsunternehmen im Freistaat Bayern frei Haus.



Dummerweise lief es beim FC Bayern in den letzten Jahren sportlich nicht rund. Titel gab es keine, Wunschspieler gingen zum BVB (Reus) oder wurden für Transfersummen á la Chelsea geholt (Martinez). Zudem scheint auch der übergroße Respekt der Gegner vor der Fußball-Großmacht FCB zunehmend zu schwinden. Und so beschäftigt sich der FC Bayern derzeit vor allem mit sich selbst. Jüngstes Beispiel: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge schießt über den Sport-Boulevard gegen eigene Ex-Spieler, die sich mittlerweile flächendeckend als TV-Experten verdingen.



Rummenigge könnte das egal sein, ist es aber nicht

Wenn sich ehemalige Spieler und Identifikationsfiguren öffentlich melden, ist das auch immer Publicity für den Verein. Eigentlich, so mag man meinen, könnte das also Rummenigge nur recht sein. Ist es aber nicht! Denn nach Meinung des Bayern-Chefs suchen jene sogenannten Experten viel zu oft ein Haar in der Suppe. Da zieht Mehmet Scholl, immerhin Angestellter an der Säbener Straße, den eigenen Stürmer Mario Gomez verbal in die Geriatrie, Übertitan Oliver Kahn heizt ungeniert eine Führungsspieler-Debatte an, mit der er indirekt die Bayern-Aushängeschilder Lahm und Schweinsteiger in Frage stellt. »Das Wort Lob«, nörgelte Rummenigge jüngst via Sport-Bild, »scheinen einige unserer Ex-Spieler in dieser Rolle vergessen zu haben.« Und damit nicht genug, denn im gleichen Atemzug schoss er eine warnende Leuchtrakete in Richtung Kahn, Scholl und Co.: »Wir haben da ja ein prominentes Beispiel in Lothar Matthäus. Der hatte sich irgendwann um Kopf und Kragen geredet und sich somit die Tür beim FC Bayern am Ende selbst zugeschlagen.« Soll heißen: Gebt endlich Ruhe, sonst werdet ihr beim FC Bayern nicht einmal mehr Greenkeeper!

 Im Fall von Scholl, sollte jener bei der ARD seine Expertenanstellung verlängern, wird ein eiskalter Wind durch seinen Arbeitsvertrag zu wehen.

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