Nach der Entlassung via BBC: Die Top-10 der Missverständnisse

»Da haben Sie jetzt eine tolle Geschichte!«

Und tschüss... Eigentlich sollte Gus Poyet bei der BBC als Experte über den Confed-Cup sprechen, doch dann erfuhr er vor laufenden Kameras von seiner Entlassung bei Brighton Hove & Albion.

Die 10 unschönsten Trainerentlassungenimago

Eigentlich wollte Gus Poyet bei der BBC nur ein bisschen über den Confed Cup diskutieren. Doch da verlas der Moderator eine Pressemitteilung von Poyets Klub Brighton & Hove Albion. Darin stand, der Trainer sei am »heutigen Tag« über die sofortige Trennung informiert worden. Poyet wusste allerdings von nichts. Überrascht war er dennoch nicht, denn er hatte sich schon zuvor mit der Vereinsführung überworfen. Nur eine Spitze in Richtung BBC ließ er sich nicht nehmen: »Da haben Sie ja jetzt eine tolle Geschichte: Einen Trainer über seine Entlassung zu informieren!«


Hier unsere Top 10 der Trainer-Missverständnisse:

Platz 10:
Rudi Völler bei AS Rom, September 2004

Was hatte man Rudi Völler gefeiert, als er im Spätsommer 2004 nach Rom pilgerte, um »seiner« Roma aus der Patsche zu helfen. Doch hätte er den Ort, an dem er einst als Spieler sein Glück (und die zweite Ehefrau) fand, diesmal besser gemieden, denn auch Völler bekam die vogelwilde Truppe um den exzentrischen Kapitän Totti nicht in den Griff. Nach ganzen 25 Tagen warf er das Handtuch, kurz davor hatte die Zeitung »Corriere della Serra« geschrieben: »Völler ist der richtige Mann auf dem falschen Platz.«

Platz 9:
Otto Rehhagel beim FC Bayern, Juli 1995 bis April 1996

Nach 14 Jahren im beschaulichen Bremen wähnte sich der Provinzkönig Rehhagel bereit für den großen Wurf. Doch was mit einem halbwitzigen Spruch (»Otto… find ich gut!«) auf Franz Beckenbauers Schirmmütze possierlich begann, entwickelte sich zu einer für beide Seiten unerfreulichen Angelegenheit. Rehhagel zeigte sich weder der meinungsfreudigen Führungsetage der Bayern noch der rauen Münchner Presselandschaft gewachsen und wurde vier Spieltage vor Saisonende entlassen, obwohl die Bayern zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei in der Liga und im Finale des UEFA-Cups standen. Der Kaiser höchstselbst übernahm und gewann den Europapokal, nicht aber die Meisterschaft.

Platz 8:
Aad de Mos bei Werder Bremen, Juli 1995 bis Januar 1996


Auch Rehhagels Nachfolger in Bremen war kein Fortune beschieden. Der renommierte Niederländer Aad de Mos galt als überragender Theoretiker. Er führte an der Weser die Viererkette ein, die Werders Spieler aber nur zögernd verinnerlichten. Nach dem Absturz auf Platz 15 und zahllosen Extrawürsten für Mario Basler weinte sich de Mos an einem feuchtfröhlichen Abend angeschickert bei Journalisten aus (»Es wird nie etwas aus diesem Verein«). Als er die vom Klub geforderte Gegendarstellung nicht erwirken konnte, musste de Mos gehen.

Platz 7:
Josip Skoblar beim Hamburger SV, Juli bis November 1987


Zugegeben, die Nachfolge eines Ernst Happel anzutreten, ist keine dankbare Aufgabe. Josip Skoblar aber manövrierte sich ohne Not selbst in die Bredouille, als er seinen Landsmann Mladen Pralija als Keeper installierte. Mit dem Fliegenfänger im Kasten erlitt der HSV schwere Schlappen in München (0:6), gegen den KSC (0:4) und in Mönchengladbach (2:8). Am 9. November 1987 musste Skoblar gehen. Pralija kurz darauf auch.

Platz 6:
Thomas Hörster bei Bayer Leverkusen, Frühjahr 2003


Nein, er war für diesen Job nicht gemacht. Wenn sich Thomas Hörster als Coach von Bayer in der Öffentlichkeit bewegte, wirkte er immer, als würde er am liebsten zurück zur Mami, und hopp auf den Arm. Nachdem der zurückhaltende Mann in einem Fernsehinterview mit gesenktem Kopf bekannt hatte, er glaube nicht mehr an den Klassenerhalt, war er von seinem Leiden erlöst. »Wenn ein Trainer so etwas sagt, muss man ihn nicht entlassen, sondern erschießen«, kommentierte »Experte« Udo Lattek gewohnt markig. Der Angeklagte wurde freilich nicht exekutiert, sondern kehrte in die Jugendarbeit zurück.

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