Nach den Legida-Ausschreitungen in Leipzig

Gute Loksche, böse Loksche

Unter den 200 rechten Hooligans, die in Leipzig wüteten, waren auch Anhänger von Lok Leipzig. Der Klub distanziert sich vom braunen Mob. Und bleibt hilflos.

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Eigentlich möchten sie sich beim 1. FC Lokomotive Leipzig, einem der erfolgreichsten Vereine der DDR-Oberliga, einfach nur mit Fußball beschäftigen. Der Klub spielt zum ersten Mal seit Jahren begeistert auf, der Zuschauerschnitt von 2.524 ist für einen Fünftligisten überragend, alles andere als der Aufstieg in die Regionalliga wäre eine große Enttäuschung. Spätestens 2020 will der Europapokalfinalist von 1987 in der Dritten Liga angekommen sein.

Schreckensbilanz von Connewitz

Doch der Überfall von mehr als 200 Neonazis und rechten Hooligans auf den alternativen Leipziger Stadtteil Connewitz am ersten Geburtstag der islamfeindlichen Legida-Bewegung hat die Aufmerksamkeit wieder einmal auf die dunkle Seite des Kultklubs gelenkt. Neben Schlägern aus dem Umfeld des Halleschen FC waren polizeibekannte »Gewalttäter Sport« aus der Lok-Anhängerschaft beteiligt, wie die Polizei mitteilte. Auch aus Dresden reisten Teilnehmer an.

Zerstörte Schaufensterscheiben, explodierte Böller, ein Angriff auf das Vereinslokal des antirassistischen Fußballvereins Roter Stern Leipzig, fünf verletzte Polizisten – so die erschreckende Bilanz.

Die Verantwortlichen des FC Lokomotive haben sich umgehend von den Taten und den Tätern distanziert, fast schon reflexartig. Wieder einmal. »Diese Kriminellen, die dort am Werk waren, sind keine Lok-Fans. Sie verkörpern nicht die Werte unseres Vereins – weder nach innen noch nach außen«, hieß es in einer Erklärung. Zugleich wurden Hausverbote gegen alle angekündigt, die das Image des Vereins »in aller Öffentlichkeit mit Dreck besudeln«. Zahlreiche Teilnehmer der Randale hatten blau-gelbe Fanutensilien getragen.

Die rechte Dominanz ist beendet – im Stadion

Aber von welchem Image ist da überhaupt die Rede? Richtig ist: Der Klub hat durch das Auftritts- und Erscheinungsverbot der gewaltbereiten und vom Verfassungsschutz beobachteten Fangruppierung »Scenario Lok« im Bruno-Plache-Stadion seit 2013 seine Außenwahrnehmung verbessert. 2014 verlängerten die Verantwortlichen die Maßnahme unbefristet, wenig später löste sich Scenario zur Erleichterung vieler Anhänger auf. Die jahrelange Dominanz der aktiven Fanszene durch rechte Stadiongänger ist passé.

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