Nach dem Hunde-Unfall von Arnautovic: 25 Dinge über mysteriöse Verletzungen

»Er war einfach zu schnell«

Bremens Marko Arnautovic hat sich beim Spielen mit dem Hund das Innenband gerissen. Er ist nicht der einzige Pechvogel: Köpfe steckten in Autotüren, Elche wurden gerammt. Was das alles noch mit Fußball zu tun hat? Wenig. Nach dem Hunde-Unfall von Arnautovic: 25 Dinge über mysteriöse Verletzungen
Heft #91 06/2009
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91

1.
Torhütern wird generell eine eher große Klappe zugeschrieben. Kaum einer übertrieb es allerdings so wie Alex Stepney von Manchester United. Der brüllte nämlich in einem Spiel 1975 seine Vorderleute derart heftig an, dass dem Keeper dabei der Kiefer brach.

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2.
Beim Idiotentest wäre Mark Statham von Stalybridge Celtic wohl durchgefallen. Der gute Mann klemmte sich 1999 den Schädel in der Autotür ein und kam mit gehörigen Kopfschmerzen zu spät zum Spiel.

3.
Kaiserslauterns Pavel Kuka riss sich daheim an einer Scherbe die Fußsohle auf. Ihm war eine Sprudelflasche heruntergefallen, während er sich den Horrorfilm »Wolf« ansah. Der Zusammenhang erschließt sich allerdings auch uns nicht.

4.
Gustel Groß, Haudegen von Rot-Weiß Oberhausen, durch allzu grobes Einsteigen im Revierderby im Jahre 1948/49 mitschuldig am Karriereende von Schalkes Otto Tibulski, fiel nach einem Auswärtsspiel von Rot-Weiß beim Meidericher SV aus der Straßenbahn. Mehrere Spiele Pause.

5.
Ortstypische Verletzung beim norwegischen Nationalverteidiger Svein Grondalen. Der musste in den 70ern nach einem Unfall beim Jogging ein Länderspiel absagen. Der gute Mann war im Wald mit einem Elch zusammengestoßen.


6.
Schuster, bleib bei deinen Leisten: Während der Vorbereitung zur WM 2002 ging Brasiliens Mittelfelddenker Emerson zum Spaß ins Tor und schickte sich an, das ewige Torwartproblem der Seleçao zu lösen. Was er bitter bereute: Bei einer tollkühnen Parade kugelte er sich die Schulter aus, vorbei waren alle WM-Träume.

7.
Dass man immer seinem Mannschaftsarzt vertrauen sollte beweist der Fall von Darius Vassell (Aston Villa). Der Stürmer stach sich nämlich, ohne zuvor einen Fachmann zu konsultieren, eine hässliche Blase am Fuß auf. Sollte man nicht machen, wurde uns schon als Kindern eingebläut. Vassell scherte das allerdings nicht, die Quittung war eine
Blutvergiftung.

8.
Immer noch berüchtigt: das Klaus-Augenthaler-Foul an Rudi Völler in der Partie Bayern München gegen Werder Bremen am 16. Spieltag der Saison 1985/86. Augenthaler hatte Völler humorlos und tückisch umgesenst, der Bremer musste sich anschließend einer beidseitigen Leistenoperation unterziehen und fiel fünf Monate aus. Bayerncoach Udo Lattek sprach Augenthaler dennoch von aller Schuld frei und sah stattdessen den Gefoulten als Geschwindigkeitssünder. Völler sei »einfach zu schnell gewesen«.

9.
Flugzeuge sind das sicherste Verkehrsmittel, heißt es immer. Milan Rapaic (Hajduk Split) rammte sich dennoch beim Einchecken aus Versehen den Boarding-Pass ins Auge und fiel mit geminderter Sehkraft für mehrere Spiele aus.

10.
Hannovers Abwehrmann Georg Damjanoff musste 1976 für ein Spiel pausieren, weil ein herabfallender Teekessel ihm den Fuß geprellt hatte. Trainer Helmut »Fifi« Kronsbein staunte ob des antialkoholischen Ungeschicks nicht schlecht: »Zum ersten Mal trinkt er kein Bier, schon verletzt er sich.«

11.
Noch mehr Haushaltsunfälle? Bitte sehr: Dortmunds Michael Schulz zog sich beim Hantieren an der Mülltonne einen schmerzhaften Hexenschuss zu, Bremens Oliver Reck beklagte eine Platzwunde am Fuß durch eine unglücklich heruntergeplumpste Seifenschale. Kevin Keegan blieb mit seinem Zeh im Badewannenabfluss stecken. Und West Bromwichs Lee Hughes verlor gar kurz das Bewusstsein, nachdem sich ihm daheim ein Eiswürfel in den Weg gestellt hatte. Bisweilen jedoch werden solche Unfälle im Eigenheim aber auch nicht restlos aufgeklärt. Was auch an diskreten Vereinstrainern liegt, Homburgs Trainer Uwe Klimaschewski fragte nämlich erst gar nicht nach: »Michael Blättel hat sich im Bett verletzt. Wie er das gemacht hat, weiß ich nicht.«

12.
Besonders schön aber dieser Wohnzimmer-Unfall: Robbie Keane von den Wolverhampton Wanderers angelte sich, lässig auf dem Sofa vor dem Fernseher lümmelnd, mit dem Fuß nach der Fernbedienung. Die niederschmetternde Diagnose des herbeigerufenen Arztes: mehrfacher Bänderriss, lange Pause.

13.
Schon vor dem Anpfiff der WM-Partie gegen Gastgeber Brasilien 1950 in Rio de Janeiro rief Jugoslawiens Kapitän Rajko Mitic hektisch nach Nadel und Faden. Er hatte sich an der Kabinentür den Kopf eingehauen, medizinische Tacker gab es damals noch nicht. Also fädelte der Mannschaftsarzt ein. Das Spiel begann dann ohne Mitic. Es war übrigens das einzige der WM-Geschichte, bei dem zu Beginn nicht alle 22 Akteure auf dem Feld standen. Und wo wir gerade bei Kabinenverletzungen sind. Auch David Beckham musste sich während seiner Zeit bei Manchester United einmal vom Mannschaftsarzt di eAugenbraue tapen lassen. Trainer Alex Ferguson hatte wutentbrannt einen Fuß-
ballschuh nach ihm geworfen.

14.
Fußballer definieren sich oftmals über die Größe ihrer Luxusschlitten. Nicht immer
aber ist das Auto gut für die Gesundheit, wie Alan Wright von Aston Villa erkennen musste. Der eher Kleingewachsene versuchte mit aller Macht, das Gaspedal seines Ferraris durchzutreten – und erlitt dabei eine Sehnenreizung im Knie. Tragisch! Aber auch der Mannschaftsbus garantiert keine Gesundheit: Beim Verlassen des Lauterer Mannschaftsbusses vor dem Spiel gegen Bayern 1991 knickte Stefan Kuntz um und riss sich drei Bänder.

15.
Eines der berühmtesten Tore der Fußballgeschichte brachte den Schützen beinahe um seine Gesundheit: Nachdem Ole Gunnar Solskjær das späte 2:1 für ManU gegen die Bayern im Champions-League-Finale 1999 geschossen hatte, sprangen die Mitspieler voller Freude auf den glücklichen Stürmer. Die Folge der spontanen Rudelbildung auf Solskjær: eine langwierige Reizung einer Kniesehne.

16.
Noch schlimmer traf es Martin Palermo: Im November 2001 schoss der argentinische Nationalstürmer in Diensten des spanischen Erstligisten Villareal ein Tor, sprang jubelnd
eine Betonwand empor, doch diese brach ein und begrub Palermo unter sich. Die unschöne Diagnose: doppelter Beinbruch, das Aus für die WM im darauffolgenden Jahr.

17.

Und dennoch: Wenn ein Spieler ein Tor schießt, so möchte man meinen, hat er alle blutrünstigen Verteidiger und mit ihnen die Verletzungsgefahr hinter sich gelassen. Nicht so der Nigerianer Celestine Babayaro. Der brach sich nämlich bei einem tollkühnen Jubelsalto das Bein.

18.
Nicht minder ungeschickt freute sich Arsenals Steve Morrow. Er stürzte, als er auf den Schultern seines Kameraden Tony Adams ein Tor bejubelte, eben jene 1,90 Meter in die Tiefe und demolierte sein Schlüsselbein.

19.
Tragisch: Im Dezember 2004 erzielte Paulo Diego von Servette Genf das 4:1 gegen Schaffhausen. Beim ekstatischen Jubeln am Absperrzaun verhakte sich sein Ehering. Als er absprang, blieb sein Finger am Zaun zurück, er war auch von den Mikrochirurgen nicht mehr zu retten. Der Schiedsrichter zeigte kein Mitleid mit dem Schwerverwundeten, Diego erhielt trotzdem wegen unangemessenem Jubel die gelbe Karte.

20.
Der brasilianische Kickerstar Ramalho wollte seine schier unerträglichen Zahnschmerzen bekämpfen und besorgte sich kurzerhand eine Arznei. Deren überhastete Einnahme bezahlte Ramalho allerdings mit drei Tagen strenger Bettruhe. Er hätte die Zäpfchen wohl doch besser nicht schlucken sollen.

21.
Portsmouths Johnny »Lager« Durnin baute 1999 während einer entspannten Golfpartie mit Kumpel Alan McLoughlin einen mittelschweren Unfall auf dem Grün. Weil er das hübsche Panorama des Golfplatzes bewunderte, statt nach vorne zu gucken, bretterte er mit seinem elektrischen Golfwägelchen in einen Sandbunker, der sich urplötzlich vor ihm auftat. Ein ausgerenkter Ellbogen ließ ihn daraufhin sechs Wochen pausieren.

22.
Arsenals Keeper David Seaman nutzte die Zwangspause nach einer Knie-Verletzung zu einem gemütlichen Angelausflug. Und renkte sich dummerweise beim Versuch, einen 26-Pfünder aus dem Wasser zu ziehen, auch noch die Schulter aus.

23.
Gefährliche Körnerkrustis, Römerbrötchen und Zimtwuppis: Stürmer Franz Krauthausen rutschte während seiner Zeit bei Schalke 04 beim morgendlichen Brötchenholen aus und zog sich eine Platzwunde zu. Der anschließende Spott im Mannschaftskreis dürfte Krauthausen allerdings noch sehr viel mehr geschmerzt haben.

24.

Hilfe, ich heirate eine Familie – offenbar die Lieblingsserie des englischen Nationalspielers David Batty. Als ihm sein dreijähriger Sohn mit einem Dreirad über den Fuß raste, brach eine alte Achillessehnenverletzung wieder auf. Brutaler war nur Allan Nielsens garstige Tochter. Sie stach dem Tottenham-Spieler mit dem Fin-ger so tief ins Auge, dass dieser mehrere Spiel aussetzen musste.

25.
Hermann Gerland hat am Ende schon Recht: »Die haben doch heute Verletzungen, die gab es bei uns damals gar nicht.«

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