Nach dem Handspiel von Paris

Ist Henrys Ruf versaut?

Nach dem Handspiel von Paris Der Fußballer Thierry Henry hat seinen Fans schon einige unvergessene Momente abgeliefert. Wunderbare Tore, zumeist im Trikot des FC Arsenal, herrliche Vorlagen, zumeist im Trikot des FC Barcelona. Und jetzt ein historisches Handspiel, im Trikot Frankreichs. Hat der beste französische Stürmer der vergangenen zehn Jahre nun seinen guten Ruf verloren?

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Natürlich ist es eine moralische Frage. Wie kann es sein, dass Irland, das Land mit der grünen Lunge und der blauen Leber, nicht mit zur Weltmeisterschaft nach Südafrika fährt, bloß weil ein Franzose verbotenerweise seine Hand benutzte? Beim Fußball, wo doch schon (jedenfalls in den meisten Sprachen) das Wort an sich ausdrückt: Hier muss die Pille mit dem Fuß getreten werden. Wenn überhaupt, dann noch mit dem Kopf, der Brust, den Knien oder, wer es mag, mit dem Hinterteil. Thierry Henry aber, ohne Zweifel ein Genie mit dem Ball am Fuß, nahm seine Hände zu Hilfe.

Kopf, Brust, Knie, Hinterteil

Gestern war das, in der Nachspielzeit der Partie Frankreich gegen Irland und 20.000 Iren auf den Rängen des Stade de France inklusive der 22 auf der Bank und ein kleiner Italiener im asphaltgrauen Anzug hatten sofort das große Unrecht bemerkt. Zwei kleine Tätschler benötigte Henry, um sich den Ball wieder auf die Töppen zu bugsieren und Mitspieler Gallas (mit dem Fuß!) mustergültig zu bedienen. Weil der das Tor aus wenigen Zentimetern traf, raste das irische Herz anschließend vor lauter Ungerechtigkeit. Schiedsrichter Martin Hansson aus Schweden war kurz davor erdrosselt zu werden, später musste er noch den italienisch-englisch-deutsch-arabischen Verbalmix von Irlands Nationaltrainer Giovanni Trappatoni über sich ergehen lassen, später wurde »Trapp« zitiert: »Alles was ich will, ist Fair-Play. Das war eine klare Fehlentscheidung vor dem Tor. Erst war es Abseits und dann Handspiel. Der Referee hätte Thierry Henry fragen können.« Hätte er, tatsächlich. Das es aber nicht, und ersparte dem Franzosen damit ein womöglich peinliches Frage-Antwort-Spielchen auf dem Rasen von Paris.

Dass Henry in dieser emotional aufgeladenen Situation nicht gleich mit gesenkten Kopf Richtung Schiedsrichtergespann lief, kann man dem Stürmer nicht ankreiden. Südafrika wird die letzte große Chance für den Mann aus Barcelona sein, sich auf der Welt-Bühne zu beweisen. Eine größere Herausforderung gibt es für einen Fußballer nicht.

Der werfe den ersten Stein

Immerhin war »Titi« (wohl auch aufgrund der eindeutigen TV-Beweise) nach der Partie in der Lage seinen Fehlgriff einzugestehen: »Es war Handspiel, aber ich bin nicht der Schiedsrichter.« Großer Verlierer des Abends bleibt damit der bedauernswerte Martin Hanson, der die nächsten Jahrzehnte, so er es denn vorgehabt hatte, seine Besuche in Irland überdenken sollte.

Irland wird nicht dabei sein im nächsten Jahr. Das ist bitter, gemein und für viele so ärgerlich, dass »ich kaum sprechen kann« (Trappatoni). Und ja, Henrys Handspiel ist Schuld daran. Seinen guten Ruf hat damit nicht verloren. Warum? Erklären wir es biblisch: »Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.« (Joh 8, 2-11)

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