Nach dem Fehler von Manuel Neuer

Die 10 größten Torwartpatzer!

Wenn Torhüter danebengreifen, sieht das meist sehr unvorteilhaft aus. So wie Bayern-Torwart Manuel Neuer, der gegen Mönchengladbach zwar nicht danebengriff, aber danebentrat. Unser Top Ten der legendärsten Torwartfehler. Nach dem Fehler von Manuel Neuer

Oliver Kahn
FC Bayern - IFK Göteborg, Champions League, 10.12.1997


Im Spiel geht es um nichts mehr. Göteborg ist ausgeschieden, der FC Bayern bereits für das Viertelfinale qualifiziert. Doch für Oliver Kahn, in jener Zeit noch als »Vul-Kahn« weit entfernt von der buddhistischen Ruhe der späten Jahre, bedeutete die 51. Minute im Champions-League-Spiel gegen IFK mindestens acht Wochen Alpträume. Ein Rückpass von Markus Babbel springt ihm einfach über den Schlappen. Schuld ist allerdings nicht der Torwart, Schuld sind die Stadtrivalen, wo weiß jedenfalls Verschwörungstheoretiker Lothar Matthäus zu berichten: »Durch einen Platzfehler, den die Löwen vergangenen Samstag hinterlassen haben, sind wir um ein Unentschieden gekommen.«

http://www.youtube.com/watch?v=W0H4Mj9a4oc

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Sascha Burchert, 04. Oktober 2009
Hertha BSC Berlin - Hamburger SV, Bundesliga, 04. Oktober 2009


Der wohl misslungenste Einstand aller Zeiten. Und das obwohl der junge Mann sechs Minuten nach seiner Einwechslung eigentlich alles richtig macht – er denkt mit, spielt mit. Wirft sich einem heranstürmenden HSV-Mann entgegen und klärt per Flugkopfball, allerdings direkt auf den Fuß von David Jarolim, der Burchert daraufhin gekonnt überlupft. Tragisch genug, sollte man meinen. Zu allem Überfluss wiederholt sich die Szene aber gerade mal 120 Sekunden später in nahezu identischer Form. Nutznießer diesmal: Zé Roberto. Im nächsten Spiel kassiert Burchert drei Buden gegen Nürnberg, das war's dann auch mit Liga eins. 

http://www.youtube.com/watch?v=EsTJkOALOaM

Tomislav Piplica
Energie Cottbus - Borussia M'Gladbach, Bundesliga, 06. April 2002


Der König unter den Fliegenfängern. Das Spiel am 30. Spieltag der Saison 2001/2002 liefert bis zur 75. Minuten bereits beste Unterhaltung: 2:0 gehen die Lausitzer zunächst in Front; doch Gladbach gelingt der Ausgleich, ehe Cottbus abermals in Führung geht. Dann heißt es »Vorhang auf« für Tomislav Piplica: Im hohen Bogen segelt der Ball auf sein Gehäuse zu, der Schlussmann positioniert sich perfekt unter dem Ball und fixiert das runde Leder. Seine Arme jedoch, verharren am Körper. So landet der Ball im Tor und Piplica auf dem Hosenboden. Immerhin reichte diese Einlage für einen »Raab der Woche«.

http://www.youtube.com/watch?v=kblggI1wexY

Hans-Jörg Butt
Schalke 04 - Bayer Leverkusen, Bundesliga, 17. April 2004


Hans-Jörg Butt ist ein Elfmeterschütze vor dem Herrn. 26 Mal hat der gebürtige Oldenburger schon vom Punkt eingenetzt, so auch in besagtem Spiel auf Schalke. Und da Butt das vermeintlich entscheidende 1:3 erzielt, lässt er sich nach dem Tor gehörig abfeiern. Einen Mitspieler nach dem anderen abklatschend, trottet er zurück in seinen Kasten – doch ehe er dort ankommt, ist der Ball bereits drin. Mike Hanke hatte im Mittelkreis als einziger schnell geschaltet und den Ball ins Tor gedroschen. Und weil sein Teamkollege Ebbe Sand auch nach mehrmaligem Winken mit dem Zaunpfahl nicht den Anstoß ausführte, hielt Hanke einfach so drauf. Sei's drum, der Treffer zählte.      

http://www.youtube.com/watch?v=ANyCpJaR8Js

Manuel Neuer
Hansa Rostock - Schalke 04 , Bundesliga, 20. Oktober 2007


Eine der schwärzesten Stunden der heutigen Nummer eins im deutschen Tor. Weil Manuel Neuer nun mal Manuel Neuer ist, versucht nach einer abgefangenen Flanke direkt den Gegenstoß einzuleiten. Unverzüglich rollt er den Ball in Richtung seines Mitspielers Rafinha. Dort sollte die Pille jedoch niemals ankommen, denn während Rafinha eher unmotiviert davon trabt, ist Rostocks Marc Stein hellwach und lupft die Kugel ins Tor. Ein Gutes sollte Neuers Fauxpas haben: Eine Gruppe Rostocker Ultras, die gerade ein Handgemenge mit der Polizei anzettelte, musste vor Lachen die Segel streichen.  

http://www.youtube.com/watch?v=VhorGTP8Gx4



Oliver Kahn
FC Bayern - Werder Bremen, Bundesliga, 8. Mai 2004


Rein rechnerisch ist die Meisterschaft vor diesem 32. Spieltag noch nicht entschieden. Die Bayern wittern eine Restchance gegen die überragenden Bremer und dementsprechend gebären sie sich auch vor dem Spiel. Sowohl Uli Hoeneß, als auch Oliver Kahn versuchen den Erzfeind mit verbal hingeworfenen Fehdehandschuhen aus dem Rhythmus zu bringen. Und ausgerechnet Kahn patzt. Einen Steilpass von Ailton kann der Mann, den sie »Titan« nennen, nicht unter Kontrolle bringen. Der Abpraller landet bei Ivan Klasnic und das Spiel nimmt seinen Lauf. Wenigstens beweist der Kroate Manieren und bedankt sich ausführlich. Danke, Olli.

http://www.youtube.com/watch?v=48M8HbwRTc8

Jean-Marie Pfaff
Werder Bremen - FC Bayern, Bundesliga, 21. August 1982

Jean-Marie Pfaff kommt 1982 mit großen Vorschusslorbeeren nach München: Mit Belgien stand er zwei Jahre zuvor im EM-Finale, in Spanien spielte er eine sehr gute WM, für Europas Fußball-Experten gilt er in jenen Jahren, mehr noch als Enzo Scifo, als Sinnbild des neuen und modernen belgischen Fußballs. Sein Debüt im Trikot des FC Bayern misslingt allerdings vollends. Zunächst hat Pfaff gegen den ewigen Rivalen aus Bremen so gut wie nichts zu tun. Ein paar Abwürfe, Rückpässe, Abschläge, bisschen Meckern, Routineprogramm. Dann die 44. Minute: Uwe Reinders nimmt an der Seitenlinie Anlauf. Dass der Bremer seit jeher bekannt ist für seine weiten Einwürfe bekannt ist, weiß Pfaff nicht. Nun sieht er den Ball im hohen Bogen auf sein Tor segeln. Der Keeper, der endlich zeigen will, was er kann, geht hinein ins Getümmel, Spieler fliegen vorbei, Hälse werden gestreckt und dann streichelt Jean-Marie Pfaff den Ball mit seinen Fingerspitzen ins eigene Tor. Werder gewinnt durch diesen Treffer 1:0. Pfaff nimmt es gelassen. Später scherzt er gar: »Das Tor war positiv für mich. Ich war sofort überall bekannt, vom Fernsehen wurde es zehnmal wiederholt.«

http://www.youtube.com/watch?v=kOrBY8KVJYU

Bernd Meier
FC Bayern - 1860 München, Bundesliga, 11. April 1998


Seit November 1977 hatte 1860 München nicht mehr gegen den großen Stadtrivalen gewonnen. Am 10. April 1998 steht es zwar nach 39. Minuten 1:0 für die Bayern, doch die Löwen spielen noch munter mit. Zumindest so lange, bis Bernd Meier versucht »Lässigkeit« neu zu definieren. Fest hält der Keeper den Ball in der Hand und wirft in dann mit lockeren Effet aus dem Handgelenk auf den Rasen. Was er nicht sieht: Carsten Jancker hat sich in seinem Rücken herangeschlichen und stibitzt ihm den Ball vor den Füßen weg. Meier grätscht noch ungelenk und alibimäßig ein Stückchen Rasen vom Feld und muss dann zusehen, wie Jancker den Ball insTor trägt. Bernd Meier bestreitet nach diesem Fauxpas kein einziges Spiel mehr für die Sechziger.

http://www.youtube.com/watch?v=73kaY3_rQR4

Richard Golz
FC St. Pauli - Hamburger SV, Bundesliga, 14. März 1997


So famos Richard Golz in der Luft und mitunter auf der Linie hielt, so bescheiden war sein Können am Ball. Im Volksparkstadion gingen die Herren auf der Haupttribüne aus Angst vor Querschlägern regelmäßig mal in Deckung, wenn der lange Keeper zum Abschlag ansetzte. Beim Hamburger Derby am 14. März 1997 wähnt sich die Mehrzahl der Fans allerdings längst im warmen Wohnzimmer: Es läuft die 90. Minute, der HSV führt 2:1 und St. Pauli attackiert so gefährlich wie Wattestäbchen. Nun hat Richard Golz den Ball in der Hand, ein kurzer Blick, dann lässt er ihn vor die Füße fallen, ein langer Pass in die Spitze oder auf die Tribüne – und das DIng ist gegessen. Denkste! Golz zimmert den Ball flach in die Füße von Nikolai Pisarew, der blitzschnell schaltet und den mitgelaufenen Jens Scharping bedient. Es steht 2:2. Der Kiez jubelt – es nützt allerdings nichts, St. Pauli steigt am Ende trotzdem ab.

http://www.youtube.com/watch?v=HPG3cNYCi74

Tim Wiese
Juventus Turin - Werder Bremen, Champions League, 7. März 2005


Da hat Tim Wiese extra sein bestes Torwartleibchen angezogen – ein rosafarbenes hautenges Trikot, das ihn aussehen lässt wie He Man beim Karneval. Doch lass sie nur spotten, mag sich der Keeper gen Ende des Champions-League-Rückspiels gegen Juventus Turin denken: Er hat sensationell gehalten. 1:1 steht es nun und Werder wäre nach dem 3:2-Sieg im Hinspiel weiter. Wieses Trikot leuchtet in alle Ecken des Stadions. Er sonnt sich im Flutlicht. Doch es kommt die 88. Minute: Eine Flanke von rechts flattert halbhoch in den Strafraum, Wiese hechtet locker aus Fünfmeterraum und fängt sie ab. Doch anstatt den Ball unter sich zu begraben, rollt er sich auf dem Boden einmal um seine eigene Achse. Emerson, der ihm am nächsten steht, war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon abgedreht. Dann riskiert er doch einen kurzen Blick nach hinten, und nein, was ist das denn vor seinen Füßen? Ein Ball?! Scheinbar. Wiese hat ihn bei seiner Rolle tatsächlich fallen lassen. Emerson zögert nicht, schießt sofort. Tor. 2:1 für Juventus. Der niederländische Reporter schluchzt ins Mikrofon: »Ai ai ai, wat en Drama vor Tim Wiese.« Und der Torwart möchte zwei Dinge: Ein großes Loch im Boden und ein schwarzes Trikot.

http://www.youtube.com/watch?v=u9uGbvNToRU

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