Nach dem Fake-Interview mit Poldi: Interviews, die es längst hätte geben müssen!

»Der Jens ist mein Vorbild!«

Lukas Podolski hat dem US-Sender ESPN ein Interview gegeben, das er gar nicht gegeben hat. »Bitte ignorieren«, schrieb Podolski auf seiner Facebook-Seite, das Interview wurde auf der ESPN-Homepage gelöscht. Kurios. Und Steilvorlage für uns. Wie viel interessanter wäre die Welt nur, wenn die Fußballer uns die Antworten überlassen würden! Interview-Auszüge, die es längst hätte geben müssen.

Tofik Bachramov über das WM-Finale 1966

Tofik Bachramov, so unter uns: War der Ball denn nun drin, oder nicht?
Mann, ich war damals (beim WM-Finale 1966, d. Red.) einfach voll wie Rübezahl! Vor dem Spiel musste ich dauernd mit der Queen anstoßen, die war wie verrückt nach russischem Wodka. Und trinken konnte die, ich sag Ihnen...

Herr Bachramov, Sie lenken ab. Was war nun mit dem Tor?
Das Tor? Ging doch alles viel zu schnell. Finale, die Zuschauer, mein ordentlicher Schwips, mein rechtes Auge schaute nach Meppen, das andere nach Moskau und dann klatscht der Ball gegen die Latte und plötzlich soll ich entscheiden, was nun Sache ist? Wissen Sie, der Job als Linienrichter macht eh schon so viel Spaß wie Fußpilz, aber dann auch noch diese schwierigen Entscheidungen... ne, ätzend. Naja, und dann habe ich eben gesagt: Tor. Wir waren ja schließlich in England, das waren so tolle Gastgeber und ein wenig war ich auch verknallt in die Queen und Sie können sich ja ausmalen, welche Chancen ich beim Dinner gehabt hätte, wenn ich den Deutschen den Sieg klargemacht hätte...

Paul Breitner über den »Nichtangriffspakt von Gijón

Paul Breitner, war das WM-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Österreich 1982 eine abgekartete Sache?
Selbstverständlich. Warum auch nicht? Was sind die Verantwortlichen denn auch so deppert – um es jetzt mal in der Sprache meiner österreichischen Freunde zu sagen – und legen den Spielplan so komisch fest? Wir wussten es, die Ösis wussten es: Ein 1:0 aus deutscher Sicht und wir spazieren beide entspannt in die nächste Runde. Der Horst machte nach zehn Minuten die Bude, alles war geritzt, also haben wir uns einen entspannten Nachmittag gemacht.

Wie muss man sich das vorstellen?
Die erste Halbzeit habe ich zum Beispiel ganz gut nutzen können, um mit Bruno Pezzey ein bisschen im Mittelkreis zu plauschen. Wir haben über Kalle (Rummenigge, d. Red.) abgelästert, der Streber ging mir ja damals ziemlich auf den Sack. Dann sprachen wir über Naturlocken, so von Mann zu Mann. Es war herrlich!

Und die algerischen Fans auf der Tribüne, die mit Geldscheinen wedelten?
Was soll mit denen gewesen sein? Ich bin während der zweiten Halbzeit sogar ganz lässig hin – die Ösis waren gerade zu einem »Gegenangriff« gestartet – und habe mir die Kohle der Kollegen gegriffen. Die haben die Scheine ja verbrannt, die Wahnsinnigen! Da habe ich mir gedacht: Paul, das geht nicht. Mit der Knete haben wir anschließend noch 'ne große Party mit den Österreichern gefeiert, Jupp Derwall ist am Ende nackt aus dem 4. Stock in den Hotelpool gesprungen, was ein Abend...

Lothar Matthäus über sein Leben

Lothar Matthäus, wie geht es Ihnen?
Schlecht. Ich bin traurig, sehr traurig.

Wieso?
Ja, merkt das denn niemand? Ich hasse es, nicht mehr Fußball spielen zu können! Alles, was danach kommt, ist doch bullshit! Der ganze Trainermist, die Mädchen von der Stange, die dämlichen Auftritte bei irgendwelchen Quatschveranstaltungen und jetzt habe ich mich noch zu dieser furchtbaren Show hinreißen lassen...

»Lothar – immer am Ball«
Sie sehen ja an den Einschaltquoten, will kein Mensch sehen, warum auch?

Und was soll das Ganze dann? Der Trainermist, die Frauen von der Stange, die eigene Sendung?
Ich schreie um Hilfe, die ganze Zeit! Gebt mir meine Jugend wieder, meinen Vertrag bei Inter Mailand, die WM 1990! Gebt mir mein Leben zurück!

Und wenn das nicht funktioniert?
Bringe ich eben ein Album raus. Musik hatte ich noch nicht. Dann muss die Welt ja endlich reagieren...

Uwe Seeler über den HSV, Inter Mailand und seine heimliche Liebe

Uwe Seeler, warum sind Sie damals nicht zu Inter Mailand gewechselt?
Für eine Million Mark? Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Dafür haben wir uns in den goldenen sechziger Jahren nicht mal die Schuhe geschnürt!

Wir dachten, weil Sie den HSV so sehr lieben.
Den HSV? Jüngchen, das bleibt jetzt aber unter uns: Ich bin Werder-Fan, aber so was von. Hier, warten Sie, ich zeige ihnen die Raute an einer ganz speziellen Stelle. Kleinen Moment...

Herr Seeler, nicht!

Oliver Kahn über Vorbilder

Oliver Kahn, haben Sie eigentlich ein Vorbild?
Oh ja! Jens Lehmann, kennen Sie den noch? Ein echter Sportsmann, immer ein Ticken besser und talentierter als ich. Und wie der mit Druck umgehen konnte, sagenhaft! Der Jens weiß das auch, wir sind ja enge Freunde, seit er mir 1989 geholfen hat, die Haare zu blondieren. Toller Typ.

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Hinweis: Diese Interviews hat es nie gegeben, wird es nie geben und sind lediglich Produkt der etwas gestörten Fantasie des Autors, sind also durchaus als Satire zu begreifen.

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