Nach Benedikts Rücktritt: 12 Dinge über Fußballer und Päpste

Habemus Ball

Schock: Papst Benedikt tritt zurück! Wir erinnern an zwölf kuriose Fakten über Fußballer und Päpste. Mit dabei: Horst Hrubesch und das Victory-Zeichen, Pelé auf Hochzeitsreise und den fast heiligen Paul Breitner. Klose bei Benedikt XVI: 12 Dinge über Fußballer und Päpste

1. Fußballnarr im Vatikan

In seiner Kindheit spielte der kleine Karol Wojtyła (Spitzname »Lolek«) als Torwart auf den Bolzplätzen seiner Heimatstadt Wadowice. Seine Fußballbegeisterung blieb er sich auch noch in seiner Rolle als Papst Johannes Paul II treu. Einst Fan von KS Cracovia, hatte es ihm später der FC Barcelona angetan, bei dem er ebenso Ehrenmitglied war wie bei Schalke 04. Dort hatte sich seinerzeit die renitente Vereinslegende Charly Neumann bei der Papstmesse im Parkstadion (vor 100.000 Zuschauern) an allen Bodyguards des heiligen Vaters vorbeigeschlichen und Johannes Paul höchstpersönlich die Hand aufgelegt. Zitat Neumann: »Ich ernenne Sie zum Ehrenmitglied unseres Vereins!« Der Papst lächelt nur und wurde fortan unter der Mitgliedsnummer 00800200 geführt.

2. Der Theoretiker

Weniger begeistert vom runden Leder zeigt sich sein Nachfolger Joseph Ratzinger, alias Benedikt XVI. Er nähert sich dem Fußball eher auf seine ganz eigene, theoretische Art und Weise. In einer Reflexion über die Fußball-WM spricht er von einem »Tun, das ganz frei ist, ohne Zweck und ohne Nötigung, und das dabei doch alle Kräfte des Menschen anspannt und ausfüllt«. Er erkenne im Fußball einen Zweck der Züchtigung des Menschen, »so dass er durch Training die Verfügung über sich gewinnt, durch Verfügung Überlegenheit und durch Überlegenheit Freiheit.« Der größte Fußballfan des Vatikans Kurienkardinal Tarcisio Bertone zeigte sich trotz dieser wenig fannahen Aussagen begeistert über Ratzingers Wahl: »Die Kirche hat ihren Beckenbauer gefunden!« Benedikt XVI. sei »wie ein zurückgezogener Regisseur, der aber lange Pässe in die Tiefe schlagen kann«. Nun ja.

3. Fußballgene

Ratzinger hätte jedoch beste Voraussetzungen, um den Fußball ganz für sich zu entdecken. Über ein paar Ecken ist er mit Paul Breitner verwandt. Da müssten die Gene doch in der Familie liegen. Aber zugegeben, es sind doch recht viele Ecken: Der Bruder des Großvaters des heutigen Papstes war mit einer Frau verheiratet, die wiederum mit dem Großvater mütterlicherseits von Breitner verwandt war. Wer da noch den Durchblick behält, versteht auch Breitners gelassenen Kommentar zur heiligen Familienberbindung: »Die Tatsache, dass ich mit ihm verwandt bin, stimmt, und weiter will ich nichts unternehmen.«

4. Angehimmelt

Fußball-Nationalstürmer Helmut Haller wurde mit dem Team des FC Bologna samt Familien zu einer Privataudienz beim Papst geladen. Vor einem Spiel gegen Lazio Rom war das Treffen von Klubpräsident Goldoni arrangiert worden. Bezüglich seiner Fußballkenntnisse zeigte sich Paul VI. jedoch bescheiden: »Wir freuen uns, Italiens Meistermannschaft begrüßen zu können, doch vom Fußball verstehen wir nichts. Wir sind weder Fußballfans, noch Zuschauer, doch ab und zu verfolgen wird den Sport in der Zeitung. Wir wissen nur, dass es bei einem Fußballspiel einen Torwart gibt«. Nach der 25-minütigen Visite war Haller wie beseelt. Zu seiner Frau Waltraud sagte er »Hast du die schönen Augen vom Papst gesehen? Direkt himmelblaue Augen.« Lechz.

5. Brüder im Geiste

Auf seiner Hochzeitsreise durch Europa 1966 wurden auch Pelé und seine Frau von jenem Paul VI. empfangen. Der zog auch gleich einen interessanten Vergleich: »Ich habe schon viel von Ihnen gehört. Sie sind der beste Fußballspieler. Sie stehen immer im Blickpunkt der Öffentlichkeit, Sie haben praktisch kein Privatleben – ich möchte sagen, meine Stellung ist mit Ihrer insofern fast zu vergleichen.« Amen.

6. Wer ist der Boss?

Als Nationaltrainer führte Jack Charlton Irland zur ersten WM-Teilnahme 1990 nach Italien. Der kauzige Charlton, der bei Pressekonferenzen regelmäßig eine Zigarette schnorrte und das Gespräch beendete, wenn er die Kippe ausgedrückt hatte, war bei Medienvertretern unbeliebt, aber für die Fans der Größte. Selbst Johannes Paul II. hatte da keine Zweifel. Während einer Audienz sagt er zu Charlton: »Ja, ich weiß, wer Sie sind. Sie sind der Boss.«

7. Gipfeltreffen

Papst Benedikt XVI. empfing einst den Nächsthöchsten zum Gipfeltreffen der besonderen Art – Kaiser Franz Beckenbauer. Im Anschluss zeigte sich der weltliche Herrscher unterwürfiger als gewohnt: »Dies war einer der bewegendsten Momente in meinem Leben. Es ist ein Erlebnis, mit einem Papst über Fußball sprechen zu dürfen.« Auch Rudi Völler war bei der Audienz im Vorfeld der WM 2006 zugegen. Sie schenkten dem Papst einen Wimpel, Benedikt XVI. bedankte sich mit dem Versprechen, sich alle wichtigen Spiele der WM anschauen zu wollen. Ob Beckenbauer im Helikopter angereist war, ist nicht bekannt.

8. Keine Freunde

Dass nicht jeder bei einem Treffen mit dem Papst vor Begeisterung entzückt ist, bewies Jürgen Klinsmann. Bei einer Audienz für seinen damaligen Verein Inter Mailand erhielt jeder Spieler eine Segnung per Handschlag, nur Protestant Klinsi versteckte sich hinter seinen Kollegen. Die Bild tietelte entsetzt: »Skandal! Klinsmann verweigert Handschlag.« Kein Wunder, das sie ihn einst im erzkatholischen Bayern vom Hof jagten.

9. Der Vatikan und die FIFA

Hochtrabende Fußballpläne gab es im Vatikan schon einige. 1982 wollte der Stadtstaat Mitglied der FIFA werden. Es gab bereits erste Gespräche zwischen Salvatore Pappalardo, Vizedirektor des Radio Vatikan und FIFA-Vize Dr. Franchi. Einer Aufnahme stand von FIFA-Seite wohl nichts im Wege: »Wenn ein offizieller Antrag kommt, kann der Vatikan ohne Probleme aufgenommen werden«, erklärte Franchi. Nun muss nur noch der Vatikan sein OK geben. Das kann allerdings schon mal mehrere Jahrhunderte dauern.

10. 1. FC Vatikan

Wenn schon kein eigenes Nationalteam, dann wenigstens eine Mannschaft in der Serie A, dachte sich Kurienkardinal Tarcisio Bertone und plädierte einst dafür, eine Fußballmannschaft aufzustellen, die mit Inter Mailand oder dem AS Rom mithalten könne. Der Kirchenmann schlug unter anderem vor, dass junge Brasilianer, die an römischen Priesterschulen studierten, in dem Team mitspielen könnten. Riecht nach Sportstipendium für ausrangierte Brasilianer.

11. Unchristliche Methoden

Jahr für Jahr kämpfen rund ein Dutzend Mannschaften um die Vatikan-Meisterschaft. Dabei spielen die »Schweizer Garden« gegen die Museumswächter oder Postbeamten. Mit unlauteren Methoden versuchte sich die Mannschaft des Personalamtes Vorteile zu verschaffen. Mehrfach schon soll es vor entscheidenden Spielen vorgekommen sein, dass das Amt Vatikanangestellte zu »unaufschiebbaren Arbeiten« abordnete - zufällig handelte es sich dabei jeweils um die Spitzenspieler des nächsten Gegners.

12. Heiliger Beistand

Legendär auch die Geschichte um Horst Hrubesch, die Ex-Nationaltrainer Jupp Derwall in seiner Biographie preisgab: »Hrubesch kam zu mir nach dem Frühstück und fragte mich, ob er für zwei  Stunden in die Stadt gehen könne. Ich erlaubte es, weil ich ihn als korrekten Menschen kannte.« Komischerweise hatte das Kopfballungeheur schon zuvor mehrfach um Stadturlaub gebeten, um genau zu sein: jeden Morgen. Einen Tag vor dem Endspiel gegen Belgien kam Hrubesch dann mit einem strahlenden Lächeln zu Derwall und rief: »Trainer, ich habe ihn gesehen! Ich habe den Papst gesehen, ganz aus der Nähe.« Damit nicht genug. Hrubesch berichtete später wie es weiterging: »Auf der Audienz hat der Papst plötzlich in unsere Richtung gewunken und zwei Finger wie zum Victory-Zeichen gehoben. Ein Hamburger Journalist hat damals gesagt: 'Horst, das heißt: du sollst zwei Dinger machen.'« Gesagt getan: Hrubesch traf im EM-Finale doppelt und machte Deutschland zum Europameister. Der Journalist brüllte auf der anschließenden Feier enthemmt: »Siehst du Horst, der Papst lügt nicht.«

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