Nach Bayerns Geisterfahrt in Frankfurt

Ein Hoch auf unsern Busfahrer!

Weil sie auf dem Weg zum Frankfurter Stadion die Gegenfahrbahn benutzte, klagt die Frankfurter Polizei nun gegen Bayerns Busfahrerin Sandra König. Die skurillsten Momente von Fußballern und Busfahrern! Nach Bayerns Geisterfahrt in Frankfurt

Franz Beckenbauer

Wenig kaiserlich, was sich Franz Beckenbauer 1974 im WM-Trainingslager von Malente leistete. Des Lagerkollers scheinbar überdrüssig, versuchte der Münchener mit dem Mannschaftsbus in die Freiheit zu fliehen. Die Fahrt endete an einem riesigen Findling vor den Toren der Sportschule. Beide Türen gingen zu Bruch, DFB-Busfahrer Walter Kohr behob den Schaden notdürftig mit Draht.

[ad]

Felix Magath

Good old Quälix hat ein ganz besonderes Verhältnis zur Busfahrer-Gilde. Beim HSV ließ der Disziplinfanatiker einst sogar den Mannschaftsbus warm fahren: Um Motorproblemen beim Kaltstart zu entgehen, wurde Busfahrer Jürgen Ahlert angewiesen, das Gefährt eine halbe Stunde vor Abfahrt auf der Autobahn in die notwendigen Temperaturbereiche einzufahren. Jahre später in Wolfsburg präsentierte sich Großverdiener Magath von seiner geizigen Seite: Der italienischstämmige VfL-Lenker Guido Vicinetto sollte nicht nur den Mannschaftstransport sicher durch die niedersächsische Tiefebene lotsen, sondern auch den beiden Neuzugängen Andrea Barzagli und Christian Zaccardo Deutsch-Nachhilfestunden geben. Che bello!

Mario Basler

Knallhart analysierte Mario Basler jahrelang für die »Bild«-Zeitung und machte auch vor gewagten Thesen nicht halt. Doch als er sich gerade mit den Fans von Energie Cottbus verscherzen wollte, schnappte er sich die unschuldigen Busfahrer und benutzte sie als Schutzschild. Zitat: »Egal, ob man den HSV mag oder nicht: Der Dino Muss drin bleiben. Das ist nicht nur mein Wunsch, sondern auch der unser aller Bundesliga-Busfahrer!« Baslers Begründung: »Wenn wir 18 Klub-Kutscher fragen würden, wären doch 17 für Cottbus als Absteiger – und nicht dafür, dass die Klassenfahrt nach Hamburg mit Wellness-Blick auf Sylvie van der Vaart wegfällt.« Bleibt lediglich die Frage, wer oder was ein »Wellness-Blick« ist.

Horst Ehrmanntraut

Weil ihm sein Busfahrer bei der Frankfurter Eintracht einfach zu lange brauchte, um durch den dichten Verkehr zum Stadion zu kurven, kehrte Eintracht-Coach Horst Ehrmanntraut mit dem Besen aus Eisen – und entließ den Fahrer. Begründung: »Dauernd standen wir vor roten Ampeln!« Soll vorkommen.

Jan Simak

Riesenspaß, den sich 2002 die Busfahrer von Hannover 96 mit Stürmer Jan Simak erlaubten. Während der Tscheche tief und fest schlief, klatschten die Kutscher an der Tanke ab, Simak erwachte, als der Cheffahrer sich im Mittelgang an ihm vorbeizwängen wollte. Simak entsetzt: »Wer fährt denn jetzt?« Busfahrer lässig: »Na, der Autopilot!« Simak hetzte nach vorne, dann die Erleichterung. Busfahrer: »Wir haben herzlich gelacht.«

Bayer Leverkusen

Ebenfalls dramatische Szenen spielten sich 1999 bei einer Fahrt von Bayer Leverkusens Elitekicker zum Freundschaftsspiel beim hessischen Bezirksoberligisten Wachenbuchen ab. Beim IC-Bahnübergang in Hanau verhakte sich das Bus-Dach in der Schranke, mitten auf den Gleisen steckte das Bayer-Gefährt plötzlich fest. Co-Trainer Roland Koch brüllte: »Sofort raus! Wollt ihr alle sterben?« Bis auf Bankdrücker Zoran Mamic (»Ich habe noch Karten gespielt«) sprangen alle aus dem Bus, Torwart Adam Matysek wuchtete die Schranke hoch, der Bus kam rechtzeitig frei.

Bayern München

»Was passiert im Bayern-Bus?«, wollte eine Boulevard-Zeitung vor dem DFB-Pokalendspiel 1999 wissen und wagte einen Blick ins Münchener Heiligtum. Die Erkenntnisse: »Ali Daei schläft meistens, oder blättert in iranischen Zeitungen. Daneben der Jux-Tisch, hier witzeln Mario Basler und sein Kumpel Thorsten Fink um die Wette. Carsten Jancker wird oft am Kuchen-Buffet gesichtet. Neben Doc Müller-Wohlfahrth sitzt Einzelgänger Lizerazu (spricht kein Deutsch).« Informationen, die das Leben bereichern.

Bodo Ballermann

Zehn Jahre lang steuerte Horst »Bussi« Kück den Mannschaftsbus von Werder Bremen durch die Gegend, seine schönste Anekdote erzählte er einst der »Bild«: »Im Sommertrainingslager in Österreich begeisterte ich die Jungs mit dem Karnevalhit: `Der Uschi-Muschi-Walzer` von Bodo Ballermann und den Bumsköpfen.« Auszüge: »Am Montag mal von hinten, am Dienstag dann von vorn. Und am Wochenende streich ich meiner Muschi übers Fell.« Kück: »Die Jungs sind ausgeflippt! Nur Thomas Schaaf wusste nichts davon. Er ist immer im Gerätebus zum Training gefahren.« Gute Wahl.

Thomas Häßler

Wohl dem, der einen Weltstar in den eigenen (Bus-)Reihen sitzen hat. Die Reise zum UI-Cup-Spiel bei Bate Borissow wäre für 1860 München zu Beginn des Jahrtausends fast an der polnisch/weißrussischen Grenze zu Ende gegangen – der Löwen-Lenker hatte den Fahrzeugschein vergessen. Hektisch schnürte die Mannschaftsleitung daraufhin einen Präsentkorb bestehend aus einem Kasten Coca-Cola, Postern, Wimpeln – und einem Thomas-Häßler-Trikot. Die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

1. FC Kaiserslautern

Gar nicht so lustig wäre beinahe die Rückreise des krisengebeutelten 1. FC Kaiserslautern im Dezember 2002 aus Dortmund zu Ende gegangen. Auf der A3 in Richtung Bonn durchschlug bei voller Fahrt plötzlich ein 15 Zentimeter großes Eisenstück die Frontscheibe, Busfahrer Bernd Hollstein wurde am Kopf verletzt, konnte das Krankenhaus nach kurzer Behandlung allerdings wieder verlassen. Kerniger Kommentar des FCK-Mannes: »Wir dachten erst, dass auf uns geschossen wurde. Aber ich habe 30 Jahre geboxt, vielleicht bin ich deshalb so ruhig geblieben.«

Verwandte Artikel

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!