Muss man Cristiano Ronaldo vielleicht doch mögen?

Die Orgasmus-Vorstufe

Im Alleingang schoss Cristiano Ronaldo Portugal zur Weltmeisterschaft 2014 nach Brasilien und stellte damit einmal mehr unter Beweis, dass er derzeit das Maß aller Dinge ist. Aber ist es auch an der Zeit, dass man ihn wirklich mögen muss?

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Wenn Sätze mit der Floskel »Man muss ihn nicht mögen« eingeleitet werden, lassen sich zwei Dinge felsenfest voraussagen. Erstens: Es folgt eine Einschränkung. Zweitens: Der Absender dieser Worte hat nicht die Eier, seine ehrliche Meinung zu sagen. Weil er sich ein bisschen schämt, jemanden eben doch zu mögen, den man eigentlich nicht mögen muss. Nicht mögen sollte. Vielleicht sogar nicht mögen darf.

Nun fällt die Floskel »Man muss ihn nicht mögen« eigentlich immer, wenn es um Cristiano Ronaldo geht. Denn der Portugiese macht einem das mit dem Mögen nicht leicht. Sein Ego übersteigt die Grenzen des Ertragbaren um ein Vielfaches. Sein Leben gleicht eher einem Hollywoodfilm, denn dem eines Hochleistungssportlers. Jede seiner Bewegungen wirkt einstudiert wie das gezwungene Lächeln eines C-Promis beim Einzug ins Dschungelcamp. Ronaldo ist die Definition von aalglatt, gleich mehrfach chemisch gereinigt. Ein menschlicher Zuchtbulle. Sein Alabasterkörper bringt viele Frauen um den Verstand, und noch mehr Männer dazu, vor lauter Wut kleine Katzenbabys zu treten. Cristiano Ronaldo löst bei einem Teil der Fußballwelt Orgasmus-Vorstufen aus, bei dem anderen Ekel. Weil alles, was er tut, provoziert.

Er will doch nur geliebt werden

Das macht er nicht mit Absicht. Zumindest nicht immer. Und auch, wenn das nie jemand zugeben würde, macht er sogar auch ein bisschen neidisch. Weil er alles hat, was man niemals erreichen wird. Neid ist keine große Hilfe, wenn es darum geht, die Herzen von Fußballfans zu erobern.

Aber genau das will Ronaldo. Er will wie jeder Mensch geliebt werden. Von kleinen Kindern wie von erwachsenen Menschen. Von seinen Kritikern, von Offiziellen, wahrscheinlich sogar von der gesamten Tierwelt. Er will das Maximum und definiert sich deswegen über maximalen Erfolg, über atemberaubende Rekorde, über große Titel. Und er will nach 2008 noch einmal Weltfußballer werden. Nach drei zweiten Plätzen (2009, 2011, 2012) nimmt seine Jagd nach dem goldenen Ball mitunter tragische Züge an. Zuletzt machte sich sogar Fifa-Boss Sepp Blatter – einer der Wenigen, dessen Sympathiewerte noch unter denen des Portugiesen liegen – über Ronaldo lustig. In aller Öffentlichkeit. Es war eine Demütigung.

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