In München schläft kein Trainer ruhig
27.04.2009

In München schläft kein Trainer ruhig

Bayerischer Scheiterhaufen

Nicht nur Jürgen Klinsmann wird als Trainer des FC Bayern München kritisiert, auch seine Vorgänger hatten immer wieder Probleme mit ihrem Umfeld. Eine Liste von Branko Zebec über Otto Rehhagel bis Felix Magath.

Text:
J. Aumüller und J. Schmieder
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Imago
Seit Saisonbeginn steht Jürgen Klinsmann als Trainer des FC Bayern in der Kritik. Die Ergebnisse in der Bundesliga passen nicht zum Selbstverständnis des Münchner Vereins - und nun wartet ausgerechnet der FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League. Klinsmann ist nicht der erste Coach, der Probleme beim deutschen Rekordmeister hat - nur wenige gingen erst, als ihr Vertrag auslief. Hier sind die Vorgänger von Klinsmann, die mit Kritik umgehen mussten und schließlich entlassen wurden.



Branko Zebec (1.7.1968 - 13.3.1970)

Er trat die Nachfolge des legendären Zlatko »Tschik« Cajkovski an, der nicht nur zwei Mal den DFB-Pokal und den Europapokal gewann, sondern auch Sprüche wie »kleines, dickes Müller« und »Ich Lehrer für Fußball, nix für Deutsch« prägte. Cajkovski führte den FC Bayern zuvor aus dem Schatten von 1860 München, Zebec sollte nun eine Meistermannschaft formen.

Es gelang ihm: Erstmals seit 1932 konnte der FC Bayern im Jahr 1969 Deutscher Meister werden, wobei Zebec im Laufe der Saison gerade einmal 13 Spieler einsetzte. Die Münchner gewannen nicht nur die Meisterschaft, sondern auch den DFB-Pokal, was das erste Double in Deutschland seit 1937 (Schalke 04) bedeutete.

Danach gab es ein Szenario, das auch den jüngeren Fans des FC Bayern bekannt sein dürfte. Nach einer deutlichen Niederlage in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister (2:0 und 0:3 gegen St-Étienne) und durchwachsenen Ergebnissen in der Bundesliga wurde Zebec vorzeitig entlassen und durch Udo Lattek ersetzt.

Franz Beckenbauer berichtete später in seiner Biographie »Einer wie ich« von einem Zerwürfnis zwischen Zebec und den Starspielern des FC Bayern. Zebec feierte später noch mit dem Hamburger SV die Deutsche Meisterschaft.
Udo Lattek (14.3.1970 - 2.1.1975)

Udo Lattek ist den Fußballfans der jüngeren Generation wohl nur noch als Stammtisch-Experte des DSF bekannt. Dabei ist Lattek neben Giovanni Trapattoni der einzige Trainer, der alle drei Europapokale gewonnen hat. Und wohl die wenigsten wissen, dass der ehemalige Trainer auf ein abgeschlossenes Pädagogik-Studium verweisen kann - weshalb er als Experte gilt, wenn es um Fragen der inneren Dynamik einer Fußballmannschaft geht.

Lattek kam im März 1970 zum FC Bayern, seine Verpflichtung wurde kritisch beäugt, weil er über kaum Erfahrungen als Trainer verfügte. In Latteks erster Saison gewann der FC Bayern den DFB-Pokal und wurde Zweiter in der Bundesliga. Nach dieser Spielzeit verpflichtete Lattek Paul Breitner und Uli Hoeneß.

Der FC Bayern gewann danach drei Mal in Folge die Meisterschaft und im Jahr 1974 auch noch den Europapokal der Landesmeister. In die Geschichte ging dabei das Endspiel gegen Atletico Madrid ein, als Franz Beckenbauer seinem Kollegen »Katsche« Schwarzenbeck während der Verlängerung zugerufen haben soll: »Schieß einfach!« Schwarzenbeck schoss, traf und erzwang so ein Wiederholungsspiel, das der FC Bayern mit 4:0 gewann.

In der darauffolgenden Saison allerdings lief es nicht gut für den FC Bayern: Im DFB-Pokal schied die Mannschaft in der dritten Runde gegen den MSV Duisburg aus, in der Bundesliga belegte der FC Bayern zur Winterpause nur den zehnten Platz. Es gab ein Krisengespräch zwischen Lattek und dem Präsidenten. Lattek sagte später über den Gesprächsverlauf: »Ich sagte: Herr Neudecker, wir müssen etwas ändern.« Da sagte Neudecker: »Sie haben recht. Sie sind gefeuert.«
Dettmar Cramer (16.1.1975 - 30.11.1977)

Cramer konnte zwar die Bundesliga-Saison nicht mehr retten, gewann aber wie sein Vorgänger Udo Lattek den Europapokal der Landesmeister – und verteidigte ein Jahr später den Titel.

Noch heute rätseln die Fans des FC Bayern, ob Cramer nun in die Liste der gefeuerten Trainer gehört. Es war nämlich so: Nachdem die Münchner in der Saison 1976/77 65 Gegentore hinnehmen mussten, geriet Cramer mehr und mehr in die Kritik, vor allem die 0:7-Heimpleite gegen Schalke 04 wurmte die Verantwortlichen.

Dettmar Cramer, der später den Professoren-Titel von den Universitäten Tokio und Formosa ehrenhalber verliehen bekam, konnte auch in der folgenden Saison keine Erfolge feiern, weshalb sich der FC Bayern zu einem Tauschgeschäft entschloss: Cramer wechselte zu Eintracht Frankfurt, dafür kam der Frankfurter Trainer Gyula Lorant zu den Münchnern.
Gyula Lorant (2.12.1977 - 11.12.1978)

Gyula Lorant durfte gerade einmal ein Jahr beim FC Bayern bleiben, ehe er entlassen wurde. Seine sportliche Bilanz ist eher dürftig: In der Saison 1977/78 wurde er Zwölfter, in der Saison 1978/79 stand seine Mannschaft auf Platz sechs, als er entlassen wurde.

Von Lorant sind vielmehr seine Sprüche in Erinnerung geblieben. So soll er gesagt haben: »Der Ball ist rund. Wäre er eckig, wäre er ja ein Würfel.« Oder: »Bundesligaspiele sind keine russische Wahlen, bei denen immer gewonnen wird.«

Der Mannschaftsarzt des FC Bayern, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, erzählt folgende Geschichte über Lorant: »Wegen Gyula Lorant hätte ich beinahe aufgehört. Er hat mir mal erklärt, dass man einen herausgesprungenen Meniskus am besten mit der Eckfahne wieder reinhaut.«
Pal Csernai (12.12.1978 - 16.5.1983)

Eigentlich sollte Max Merkel Trainer des FC Bayern werden, er war der erklärte Favorit von Präsident Wilhelm Neudecker. Die Mannschaft jedoch lehnte Merkel wegen seines Rufs als knallharter Schleifer ab und forderte die Einsetzung des bisherigen Ko-Trainers Pal Csernai. Auf dem Rückflug von einem Auswärtsspiel soll es zu einer Abstimmung im Flugzeug gekommen sein – woraufhin Neudecker als Präsident zurücktrat, nachdem er als letzte Amtshandlung Csernai einen Vertrag anbot.

Csernai wagte es in seiner ersten vollen Saison als Trainer, beim Spiel gegen Frankfurt Stürmer Gerd Müller auszuwechseln. Er wurde zwei Mal in Folge Deutscher Meister und wurde für die Einführung des »Pal-Systems« respektiert, einer Art Raumdeckung in der Defensive.

Ein legendäres Spiel unter Csernai war das Finale des DFB-Pokals im Jahr 1982. Dieter Hoeneß verletzte sich nach einem Kopfballduell mit Alois Reinhardt, die Wunde wurde auf dem Spielfeld nur notdürftig versorgt. In der Halbzeitpause – es stand 2:0 für den FC Nürnberg - redete sein Bruder Uli auf ihn ein, dass die Mannschaft ihn brauchen würde. Dieter Hoeneß spielte weiter, der FC Bayern gewann mit 4:2, wobei Hoeneß das letzte Tor per Kopf erzielte.

Drei Tage vor dem Ende der Saison wurde Csernai dennoch wegen Erfolglosigkeit beurlaubt, Reinhard Saftig durfte die Saison beenden und wurde dann von Udo Lattek abgelöst.
Jupp Heynckes (1.7.1987 - 8.10.1991)

Es war ein unglaublich schweres Amt, das Heynckes am 1.7.1987 antrat: Udo Lattek war in den drei Spielzeiten zuvor Deutscher Meister geworden und stand in seiner letzten Saison als Bayern-Trainer im Finale des Landesmeister-Pokals (1:2 gegen den FC Porto). Lattek wurde somit der erfolgreichste Trainer der Bundesliga-Geschichte, in der Spielzeit 1984/85 gelang es ihm gar, vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer zu sein.

Heynckes musste den Umbruch verantworten, nachdem die Nationalspieler Lothar Matthäus, Andreas Brehme und Jean-Marie Pfaff den Verein verließen. Drei Dinge blieben in der Amtszeit von Heynckes in besonderer Erinnerung: Das Duell im »Aktuellen Sportstudio« mit Christoph Daum vor dem Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln. Der Kölner Trainer behauptete während des Gesprächs, eine Wetterkarte sei interessanter als ein Gespräch mit Heynckes. Der FC Bayern gewann das Spiel deutlich. Unter Heynckes erzielte Klaus Augenthaler das »Tor des Jahrzehnts«, als er im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt aus exakt 48,90 Metern das 1:0 schoss.

Legendär war auch das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister in der Saison 1990/1991, als der FC Bayern in der 90. Minute mit 2:1 führte und kurz vor dem Einzug ins Finale stand. Dann jedoch klatschte sich Torhüter Raimund Aumann einen hohen Ball selbst ins Tor, der FC Bayern schied aus. Manager Uli Hoeneß sagte auf die Frage eines Reporters, woran es denn nun gelegen habe: »Das haben Sie doch selbst gesehen, verdammt nochmal!«

In der Saison 1991/92 lief es in der Hinrunde nicht besonders für den FC Bayern, es setzte eine Niederlage in der zweiten Runde des DFB-Pokals und anschließend verlor die Mannschaft zu Hause gegen die Stuttgarter Kickers mit 1:4. Heynckes musste gehen, er wurde gebührend verabschiedet. Raimund Aumann sagte später, dass die Spieler Tränen in den Augen hatten, und Uli Hoeneß erklärte Jahre später, dass die Entlassung von Heynckes seine größte Fehlentscheidung gewesen sei.
Sören Lerby (9.10.1991 - 10.3.1992)

Er sollte eine durchwachsene Saison des FC Bayern retten – und startete denkbar unglücklich. Im Uefa-Cup setzte es eine der bittersten Niederlage in der Vereinsgeschichte, die Mannschaft unterlag in der zweiten Runde B 1903 Kopenhagen mit 2:6. Der FC Bayern unterlag in der Bundesliga im Olympiastadion unter anderem Borussia Dortmund (0:3), Dynamo Dresden (1:2) und Hansa Rostock (1:2). Auswärts setzte es Niederlagen gegen Kaiserslautern (0:4), Karlsruhe (0:3) und Hansa Rostock (1:2).

Es reichte am Ende nur zu einem zehnten Platz, der FC Nürnberg stand vor den Münchnern, und zum ersten Mal seit 1979 durfte der FC Bayern nicht an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen. Die Trennung von Sören (dänisch: Søren) Lerby war die logische Folge einer denkbar schlechten Saison für den FC Bayern.
Erich Ribbeck (11.3.1992 - 27.12.1993)

Kommt Ihnen das bekannt vor? Der FC Bayern spielt eine äußert erfolglose Saison, holt einen neuen Trainer und investiert Millionen in neue Spieler. Nein, wir sprechen nicht von einem Jahr des jetzigen Jahrtausends, sondern vom Jahr 1992. Erich Ribbeck wird Trainer beim FC Bayern, der Verein gibt 23,5 Millionen Mark für Spieler wie Thomas Helmer, Mehmet Scholl, Jorginho und Rückkehrer Lothar Matthäus aus.

In Erinnerung an diese Saison blieb vor allem die Aussage Ribbecks, nicht unbedingt Deutscher Meister werden zu müssen - womit er eindrucksvoll unter Beweis stellte, nicht besonders viel von der bajuwarischen »Mia san mia«-Mentalität zu halten. Am Ende der Saison wurde er tatsächlich nur Zweiter hinter Werder Bremen.

In der darauffolgenden Saison war es die Aufgabe von Ribbeck, den Meistertitel zu holen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde allerdings lag die Mannschaft – punktgleich mit dem MSV Duisburg – nur auf Platz zwei der Tabelle. Immer wieder wurde Ribbeck angefeindet, was letztlich dazu führte, dass er am 27. Dezember seinen Rücktritt erklärte. Es übernahm: Franz Beckenbauer. Der holte in der Rückrunde genauso viele Punkte wie Ribbeck in der Hinserie – nur war der FC Bayern plötzlich auf Platz eins in der Tabelle. Beckenbauer trat zurück, löste Fritz Scherer als Präsident ab und verpflichtete einen neuen Trainer.
Giovanni Trapattoni (1.7.1994 - 30.6.1995)

Nein, die erste Amtszeit von Giovanni Trapattoni auf der Bayern-Bank endete nicht, weil ihn die Spieler so sehr erzürnten, dass er all diese schönen Satzfragmente wie »Was erlauben Strunz?«, »Ware schwach wie eine Flasche leer« und »Ich habe fertig« von sich geben musste.

Das geschah erst in seiner zweiten Amtszeit – man vergisst das manchmal, weil sich diese Satzfragmente so anhören, als habe da einer gerade erst mit dem Spracherwerb begonnen und weil man noch im Ohr hat, wie die Bayern-Chefs Trapattonis zweite Bayern-Amtszeit mit den Worten einläuteten, der Italiener habe in der Zwischenzeit viel Deutsch gelernt.

Nun ja, zurück also zur ersten Trapattonischen Phase in München, bei der die Verantwortlichen wohl heute noch nicht so recht wissen, was sie mit ihr anfangen sollen. Im Pokal scheiterte der FC Bayern in der ersten Runde an der Spielvereinigung Vestenbergsgreuth, in der Bundesliga setzte es eine 1:5-Niederlage beim SC Freiburg. Im Olympiastadion unterlag der FC Bayern dem Karlsruher SC mit 0:1.

In der Champions League allerdings führte Trapattoni den FC Bayern ins Halbfinale - wo die Mannschaft im Rückspiel Ajax Amsterdam mit 2:5 unterlag. Nur weil Gladbach Pokalsieger wurde, schaffte der FC Bayern durch den sechsten Platz noch den Sprung in den Uefa-Cup - der von Franz Beckenbauer von diesem Moment an in den »Cup der Verlierer« umbenannt wurde.
Otto Rehhagel (1.7.1995 - 27.4.1996)

Als Otto Rehhagel am 1. Juli 1995 seinen Dienst antrat, jubilierte der Kaiser. Den besten und erfolgreichsten Trainer der Republik habe er nach München gelotst, freute sich Bayerns Präsident Franz Beckenbauer. Knapp zehn Monate später war die Freude dahin: Nach der 0:1-Niederlage in Rostock entließen die Münchner Rehhagel - und es übernahm für wenige Wochen der einzige Mann, der in der Welt von Franz Beckenbauer noch besser und noch erfolgreicher war als Otto Rehhagel, es übernahm Franz Beckenbauer selbst.

Dazwischen lag eine Zeit, in der die Öffentlichkeit dabei zuschauen konnte, wie Rehhagel gescheitert wurde. Während bei Rehhagels Amtsantritt noch »Otto find ich gut« als Motto galt, kamen bald die Vorwürfe: Er habe ein großes Manko an taktischem Wissen, sei zu konfliktscheu, könne seine Autorität nicht einsetzen wie in seiner erfolgreichen Zeit in Bremen, vernachlässige den konditionellen Zustand des Teams sowie die Nachwuchsarbeit, und vor allem: Er agiere einfach ungeschickt im Umgang mit all den Medien und mit all den Stars, die der FC Bayern so um sich versammelt hatte.

Die Mannschaft jedenfalls respektierte das selbsternannte »Kind der Bundesliga« wohl nie. Im September 1995 sagte Jean-Pierre Papin: »Das Problem ist der Trainer, ich brauche eine Erklärung, wenn ich nicht spiele. Aber er spricht ja nicht mit uns.« Im Oktober sagte Mehmet Scholl: »Wir spielen seit acht Wochen und haben noch immer keine Taktik.« Im November 1995 war dann Ciriaco Sforza an der Reihe: »Solche (taktischen) Sachen muss man trainieren, Pressing nach Ballverlust und den Gegner unter Druck setzen. Wenn wir eine große Mannschaft werden wollen, müssen wir das üben, das ist Sache des Trainings.«

All die Querschüsse, all die Beckenbauers, Hoeneß und Rummenigges, all die Matthäus, Helmers und Kahns, die Sforzas, Scholls und Herzogs, die Klinsmanns, Papins und Kostadinows, und dazu noch all die Bilds, AZs und kreischenden Teenie-Massen am Trainingszaun, das war nicht Rehhagels Welt, der sich in seinem überschaubaren Bremer Biotop mit Rune Bratseth, Wynton Rufer und dem Weser-Kurier vollkommen zu begnügen wusste.

Deswegen endete seine Zeit in München ziemlich rasch: Rehhagel bekam dennoch Genugtuung - ausgerechnet durch seinen alten Verein Werder Bremen, der nach 0:2-Rückstand noch 3:2 gewinnen konnte und so dem FC Bayern die Meisterschaft vermasselte.
Giovanni Trapattoni, zweite Amtszeit (1.7.1996 - 30.6.1998)

Was von der zweiten Amtszeit des italienischen Startrainers blieb? Zwei Begebenheiten: Am 10. Mai 1997 wechselte er beim Spiel gegen den damaligen Tabellenletzten SC Freiburg (0:0) nach 80 Minuten den Vertragsamateur Carsten Lakies ein. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, der Ausgewechselte war jedoch Jürgen Klinsmann. Der beschimpfte Trapattoni lauthals mit »vai a cagare« (»geh kacken«) und trat wutentbrannt auf eine Werbetonne ein.

Die zweite Sache? Nun ja, der Trainer hielt eine kleine Rede. Hier ist sie im Wortlaut:

»Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihnen Profi was sie sind. Ich lese nicht sehr viele Zeitungen, aber ich habe gehört viele Situationen: Wir haben nicht offensiv gespielt. Es gibt keine deutsche Mannschaft spielt offensiv und die Namen offensiv wie Bayern. Letzte Spiel hatten wir in Platz drei Spitzen: Elber, Jancker und dann Zickler. Wir mussen nicht vergessen Zickler. Zickler ist eine Spitzen mehr Mehmet e mehr Basler. Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab' gesagt? Danke. Offensiv, offensiv ist wie machen in Platz.

Ich habe erklärt mit diese zwei Spieler: Nach Dortmund brauchen vielleicht Halbzeitpause. Ich habe auch andere Mannschaften gesehen in Europa nach diese Mittwoch. Ich habe gesehen auch zwei Tage die Training. Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!

Haben Sie gesehen Mittwoch, welche Mannschaft hat gespielt Mittwoch? Hat gespielt Mehmet, oder gespielt Basler, oder gespielt Trapattoni? Diese Spieler beklagen mehr als spielen! Wissen Sie, warum die Italien-Mannschaften kaufen nicht diese Spieler? Weil wir haben gesehen viele Male solche Spiel. Haben gesagt, sind nicht Spieler für die italienische Meisters.

Strunz! Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt. Was erlauben Strunz? Letzte Jahre Meister geworden mit Hamann eh ... Nerlinger. Diese Spieler waren Spieler und waren Meister geworden. Ist immer verletzt! Hat gespielt 25 Spiele in diese Mannschaft, in diesem Verein! Muss respektieren die andere Kollegen! Haben viel nette Kollegen, stellen sie die Kollegen in Frage! Haben keinen Mut an Worten, aber ich weiß, was denken über diese Spieler!

Mussen zeigen jetzt, ich will, Samstag, diese Spieler mussen zeigen mich e seine Fans, mussen allein die Spiel gewinnen. Ich bin müde jetzt Vater diese Spieler, eh, verteidige immer diese Spieler! Ich habe immer die Schulde über diese Spieler. Einer ist Mario, einer, ein anderer ist Mehmet! Strunz dagegen egal, hat nur gespielt 25 Prozent diese Spiel! Ich habe fertig!«
Felix Magath (1.7.2004 - 31.1.2007)

Soll man die Ära eines Trainers, dem es zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga gelang, das Double zu verteidigen, tatsächlich als gescheitert bezeichnen? Felix Magath gewann in seiner ersten Saison als Trainer des FC Bayern sowohl Meisterschaft als auch den DFB-Pokal und konnte den Erfolg in der darauf folgenden Saison wiederholen.

Es waren wohl die Ergebnisse in der Champions League, die die Verantwortlichen stutzig werden ließen. In der Saison 2004/2005 scheiterte der FC Bayern im Viertelfinale am FC Chelsea (2:4/3:2), wobei das scheinbar knappe Ergebnis über die wahren Kräfteverhältnisse hinwegtäuschte. Eine Spielzeit später unterlagen die Münchner im Rückspiel des Achtelfinales beim AC Mailand mit 1:4 - was die Verantwortlichen wohl zu der Überzeugung kommen ließ, dass der FC Bayern international nicht konkurrenzfähig sei.

In der Saison 2006/07 bekam der FC Bayern dann auch in der Bundesliga Probleme. Zur Winterpause lag die Mannschaft auf Platz drei, am ersten Spieltag der Rückrunde gab es eine 2:3-Niederlage in Dortmund, vier Tage später ein 0:0 gegen Bochum. Die Verantwortlichen entließen Magath nach diesem Spiel und verpflichteten erneut Ottmar Hitzfeld.

Magath wurde Trainer beim VfL Wolfsburg und steht derzeit auf Platz eins der Tabelle. Vor dem Spiel gegen den FC Bayern erklärte er, dass ein Sieg eine »außerordentliche Genugtuung« wäre. Wolfsburg gewann das Spiel mit 5:1 – danach gab Magath den bescheidenen Sieger.
Ottmar Hitzfeld (1.2.2007 - 30.6.2008)

Nein, über die erste Amtszeit von Ottmar Hitzfeld beim FC Bayern darf man nichts Negatives sagen. Er führte die Mannschaft zwei Mal ins Finale der Champions League, 2001 gewannen die Münchner die Trophäe gegen den FC Valencia. Vier Mal wurde er Deutscher Meister.

Die erneute Verpflichtung von Hitzfeld am 1. Februar 2007 indes wurde von vielen Experten kritisch beäugt, da die Verantwortlichen den Trainer 2004 mit der Begründung entließen, er sei ausgebrannt gewesen. Franz Beckenbauer erklärte jedoch, dass Hitzfeld nun genug Zeit hatte, sich zu erholen und nun wieder fit sei für den Trainerposten beim FC Bayern.

Die Saison 2006/07 konnte Hitzfeld indes nicht mehr retten, die Mannschaft erreichte nur den vierten Platz in der Bundesliga. In der Sommerpause dann öffneten die Verantwortliche die »Schatzkiste« und investierten eine Rekordsumme von rund 70 Millionen Euro in den Umbau der Mannschaft – unter anderem wurden Franck Ribéry, Miroslav Klose und Luca Toni verpflichtet.

Ottmar Hitzfeld schaffte den Gewinn des Doubles, scheiterte im Halbfinale des Uefa-Cups jedoch deutlich an Zenit St. Petersburg. Nach dem 1:1 im Hinspiel schmerzte vor allem die 0:4-Niederlage beim späteren Gewinner des Wettbewerbs. Hitzfeld wurde als Verwalter kritisiert, er wechselte als Trainer zur Nationalmannschaft der Schweiz. Neuer Trainer beim FC Bayern: Jürgen Klinsmann. Ob dessen Zeit beim FC Bayern als erfolgreich oder gescheitert betrachtet wird, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen.

Dieser Artikel erschien in der aktuellen Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung"

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