25.02.2013

Mönchengladbach-Dortmund in der 11FREUNDE-Analyse

Schuld war nur Mario Götze

Wenig Torszenen, viel Taktik: Das Duell der beiden Borussias war zäher als ein alter Kaugummi. Schuld daran war Götzes Rolle als waschechter Stürmer und das mangelnde Risiko der Gladbacher. Die 11FREUNDE-Spielanalyse.

Text:
Tobias Escher
Bild:
Imago

Die Paarung Gladbach gegen Dortmund stand in den letzten Jahren für Fußball auf taktisch hohem Niveau. Auch an diesem Spieltag trafen zwei Teams aufeinander, die bestens eingestellt waren. Beide Teams traten in einem 4-2-3-1 an, das gegen den Ball zum 4-4-2 wurde. Wie so oft bei Duellen mit zwei gleichen Formationen entstand ein zähes Duell mit vielen Eins-gegen-Eins-Duellen im Mittelfeld. Gerade Gladbach versuchte von Beginn weg, die Anspielstationen für ihre Gegner zuzustellen.

Klopps Experiment: Götze als Stürmer

Vor dem Spiel hatte Jürgen Klopp ein Problem: Wen sollte er als Stürmer aufs Feld schicken? Mit Robert Lewandowski und Julian Schieber fehlten dem BVB beide Angreifer aufgrund von Sperren. Er entschied sich für Mario Götze – wohlgemerkt nicht als falsche, sondern als echte Neun. Grundsätzlich bringt Götze die Voraussetzungen für diese Rolle mit: Er verfügt über eine exzellente Technik und ist körperlich robust genug, um Bälle vor dem Gegner abzuschirmen. Auch mit dem Rücken zum Tor kann er den Ball vor seinen Gegenspieler abschirmen, um ihn daraufhin auf die Außen abzulegen.

Der Nationalstürmer vollführte seine neue Rolle gewissenhaft: Götze hielt seine Position im Sturm und ging nur selten auf die Flügel oder in die Tiefe. Die Aufgaben als Stürmer machte er gut, allerdings hatte das BVB-Spiel dadurch mit anderen Problemen zu kämpfen: Seine Kreativität aus der Tiefe fehlte dem Team merklich. Mit nur acht Pässen in Halbzeit eins war er kaum am Spiel beteiligt – nicht ungewöhnlich für einen Stürmer. Obwohl die Dreierreihe hinter ihm ständig die Positionen wechselte, konnte sie keine Impulse geben. Götze hing so in der Luft.

Zudem verlor der BVB mit ihm die Option, das Spiel mit einem langen Ball zu eröffnen oder aus dem Halbfeld zu flanken - mit seinen 1,76m ist Götze nun einmal nicht der Größte. Die Gladbacher zogen sich etwas weiter zurück als gewohnt, so dass Dortmund den Ball in den eigenen Reihen halten konnte; mit ihren Passstaffetten gewannen sie allerdings nur wenig Raum. Kein Wunder, schließlich waren ihre flachen Kombinationen extrem ausrechenbar.

 
 
 
 
 
12
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden