Mit Gladbachs Allesfahrern auf Zypern

»Eine Woche Sandstrand...!«

Wie geil ist eigentlich Europapokal auswärts? Ziemlich geil, befand unser Autor auf seinem Trip mit Borussia Mönchengladbach. Ein sonniger Reisebericht aus Zypern.

David Büchler

»Wir haben November. Und ich war im Meer. Ist das nicht geil?« Der junge Mann, der gerade erklären soll, was am Gladbacher Gastspiel auf Zypern so besonders ist, wankt schon leicht – und schielt während unseres kleinen Interviews auffällig häufig zur Cocktailtheke herüber. Seinen Ausführungen stimmen allerdings auch die anderen umherstehenden Fans ohne Umschweife zu: »Dieses Spiel ist das Highlight der Vorrunde.«

Dann stimmt der Cocktail-Liebhaber einen alten Fan-Klassiker an: »Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom…« Seine Kumpels steigen ein. Und irgendwann grölen knapp 50 Gladbacher Fans in Badehose und mit nacktem Oberkörper »Vielleicht nach Teneriffa eine Woche Sandstrand«. Tatsächlich ist es an diesem Novembertag eine der häufigsten Aussagen, die man zu hören bekommt. Sinngemäß sagen viele Gladbacher: Wie schön ist eigentlich das Fan-Dasein wenn man zu dieser Jahreszeit bei 25 Grad und Sonne pur am Strand sitzt.

»Nur der harte Kern!«

Die Borussia spielt in der Europa League gegen Apollon Limassol, aktuell Tabellenzweiter der zypriotischen Division A. Knapp 1.300 Gladbach-Fans haben sich auf den Weg in Richtung östliches Mittelmeer gemacht. »Zahlenmäßig geht da vielleicht sogar noch ein bisschen mehr«, konstatiert Borussias Fanbeauftragter Thomas Jaspers, fügt aber hinzu: »Diese Reise ist allerdings deshalb so besonders, weil sich hier nur der harte Kern unserer Allesfahrer-Szene trifft.«

Seit es für Mönchengladbach sportlich wieder deutlich bergauf geht, hat sich die Anhängerschaft entwickelt. Nicht selten begleiten den Verein mehrere tausend Fans. Das birgt nicht nur positive Aspekte. Ähnlich wie bei den Ligagrößen aus Dortmund oder Gelsenkirchen haben auch in Mönchengladbach längst einige Eventfans Fuß gefasst. Von denen ist auf Zypern allerdings wenig zu sehen. Stattdessen sieht der Gladbacher Fanbeauftragte Jaspers »fast ausschließlich bekannte Gesichter. Und das finde ich einfach nur klasse.«

Über Istanbul nach Zypern

Zusammen mit dem Fanprojekt Mönchengladbach haben Jaspers und seine Kollegen aus der Fanbetreuung einen Fanflieger“ organisiert, der 180 Anhänger zum Spiel chauffierte. Organisation und Reise klappten hervorragend. Am Donnerstagmorgen ging es von Düsseldorf los, nach einer Übernachtung folgte die Abreise. Alle anderen Anhänger reisten individuell an – auf abenteuerlichsten Wegen über Rom, Budapest oder Wien. Oder Istanbul.

Das taten Tim Paulußen und Katja Peters. Die beiden Fans, die zu jedem Heim- und Auswärtsspiel aus der Nähe von Goslar anreisen, sind über die Türkei nach Zypern eingereist – in den zypriotisch-türkischen Teil der Insel. Per Mietauto ging es dann nach Nikosia und dort über die Grenze. »Der Linksverkehr und die angeblich so strenge Grenze bereiten einem im Vorfeld schon erstmal Bauchschmerzen«, sagt Paulußen. Letztlich klappte alles hervorragend.
Die ganz eigene Party.

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