Milan den Mailändern
19.07.2008

Milan den Mailändern

A Country For Old Men (1)

Vor 20 Jahren wurde Silvio Berlusconis AC Mailand zum ersten bösen Superklub. Heute sieht das ganz anders aus. Milan ist eine kuschelige Großfamilie, in der auch betagte Profis ihr Auskommen haben, wenn sie über die richtigen Beziehungen verfügen.

Text:
Henrik Ystén
Bild:
Imago
Filippo Inzaghi, 34, parkt seinen weißen Geländewagen auf dem Kiesweg. Vor dem Haus steht der 35-jährige Torwart Željko Kalac, in der Bar bestellt der 37-jährige Cafu einen Espresso. Es ist Montagnachmittag, die Sonne scheint über Milanello – dem Trainingsgelände des AC Mailand nördlich der Stadt – und die Spieler bereiten sich für das Achtelfinale der Champions League gegen Arsenal vor, eine Mannschaft, die von der englischen Presse »Wenger’s young guns« betitelt wird.



Im Presseraum eine Etage tiefer stellt sich Trainer Carlo Ancelotti den Journalisten: Wie kann Arsenal dem Druck auf San Siro standhalten? Wie kann Milan mit Arsenals Tempo mitgehen? Das erste Spiel im Emirates Stadium endete 0:0. »Ein 0:0 ist ein spezielles Ergebnis vor einem solchen Spiel«, sagt Ancelotti. »Wir müssen alles richtig machen, intelligent spielen, Geduld haben und die Kontrolle gewinnen.« Ein italienischer Journalist hebt die Hand und meint: »Milanello ist in Anlehnung an den letzten Film der Coen-Brüder ›A Country For Old Men‹ genannt worden. Glauben Sie ernsthaft, im Mai nach Moskau zu fahren und sich den Fußball-Oscar holen zu können?« Ancelotti lacht: »In unserem Alter bezeichnet man sich nicht so gerne als alt, man bevorzugt den Begriff Routinier. Aber wir werden alles tun, um ins Endspiel zu kommen.«

Milans Trainer verlässt das Podium und geht die Treppe zum Café hinauf. Alles ist in Rot, Schwarz und Weiß gehalten, die Wände sind geschmückt mit Pokalen und Fotos mit Spielern in Siegerposen. Ancelotti setzt das Gespräch mit den Journalisten in kleiner Runde fort. Nach und nach kommen die auf das Training wartenden Spieler dazu. Ich stelle mich an die Espressobar und betrachte das aktuelle Mannschaftsbild. Zu sehen sind Massimo Ambrosini, in seiner vierzehnten Saison bei den Profis, der 36-jährige Serginho, der 36-jährige Favalli und Emerson, der erst 32 ist, aber schon aussieht wie mindestens 47. Wenn nicht der Trainerstab in der mittleren Reihe weiße Shirts statt der rotschwarz-gestreiften Trikots anhätte, wäre es schwer, inmitten all der Herren in ihren besten Jahren die Spieler von den Trainern zu unterscheiden. In der linken oberen Ecke posiert Ibrahim Ba, 35. Vor drei Jahren saß er bei Djurgårdens Stockholm fast nur auf der Bank. Was zum Teufel hat der hier zu suchen?

Manchmal wurden Spieler geholt, weil man sie nicht als Gegner wollte

Silvio Berlusconi hat den AC Mailand im März 1986 gekauft. Damals hatte der Verein die Serie A seit 1979 nicht mehr gewonnen. Mit Berlusconi begann eine neue Ära. Man umwarb einheimische Stars wie Roberto Donadoni und Daniele Massaro, und für die folgende Saison wurden die holländischen Superstars Marco van Basten und Ruud Gullit eingekauft. Der Erfolg stellte sich sofort ein. 1988 holte Milan den Scudetto, im Jahr darauf gewann man die Champions League. Doch damit gab sich der Klub nicht zufrieden, Geld spielte keine Rolle. Am laufenden Band wurden namhafte Spieler verpflichtet, meist, weil sie in der Mannschaft gebraucht wurden. Manchmal, weil man sie nicht als Gegner haben wollte. Trainer Arrigo Sacchi war einer der Ersten, der seinen Kader rotieren ließ, damit das Team die ganze Saison überstand. Berlusconi wiederum scheute sich nicht zu sagen, dass Fußball für ihn ein Geschäft sei – der Verein, sein Medienimperium und die politische Karriere, alles ging Hand in Hand. Linke begannen, den Rechtspopulisten Berlusconi und sein Milan zu hassen. Die Gegner hassten den fast unschlagbaren AC und seine reichen Eigentümer. Der Klub spaltete die Leute: Es war eine fantastische Fußballmannschaft, aber es war auch ein zusammengekaufter Haufen, bei dem Superstars auf der Bank saßen, anstatt die Zuschauer auf den Rängen zu unterhalten. Kurzum, der AC Mailand war der Beginn einer neuen Ära im Fußball.

Das alles ist 20 Jahre her. Heute wirkt Milan nicht mehr ganz so frisch. In einem Ligaspiel gegen Siena hatte die Startelf neulich ein Durchschnittsalter von 33 Jahren. Trainer Ancelotti und seine Assistenten Tassotti und Costacurta sind allesamt ehemalige Milan-Spieler, und einer ihrer ehemaligen Kollegen ist noch immer aktiv. Paolo Maldini absolvierte 1985 sein Debüt in der ersten Mannschaft und ist seitdem dem Verein treu geblieben. In einem Interview hat er erzählt, dass er morgens immer zuerst nach dem Wetter schaut. »Das ist das Wichtigste für mich. Wenn es regnet, bekomme ich Gliederschmerzen«, gestand der bald 40-Jährige ein. Als die Presse im vergangenen Sommer über die neuesten Transfers berichtete, konnte man lesen, dass Juventus Vicenzo Iaquinta von Udinese umwarb. Inter holte sich Cristian Chivu von der Roma, die wiederum Ludovic Giuly vom FC Barcelona verpflichtete. Beim AC Mailand standen am Ende zwei Namen auf dem Zettel: Kakás kleiner Bruder Digão. Und Ibrahim Ba.

Ich frage Alberto Costa, den Mailand-Experten der Zeitung »Corriere della Sera«, was eigentlich mit dem Champions-League-Sieger von 2007 los ist. Der Verein, der einst für Zukunftsvisionen stand, scheint sich nun zumeist an der Vergangenheit zu orientieren. Costa wundert das nicht: »Milan hat die gleiche Führungsriege wie vor 20 Jahren. Man sagt nicht umsonst ›Il Milan ai Milanisti‹ – Milan den Mailändern. Es war Vizepräsident Adriano Galliani, der diesen Ausdruck geprägt hat.« Als der AC Mailand im letzten Jahr im Champions-League-Finale gegen Liverpool in Athen antrat, erreichte Galliani unmittelbar davor ein Brief, in dem stand: »Wer wie ich das Glück gehabt hat, in Milans Familie zu leben, vergisst dies nicht und hört nie auf, sich als ein Teil davon zu fühlen. Deshalb will ich dich, den Präsidenten, Carlo und alle Jungs wissen lassen, dass ich bei euch bin in Athen.« Der Brief, der auf der Homepage des Vereins veröffentlicht wurde, war unterschrieben mit »Euer lieber Freund Manuel Rui Costa«. Er ist nicht der Einzige, der öffentlich seine Liebe zum Klub bekundet. Als Kaká seinen Vertrag bis 2013 verlängerte, sprach er davon, sein »ganzes Leben lang Rossonero« sein zu wollen. Und als Carlo Ancelotti einen Kontrakt bis 2010 unterschrieb, sagte er: »Ich bin immer mehr mit der Milan-Familie verwachsen. Zwischen uns existiert eine Bindung, die weit über das Berufliche hinausgeht.« Vizepräsident Galliani, eine der Schlüsselfiguren des italienischen Manipulationsskandals von 2006, assistierte: »Wir haben unseren ersten Vertrag mit Carlo 1987 unterzeichnet. Nun sind 20 Jahre vergangen, und er ist ein fester Bestandteil der Mailänder Familie geworden. Mit diesem Vertrag nähern wir uns der Silberhochzeit.«

Familie. Dieses Wort kommt, sobald ein Milanista den Mund aufmacht. Und Familienmitglieder enttäuscht man nicht. Alberto Costa glaubt, dass viele Außenstehende das Festhalten an Ancelotti nicht verstanden hätten, als Milan das Champions-League-Finale 2005 nach einer 3:0-Führung gegen Liverpool noch verlor. »Ich bezweifle, dass irgendein anderer Verein so gehandelt hätte«, sagt Costa und weist darauf hin, dass es hier eher die Regel denn die Ausnahme sei, dass verdiente Spieler nach der Karriere eine neue Aufgabe im Verein übernehmen. »Berlusconi und Galliani meinen, dass diese Personalpolitik erfolgreich ist, weil sie dazu beiträgt, das Gemeinschaftsgefühl der Spieler zu stärken. Sie können sich als Hauptfigur in einem Abenteuer fühlen, einem Projekt, einer Idee.« Ich frage, welche Rolle jemand wie Digão dabei spielt. Kakás kleiner Bruder hat nur ein Pflichtspiel in der ersten Mannschaft absolviert, im Pokal kurz vor Weihnachten gegen Catania. Ihm unterliefen zwei Fehler, die zu den beiden Gegentoren bei der 1:2-Niederlage führten. Costa hat das Spiel gesehen: »Digão ist wirklich kein toller Abwehrspieler, dennoch wird er wie ein großer Star bezahlt. Um Kakás Gehalt auszurechnen, müsste man eigentlich hinzunehmen, was der AC Mailand jeden Monat an seinen Bruder bezahlt.«

Auf dem Trainingsgelände in Milanello versammeln sich die Spieler im Mittelkreis. Am Hauptgebäude hinter mir hängt ein riesiges Foto der Mannschaft, die im letzten Jahr die Champions League gewann. Der Text »Al settimo ciello« – im siebten Himmel – signalisiert, dass es der siebte Triumph beim bedeutendsten Vereinswettbewerb der Welt war. Ibrahim Ba joggt Seite an Seite mit Daniele Bonera über das Spielfeld. Costa sagt: »Wenn die Geschichte mit Digão merkwürdig ist, ist die mit Ba noch viel merkwürdiger. Offiziell ist er ein Teil des Teams, praktisch ist er es nicht. Ancelotti hat ihn noch nie spielen lassen, nicht einmal in den unwichtigsten Partien.« Als Ibrahim Ba im letzten Sommer wieder zum AC Mailand stieß, gab es unter dem Pseudonym »dejan69« einen Eintrag auf der Website goal.com: »Das hier ist absurd und es bringt mich zum Lachen, aber ich mag ›Ibou‹. Ich werde nie vergessen, wie er auf der Bank feierte, als wir den Scudetto mit Zaccheroni gewannen. Ein wirklicher Rossonero.« Das Pseudnoym »Filippo« antwortete: »Was ist mit Seedorfs Koch passiert?« Er bekam keine Antwort.

Ein Experiment, um zu sehen, was ein Mensch schaffen kann

Der Mann, den er meinte, war Harvey Esajas, geboren 1974 in Amsterdam, ein guter Freund von Clarence Seedorf und einer derjenigen, die in den letzten Jahren für Stirnrunzeln bei den Milan-Fans gesorgt haben. Harvey und Seedorf lernten sich bereits in ihrer Jugend im Nachwuchsteam von Ajax kennen. Beide hatten Eltern, die aus Surinam kamen. Harvey, der »der neue Rijkaard« genannt wurde, war der Bessere der beiden und ging schon als
18-Jähriger fort, als ihm Ajax nicht sofort eine Chance in der ersten Mannschaft gab. Er wechselte zu Feyenoord. Dort geriet er in eine Schlägerei während eines Testspiels, die als »Helderse-Skandal« in die niederländische Fußballhistorie eingegangen ist, zog weiter nach Groningen und dann zu ein paar kleineren holländischen Klubs. Als Seedorf, der inzwischen nach Madrid gegangen war, ihm einen Platz in der Reserve von Real verschaffte, zögerte Harvey nicht. Das war 1999. Real hatte gerade die Champions League gewonnen und Harvey gelang es nicht, sich gegen die harte Konkurrenz durchzusetzen. Stattdessen machte er sich selbständig, zuerst mit einem Nachtclub, der »Metropolis« hieß, dann mit einem Antiquariat. Er nahm auch einen Job beim Zirkus an, wo er Zelte abbaute und in der Bar arbeitete. Harvey rauchte zwei Schachteln Zigaretten am Tag und genoss das Leben. Als der Zirkus dichtmachte, wurde er Touristenführer in Madrid.

Im Januar 2004 rief Seedorf wieder an. Er hatte mittlerweile beim AC Mailand angeheuert und schlug vor, Harvey solle vorbeikommen und sich das Derby gegen Inter ansehen. Als der pensionierte Zirkusarbeiter auf dem Flughafen landete, brach es aus Seedorf heraus: »Oh Gott, du bist ja fetter als je zuvor!« Harvey wog 120 Kilo und hatte seit drei Jahren nicht mehr Fußball gespielt. Nach ein paar Tagen in Milanello sagte er: »Mann, Clarence, dass man als Fußballer so leben kann, hätte ich nie gedacht. Ihr unternehmt etwas miteinander, ihr trefft euch mit euren Kindern, ihr seid wie eine große Familie. Wenn ich so etwas erlebt hätte, hätte ich vielleicht weiter Fußball gespielt. Braucht ihr nicht noch jemanden in eurer Mannschaft?« Seedorf nahm den Scherz ernst und fragte Ancelotti, ob es einen Provinzklub gäbe, der sich eignen würde. Der Mailänder Trainer antwortete, dass Harvey mit Milans Nachwuchsteam trainieren könne, wenn er sich wirklich reinhängen würde.

Am nächsten Morgen kamen Mitarbeiter des Milan Lab, des vereinseigenen medizinischen Zentrums, und weckten ihn um halb sieben. Sie arbeiteten die Pläne für die nächsten Monate aus: früh raus jeden Morgen, Brei zum Frühstück und gedünstetes Gemüse zum Abendessen, fünf Stunden Training am Tag, kein Alkohol, keine Zigaretten. Für das Milan Lab war es ein Experiment, um zu sehen, was ein Mensch schaffen kann. Für Harvey war es eine Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Einige Nächte weinte er sich in den Schlaf, dann aber war er fest entschlossen, es Ancelotti zu zeigen. Nach vier Monaten wog er 85 Kilo.

Berlusconis Helikopter-Visiten in Milanello sind Legende

Als der Sommer kam, sagte Vizepräsident Galliani: »Wir wollen dir einen Vertrag für die erste Mannschaft geben.« Harvey antwortete: »Zum ersten Mal in meiner Karriere glaubt jemand an mich – und das ist ausgerechnet der AC Mailand. Wollt ihr mich auf den Arm nehmen?« Kurz darauf erzählte er Ancelotti, dass er sein Ziel erreicht hätte: dass er sich nicht mehr für den Schlechtesten in der Mannschaft hielt. Neugierig erkundigte sich der Trainer, wer schlechter sei. »Ich denke, es sind sogar zwei: Kaladse und Serginho.« Ancelotti lachte und sagte: »Okay, ich bin mir nicht sicher, ob ich der gleichen Meinung bin. Aber wenn du es so siehst, kann es nur gut sein.« Der Holländer fragte, ob er in der Reserve spielen dürfe. Ancelotti meinte, es wäre das erste Mal, dass ein Spieler der ersten Mannschaft mit einem solchen Wunsch zu ihm käme, und willigte ein. Nach einigen Partien, in denen Harvey gute Leistungen gezeigt hatte, gehörte er zum Kader der Ersten für das Pokalspiel gegen Palermo. Als 80 Minuten gespielt waren, sagte Ancelotti zu Harvey: »Mach dich warm, du kommst rein.« Harvey antwortete mit einem Lachen: »Sicher, Mister, sicher.« »Ich meine es ernst, du sollst als linker Außenverteidiger ran.« Ambrosini joggte vom Feld, auf der Anzeigetafel erschien ein Foto aus Harveys dicker Zeit, und das Publikum in San Siro geriet in Ekstase. Harvey hatte sieben Ballberührungen und machte nicht einen Fehler. Einmal dribbelte er vier Gegner aus, kam bis zur Grundlinie und schlug eine Flanke, die Jon Dahl Tomasson an die Latte köpfte. Bei jeder Ballberührung jubelte das Publikum, später lief er minutenlang Ehrenrunden.

Wenn ich jetzt über das Trainingsgelände in Milanello schaue, muss ich an Harvey denken. Nach Norden hat man einen Ausblick auf die schneebedeckten Alpen, eine halbe Stunde in Richtung Süden liegt eine der schönsten Großstädte Europas, und auf dem Spielfeld laufen die Stars herum und machen das, was sie am liebsten tun. Es ist ein Jungstraum, sich überhaupt nur in diesem Milieu zu bewegen. Wie es wäre, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein, kann ich mir noch nicht einmal vorstellen.

Eine Familie, in der jeder weiß, wer der Patriarch ist

Der Journalist Luigi Barzani hat in den 60ern eine Kulturstudie über die Italiener verfasst. In seinem Buch »The Italians« schrieb er: »Die erste Quelle der Macht ist die Familie. Die italienische Familie ist eine Festung in einem feindlichen Land. Innerhalb ihrer Wände und bei ihren Mitgliedern findet das Individuum Trost, Hilfe, Rat, Rüstzeug, Darlehen, Waffen, Verbündete und andere Verbrecher, die ihm in seinem Streben zur Seite stehen. Kein Italiener, der eine Familie hat, ist einsam.« Das liest sich wie ein Manifest des AC Mailand. Nur so kann man auch begreifen, woher Silvio Berlusconis Führungsstil kommt. Der Präsident ist bekannt dafür, seine Organisationen lieber mit »Familienmitgliedern« als mit jungen Strebern aufzubauen. Es gibt viele Geschichten, die um Berlusconis Eigenheiten kreisen. Beim EU-Gipfel 2001 in Göteborg erhielten Mitarbeiter seines Stabes die Anweisung, zwei dicke Kissen auf seinem Stuhl zu platzieren, damit er nicht so klein aussah, er ist bekannt für rhetorische Entgleisungen (»Ich bin der Jesus Christus der Politik« oder »Mussolini war ein gutherziger Diktator«), und seine Besuche mit dem Helikopter in Milanello sind Legende. Da konnte es schon mal passieren, dass der Cheftrainer mitten in der Trainingseinheit vom Platz eilte, um Berlusconi persönlich zu begrüßen. In einer Familie, in der jeder jeden kennt, aber auch jeder weiß, wer der Patriarch ist, sind solche Merkwürdigkeiten leichter zu akzeptieren.

»Er hat viele alte Freunde in seinem Geschäftsimperium. Adriano Galliani etwa hat in seinem Unternehmen angefangen«, sagt der Schwede Thomas Nordahl, der drei Jahre alt war, als sein Vater Gunnar 1949 als Spieler zum AC Mailand kam. Als sie sieben Jahre später Mailand wieder verließen, hatte Thomas eine italienische Schule besucht, sich zum Maskottchen der Mannschaft entwickelt und Paolo Maldinis Vater Cesare als Babysitter gehabt. Er darf also als echter Milan-Experte gelten. »Wenn man über Berlusconi spricht, denken die meisten an den Politiker. Aber man sollte nicht vergessen, dass er ein richtiger Milanista ist, der zur Zeit meines Vaters in der Jugendmannschaft des Vereins gespielt hat. Im Grunde genommen ist er ein Riesenfan, und der AC Mailand gründet auf Kameradschaft. Man kümmert sich um die Seinen. Wenn ich nach Milanello gekommen bin und mich dafür entschuldigt habe, dass ich störe, haben sie geantwortet: ›Du störst nicht, dies ist dein Zuhause.‹«


Lest morgen den zweiten Teil unserer großen Milan-Story.

Nur Text
Nur Bild
 
 
 
 
 
 
Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden