24.09.2013

Michael Jackson wird abgerissen

Beat it, Fulham!

Nach zwei Jahren verschwindet die Michael-Jackson-Statue vor dem Craven Cottage. Endlich!, rufen die Fulham-Anhänger. Schade!, sagen die gegnerischen Fans.

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imago

Vor zwei Jahren hatte Mohamed Al Fayed eine ziemlich sonderbare Idee. Er errichtete vor dem Craven Cottage, direkt hinter dem Hammersmith Stand, eine Statue von Michael Jackson. Vor diesem altehrwürdigen Stadion, das von Archibald Leitch gebaut wurde und aus dessen Holztribüne eine über 120-jährige Geschichte atmet, wirkte sie wie eine eingeschweißte japanische Actionfigur neben einer sizilianischen Kapelle.
 
Die Fans der gegnerischen Teams spotteten jedes Mal, wenn sie zum Londoner Klub reisten, und die Fulham-Anhänger schämten sich, wenn sie erklären mussten, dass ihr Besitzer ein wenig seltsam ist. Nur konnten auch sie nicht erklären, was dieses verdammte Ding vor dem Tor eines Fußballstadions zu suchen hatte. Dort, wo normalerweise bronzefarbene Denkmäler an die Helden der Vereinsgeschichte erinnern. Wo Schalverkäufer und Meatpie-Verkäufer ihre Stände aufbauen. Wo es nach Bier, Sieg und Sensationen riecht, gewiss aber nicht nach »Moonwalk« oder Neverland.

»Wir sollten Al Fayeds Motive nicht hinterfragen!«
 
Al Fayed erklärte sich also. Er hatte die Statue errichten lassen, weil der »King of Pop« ein Freund von ihm gewesen sei. Irgendwann 1999 soll er sogar mal ein Spiel des FC Fulham besucht haben, es habe ihm gut gefallen. Al Fayed sagte: »Mir ist egal, was die Fans denken. Wem das nicht gefällt, soll zur Hölle fahren.« Doch weil die Fans weiter klagten, versuchte der damalige Trainer Mark Hughes die Gemüter zu beruhigen: »Wir sollten Al Fayeds Motive nicht hinterfragen, immerhin hat er viel für den Klub getan.« In seiner Amtszeit kamen Spieler wie Louis Saha, Dimitar Berbatov oder Bryan Ruiz. Fulham stieg von Dritten Liga in die Premier League auf und erreichte 2010 das Uefa-Cup-Finale.
 
Vor einigen Monaten hat Al Fayed den Klub allerdings verkauft. Der neue Besitzer heißt Shahid Khan. Der ist Pakistani und trägt einen außerordentlich dicken Oberlippenbart, der ihn aussehen lässt wie eine Figur aus einem Russ-Meyer-Film. Khan mag Fußball und American Football. Neben dem FC Fulham gehört ihm noch der NFL-Klub Jacksonville Jaguars. Reich geworden ist er durch den Verkauf von Auto-Ersatzteilen.
 
Neulich besuchte Khan den FC Fulham und machte den Deal mit seinem neuen Spielzeug perfekt. Dabei traf er sich natürlich auch mit Al Fayed, der ihm drohte: »Versprich mir, dass du die Statue stehen lässt, oder ich werde dir vor allen Fans deinen Moustache abschneiden.« Und weil Al Fayed nicht nur sonderbar ist, sondern auch um keinen Spaß verlegen, erschien er zu diesem Treffen mit einem unechten Oberlippenbart, der ihn zwar nicht aussehen ließ wie eine Russ-Meyer-Figur, dafür aber wie Asterix.

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