Messis Steuern, Neymars Transfer, Fifa-Strafe: Barca und der Imageschaden

Der Skandal-Klub

Diverse Skandale haben zuletzt den FC Barcelona erschüttert. Nach dem Transferverbot durch die Fifa steht das Heiligtum des Vereins in der Kritik: seine Nachwuchsförderung.

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Den Ausflug nach Madrid nutzte Josep Maria Bartomeu gleich für eine strategische Unterredung. In der spanischen Hauptstadt kämpft sein Klub, der FC Barcelona am heutigen Mittwoch bei Atletico um den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Aber für aktuell sportliche Belange dürfte Bartomeu im Moment kaum Muse haben. Der Präsident hat Wichtigeres zu tun.

Verstoß in mindestens zehn Fällen

Bartomeu traf sich gleich an zwei Tagen nacheinander mit Angel Maria Villar, dem Präsidenten des spanischen Fußballverbandes. Sie besprachen das weitere Vorgehen in einer undelikaten Angelegenheit. Vor einer Woche hatte der Weltverband Fifa beide, den FC Barcelona und den spanischen Verband, mit einer Strafe belegt, weil der katalanische Klub gegen die Transferregeln für Minderjährige verstoßen haben soll. Mindestes zehn Fälle vermutet die Fifa. Dabei geht es um Spieler aus Südkorea, Frankreich, Japan, Kamerun, Nigeria und den USA. Solange die Spieler nicht mindestens 16 Jahre alt sind, müssen laut Fifa bestimmte Voraussetzungen für einen Wechsel erfüllt sein. Die da wären: Die Eltern müssten ihren Wohnsitz schon vorher aus beruflichen Gründen nach Barcelona verlegt haben und der abgebende Verein dürfte nicht weiter als 50 Kilometer von Barcelona entfernt beheimatet sein. Außerdem hätte der Transfer zwischen Ländern der europäischen Union stattfinden müssen. In allen Fällen wurde vermutlich nicht ein einziges Kriterium erfüllt.  

Ter Stegens Wechsel droht zu platzen

Der spanische Verband wurde mit einer Geldstrafe belegt. Genau wie Barcelona. Nur darf der Verein darüber hinaus in den kommenden zwei Wechselperioden keine Spieler verpflichten. Ein schwerer Schlag, hatte Bartomeu doch zum kommenden Sommer eine Transferoffensive versprochen. Der alternde und verhältnismäßig dünn besetzte Kader lechzt nach einer Auffrischung. Neben mindestens einem Innenverteidiger sollte auch ein neuer Torwart kommen. Die Wahl fiel bereits auf Gladbachs Marc-Andre ter Stegen, doch ob der wirklich im Sommer wechseln darf, hängt davon ab, ob beide Seiten den Vertrag bereits vor der Sanktion durch die Fifa unterschrieben haben. Ist das der Fall, kann ter Stegen für Barcelona spielen. Weder der Torwart noch der Verein wollten sich bisher dazu äußern. Ter Stegen sagte nur: »Ich werde Gladbach auf jeden Fall nach der Saison verlassen.« Sein Berater Gerd vom Bruch wurde in Mundo Deportivo allerdings mit den Worten zitiert, dass ein Wechsel ter Stegens nach jetzigem Stand zu platzen droht. Barcelona hat seinem verletzen Stammtorhüter Victor Valdes, der den Klub eigentlich verlassen will, schon ein Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet.

Jedoch kann bezüglich der Sanktion noch viel passieren. Barcelona hat bereits Einspruch gegen die Strafe durch die Fifa eingelegt. Notfalls will man bis vor den europäischen Sportgerichtshof CAS ziehen. Nicht nur, um den Transferbann doch noch abzuwenden. Die Strafe durch die Fifa wurde in der Stadt empört zur Kenntnis genommen und als »unverhältnismäßig hart« bezeichnet. Klub und Medien wittern eine Verschwörung. Zumal den Untersuchungen der Fifa angeblich ein anonymer Hinweis vorausging. Bartomeu sagte auf einer Pressekonferenz: »Wir sind der größte Klub der Welt. Das passt anscheinend nicht allen. Ich habe schon länger das Gefühl, dass uns jemand Schaden zufügen will.« Ohne es auszusprechen, meinte Bartomeu wohl den großen Rivalen Real Madrid.

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