Meister der Herzen

Zu früh gefreut

Vier Minuten lang war den Schalkern nach dem Schlusspfiff ein Gefühl höchster Glückseligkeit gewährt worden. Sie wähnten schon die Fingerspitzen an der Meisterschale. Meister der Herzen 5:3 besiegten sie in einem rasanten Spiel die SpVgg Unterhaching und verfielen in  kollektiven Jubel als der Schlusspfiff ertönte. Nur weiter im Norden des Landes war eine Partie noch nicht zu Ende und kurze Zeit später war den Schalkern, als hätte der Teufel höchstpersönlich die Gewalt über die Leinwand im Parkstadion an sich genommen. Unerbittlich bezeugte sie das Freistoßtor, das Patrik Andersson gegen den HSV in der Nachspielzeit erzielt hatte und das dem FC Bayern München ein Unentschieden und somit den fehlenden Punkt zur deutschen Meisterschaft 2001 bescherte.

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Auch Co-Trainer Holger Gehrke, Nico van Kerckhoven, Oliver Reck und Frode Grodas steht das ungläubige Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Einige Minuten reichten aus, um die Skala der Emotionen voll auszureizen. Das voreilig gezapfte Riesenbier wirkt in den Händen des norwegischen Ersatztorhüters wie ein Fremdkörper und ein Mahnmal zugleich. Die Krone scheint aus Hohn und Spott zu bestehen, denn zum Feiern und Trinken ist hier niemandem zumute. Das muss auch der Fußballgott wissen, dem an diesem Tag in und um Gelsenkirchen und vielleicht sogar im Großteil des Landes jedwede Existenzberechtigung abgesprochen wurde. Dass dieses Spiel auch das letzte im Parkstadion sein sollte, in dem die Schalker seit 1973 ihre Heimspiele austrugen, passte irgendwie zur Tragik des Tages.

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