Meine Lieblingsrandsportart (3): Tischtennis

Empfohlen von Jan Ove Waldner!

Wenn Alex Raack nicht gerade in der Kneipe sitzt und mit Werder Bremen leidet, poliert er sein Selbstbewusstsein beim Tischtennis auf. Das funktioniert tatsächlich.

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Neulich hatte ich mal eine Idee, falls 11FREUNDE irgendwann mal zu seinem Tischtennis-Magazin werden würde. Für »Rundlauf« würde ich mich mit Jörg Roßkopf verabreden. Jörg und ich würden beliebte Hipster-Hotspots besuchen und die dortigen Lokalhelden zum Doppel fordern. Natürlich wüssten unsere Gegenüber nicht, wer dieser Mann mit dem Pferdegesicht ist und völlig baff sein, wenn er ihnen den Arsch mit seinem Nittaku Acoustic versohlen würde. Und während Jörg und ich lässig im Stile eines Billy Hoyle in »Weiße Jungs bringen´s nicht« von Zweisatzsieg zu Zweisatzsieg zögen, würde ich ihn über seine Karriere ausfragen und in unserer Rubrik »Zelluloidte – mein Leben an der Platte« ein spektakuläres Interview veröffentlichen… Mein Chef weiß noch nichts von der Idee. Vielleicht auch besser so.



Seit ich denken kann, spiele ich Fußball. Dann meldeten mich meine Eltern zum Tennis an, was nahe lag, denn in unserem Dorf grenzen die Tennisplätze gleich an die Fußball-Plätze. Und als ich 13 oder 14 war, als sich also die meisten Jungs in meinem Alter zumindest seelisch auf den ersten Vollsuff und den ersten Sex vorbereiteten, meldete ich mich in einem Tischtennisverein an. Sperriger Name: TTC Fanfarenzug Garßen. Um es vorweg zu nehmen: Ich musste dafür nicht Mitglied im Schützenverein werden. Mies gekleidet waren wir auch so.

Tischtenniskleidung – die 4. Kreisklasse der Modewelt

Tischtennis-Klamotten, das lernte ich fix, sind so etwas wie die 4. Kreisklasse der Modeindustrie. Ausgebeulte und zu kurz geschnittene Hosen, bei denen man ständig Angst hat, mitten im zweiten Satz könnte dann doch zu viel Haut freigelegt werden, gruselige Baumwolltrikots, gegen die das Torwarttrikot von Bodo Illgner bei der WM 1990 wie ein maßgeschnittener Hugo-Boss-Anzug daherkommt – selbst die Schuhe sahen scheiße aus. Aber ich war 13 oder 14, trug eh merkwürdige Klamotten und ehrlich gesagt, war mir der Look ziemlich egal.

Wir trainierten in einer kleinen Sporthalle, in der ich bereits G-Jugend-Kreismeisterschaften als Fußballer gefeiert hatte und zum Schulsport in roten Hosen und weißem Unterhemd zu erscheinen hatte (Shame on you, späte achtziger Jahre!). Anfangs hatten wir einen sehr motivierten und talentierten Trainer, der uns gar gegen Tischtennisballmaschinen antreten ließ und richtig was auf dem Kasten hatte. Dann verließ er den Klub im Streit und wir kauften uns fortan vor jeder Trainingsstunde eine Tüte mit Schlümpfen und Fruchtgummi-Erdbeeren, die wir dann auf einer dicken Schaumstoffmatte aßen. Ich machte mich warm, indem ich Seitfallzieher einstudierte.

Wir gewannen trotzdem den ein oder anderen Wettbewerb und ich fand das Spiel großartig. Trotz oder vielleicht grade wegen der unglaublichen Unsexyness von Tischtennis im Verein.

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