Meine Lieblingsfrisur – Stefan Effenberg

Der Tiger

In unserer neuen »Lieblingsserie« stellt 11FREUNDE Fußballfrisuren vor, die tief bewegt haben. Heute mit einem, der erst über seine Frisur wurde, wozu er bestimmt war: Stefan Effenberg.

imago

Da ich seit einiger Zeit wußte, dass auch ich im Rahmen dieser Reihe über meine Lieblingsfrisur schreiben darf, wollte ich vorbereitet sein und eine Stimme vom Fach anhören.

Als ich also am vergangenen Wochenende meine Friseurin Monique beehrte, wie in jeder 17. Woche, nahm ich mir einen Ausdruck vom »Tigerkopf« Stefan Effenbergs mit. Und nachdem Monique mir meinen ewigen Klassiker rasiert hatte, den »Kürzer«, und wir uns für einen Moment in Verlegenheit am Leben schämten, weil sie findet, dass ich zu viel Trinkgeld gebe, und ich finde, dass eine Frisur nicht acht Euro kosten sollte, zückte ich das Foto des »Tigers«.

Schock im Friseursalon

Offenbar ist meine Friseurin kein Fußballfan, denn sie musste sich setzen, so geschockt war sie. Ich erklärte ihr, dass das schon alles seine Richtigkeit habe, erzählte ihr davon, dass die Frisur das Resultat einer verlorenen Wette Stefan Effenbergs gewesen sei, die er in der Late-Night-Show von Thomas Gottschalk eingegangen war, vor Dekaden fast, und dass Effenberg so zu seinem Spitznamen kam, der perfekt zu ihm passte. Wie der Name Monique zu einer Friseurin.

Doch Monique, die im Quartal mit dem sanften Druck einer Klempnerin an meinem Haupthaar rumsäbelt, war noch nicht überzeugt. Also fuhr ich fort, berichtete vom DFB-Pokal-Sieg meiner Gladbacher 1995, Europapokal-Triumphen im Highbury und epischen Abstiegsendspielen in Wolfsburg. Ich zitierte Mehmet Scholl: »Wenn du so einen hast, der im Bernabeu nach zwei Minuten Roberto Carlos über die Außenlinie wichst, und sich umdreht und wie ein Gockel dasteht, und Hunderttausend röhren, dann hast du das Gefühl: Uns kann keiner was.« 

Aber es war sinnlos. Ich gab mich geschlagen. Nicht ohne Monique davon zu erzählen, dass da etwas auf sie zu käme, denn auch ich war vor der Saison eine Wette eingegangen, in der festen Überzeugung, dass Pep Guardiola bei den Bayern Zeit brauchen würde: Sollte Bayern Meister werden, lasse ich mir sämtliche Haupt- und Barthaare platinblond färben. Eine dumme Idee, wie ich ungefähr seit dem fünften Spieltag weiß. Aber längst habe ich in Gedanken daran Trost gefunden: In den Hinterkopf lasse ich mir von Monique einen Tigerkopf rasieren. Und dann kann mir keiner was.

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