23.01.2014

Meine Lieblingsfrisur – Gianluca Vialli

Die Angst

»Ich hasse Haare!«, greinte 11FREUNDE-Redakteur Dirk Gieselmann, als es galt, über seine Lieblingsfrisur zu schreiben. Könnte daran liegen, dass er zur Glatzenbildung neigt. Ist es zu spät für ihn, die irrwitzige Zauberformel anzuwenden, die Gianluca Vialli einst ersann? 

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imago

Meine »Lieblingsfrisur« ist gar keine. Sie ist das Gegenteil davon: eine Glatze. Und ich liebe sie auch nicht. Wie könnte ich? Ende der Durchsage.

Entschuldigung. Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, aber beim Thema Haare werde ich patzig. Ich bin ja nicht Alain Sutter, der wahrscheinlich auch im vorgerückten Alter noch seine blonden Zöpfe aus der Kemenate eines schweizerischen Märchenschlosses herablässt, damit Adrian Knup sich daran emporhangeln kann. Alain Sutter liebe ich übrigens auch nicht. Ebensowenig wie den Kollegen, der sich die Rubrik »Meine Lieblingsfigur« ausgedacht hat. Quo vadis, Fußballjournalismus?

Dein Reich komme, mein Haar wachse

Ich habe Angst. Angst vor Haarausfall - und das seit ich meinen Vater kenne, also natürgemäß schon immer. Sonntags am Badezimmerspiegel seinen Haarkranz striegelnd, kurz vor dem Kirchgang, prophezeite er mir, ich würde eines Tages »genauso aussehen, Junge. Mit spätestens Mitte 20!« Ich betete dann immer besonders dolle. Dein Reich komme, mein Haar wachse.

Es half nichts. Diese Angst sitzt so tief, ja, sie ist so sehr zur Metapher für alle Ängste geworden, irgendetwas zu verlieren (das Pokalspiel in der ersten Runde gegen den FSV Salmrohr, mein Portemonnaie, meine Freunde, den Verstand), dass Glatzenbildung mittlerweile mein geringstes Problem ist – und ich es fast schon wieder gelassen hinnehme, bald tatsächlich keine Haare mehr auf dem Kopf zu haben. Immerhin: Irgendwann kann man einfach keine noch schlechtere Laune mehr bekommen. Ich lasse mir übrigens seit geraumer Zeit einen Miesepeter-Vollbart stehen.

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