28.12.2013

Mein Lieblingsmoment 2013: Der Lupfer

Budenzauber der Betriebself

In unserer Serie »Mein Lieblingsmoment« schreibt Ron Ulrich über ein Hallenturnier. Dort quält sich die 11FREUNDE-Mannschaft ins Finale. Ein Praktikant tritt zum Elfer an und sorgt für das Wunder von Berlin.

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Mit der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft hatten wir bis zum Januar 2013 noch keinen Blumentopf gewonnen. Mittlerweile waren sämtliche Ausreden aufgebraucht. Der Prämienstreit. Der Konflikt zwischen den Lagern im Team. Die Verständigungsprobleme zwischen Ostwestfalen und Rheinländern. Das Lospech. Die Verletzungsmisere. Das Wetter. Erich Ribbeck.

Doch an diesem Freitagabend im Januar sollte alles anders werden, denn endlich liefen wir vor der Kulisse auf, die uns gebührte. In der ehrwürdigen Max-Schmeling-Halle baten die Veranstalter zum Flexstrom-Cup. Die Arena bot Platz für tausende Zuschauer, der ausgerollte Kunstrasen war in einem ausgezeichneten Zustand. Ein roter Teppich für die grazilen Techniker, für die Männer mit den feinen Sohlen, die Feingeister des Fußballs – aber auch wir fanden uns auf dem Boden gut zurecht

Ekstase auf den Rängen

Und die Betriebsmannschaft schickte alles auf den Rasen, was zwar weder Rang noch Namen, aber immerhin halbwegs intakte Gelenke hatte. Jens Kirschneck, Tim Jürgens, Stephan Reich, Benjamin Kuhlhoff, Andreas Bock undundund. Es war die Glasur der Crème de la Crème auf dem i-Tüpfelchen des Budenzaubers. Ekstatischer Jubel auf den Rängen, ein Kreischen, niemand verstand sein eigenes Wort, als sich die Granden der Redaktion mit viel Mühe aus den Trainingsanzügen schälten.

Fairerweise muss gesagt werden, dass die Halle komplett leer war und das eigentliche Turnier mit Altstars wie Dariusz Wosz oder Bernd Schneider erst einen Tag später stattfinden sollte. Für uns ging es lediglich um den Medienpokal. Doch wer wird schon kleinlich sein?

Tim Jürgens in seiner Rolle als Matthias Sammer

Schon in den ersten Spielen legte unser Team los, als hätte es all die Jahrzehnte des unsteten Lebenswandels nie gegeben. Absolut folgerichtig erging sich das Team in Selbstgerechtigkeit, Schwärmereien und Leichtsinn. So mancher philosophierte darüber, wie viel Liter Wodka in den Pokal passen würden. Tim Jürgens in seiner wohl besten Rolle als Matthias Sammer mahnte unentwegt, doch es konnte nichts ändern. Der Erfolg von zwei bestandenen Gruppenspielen hatte uns satt gemacht.

Es ist einfach, nach oben zu kommen, schwierig jedoch, an der Spitze zu bleiben. Das Ende vom Lied: Im letzten Gruppenspiel bekamen wir eine derartige Klatsche, dass wir beinahe noch rausgeflogen wären – am Ende hing es an einem einzigen Tor.

 
 
 
 
 
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