Mein Lieblings-Sammelbildchen #5

Schnibbeln mit Roland

Passend zur Veröffentlichung unseres »Panini«-Albums erzählen 11FREUNDE-Redakteure von ihren schönsten Erlebnissen mit Fußball-Sammelbildchen. Bei Christoph Biermann war die Sache allerdings etwas schwieriger: Der weise alte Mann kennt »Panini« gar nicht mehr – er schnibbelte um »Bergmann«-Bilder. Besonders gern um einen Schalker Schönling.

imago

Ich habe ehrlich gesagt nie so ganz verstanden, wie es die italienische Firma »Panini« geschafft hat, so zum Synonym für Sammelbildchen zu werden wie »Tempo« für Papiertaschentücher. Die Ungnade der frühen Geburt hat mich nämlich in ein Zeitalter hineingeboren, in dem die Fußballbilder noch aus dem Hause »Bergmann« kamen.

Nachricht aus dem Bronzezeitalter

Als 1979 das erste »Panini«-Album erschien und damit den Untergang von »Bergmann« einläutete, bekam ich das gar nicht mehr mit. Ich hatte inzwischen nämlich andere Sorgen, als auf dem Schulhof zu stehen und zu schnibbeln. Womit wir gleich bei einer anderen Nachricht aus dem Bronzezeitalter der Jugendkulturen wären. Oder nicht? Versammeln sich heute etwa immer noch Schüler in der kleinen oder großen Pause und werfen Sammelbilder um die Wette möglichst nah an die Wand? Wer am nächsten dran ist, darf alle Bilder einstecken.

Das bedarf einer hoch entwickelten Technik, denn ein geschnibbeltes Bildchen darf nicht zu schnell vor die Wand fliegen, weil es dann zu weit zurückprallt. Auch sonst kann zu viel Eifer zu merkwürdigen, boomerangartigen Flugkurven führen und damit zur Niederlage. Wahrscheinlich sind die Kinder heute aufgrund des evolutionären Fortschritts nicht mehr so bescheuert, mit so einem Quatsch ihre Zeit zu vergeuden. Denn letztlich war das völlig langweilig, weil sowieso nur mit den Bildern geschnibbelt wurde, die alle vielfach hatten. Und warum sollte man dem achtzehnten Theo Homann vom Wuppertaler SV noch einen neunzehnten hinzufügen.

Mädchenschwarm Roland Kosien

Nur bei meinem Schwager war das anders, den wurde ich auch in mehrfacher Ausgabe nicht müde. Wobei Schwager ein großes Wort für die Rolle ist, die Roland Kosien von Schalke 04 in meinem Leben spielte. Irgendwann hieß es mal, dass meine Cousine mit ihm zusammen sei. Ihre Wahl war natürlich gut zu verstehen, denn Kosien entsprach fast perfekt dem Phänotyp, für den junge Mädchen im Ruhrgebiet der frühen siebziger Jahre schwärmten.

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