14.06.2012

Mario Gomez, Held dank Doppelpack

Hundert Kilo leichter

Die deutsche Mannschaft gewinnt in Charkiw 2:1 gegen Holland und steht damit vor dem Einzug ins Viertelfinale. Zu verdanken hat sie dies einem Mann, der trotz seines Siegtreffers im ersten Gruppenspiel massiv in der Kritik stand: Mario Gomez.

Text:
Stefan Hermanns
Bild:
Imago

Joachim Löw mag es bekanntlich gern mal humorlos. Drei Tage lang hatte sich der Bundestrainer einen Spaß daraus gemacht, wen er nun für das zweite Turnierspiel im Sturm aufbieten würde. In Wirklichkeit aber hat Löw die Wundliege-Debatte um Stürmer Mario Gomez einfach ausgesessen. Im sommerlich warmen Charkiw vertraute er am Mittwochabend derselben Elf, die schon gegen Portugal siegreich war. Nicht mal eine Halbzeit dauerte es, da hatte Mario Gomez die Debatte auf seine Weise beantwortet, auf der denkbar überzeugendsten für einen Stürmer: mit zwei entscheidenden Toren.

Am Ende gewann Deutschland den alten Klassiker gegen Holland mit 2:1 (2:0) und steht damit fast im Viertelfinale.

Ein Punkt im abschließenden Spiel gegen Dänemark reicht in jedem Falle zum Gruppensieg, bei einer Niederlage kommt Deutschland weiter, wenn Portugal gegen Holland nicht gewinnt. Sollten Deutschland, Dänemark und Portugal am Ende punktgleich sein, entscheidet das Torverhältnis aus den direkten Vergleichen der drei Teams.

Der Fußball sei manchmal komisch, hatte Mario Gomez nach dem Portugalspiel und der Kritik von Mehmet Scholl an ihm erzählt. »Da triffst du in einem wichtigen Spiel und dann bekommst du drei Tage lang nur auf die Fresse. Das war wie hundert Kilo auf den Schultern«, so Gomez. Eigentlich hätte er schon ausgewechselt werden sollen gegen Portugal, durch Glück und einer abgefälschten Flanke aber sei der Ball dann auf seinem Kopf und von da im Tor gelandet. Deutschland kennt diese Geschichte. Am Mittwochabend aber waren weder Glück noch abgefälschte Flanken nötig. Es reichten zwei gute Pässe von Bastian Schweinsteiger, und Gomez zeigte, dass er Top-Qualitäten im humorlosen Abschluss hat. Und warum er seit sechs Jahren der beste Stürmer der Bundesliga und in der Champions League nur Messi besser ist.

Manuel Neuers Heldentat

 
 
 
 
 
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