19.07.2013

Marek Hamšík, ein Muster an Vereinstreue

True Romance

An renommierten Interessenten mangelt es ihm keineswegs. Doch Marek Hamšík schwört dem SSC Neapel Jahr für Jahr die Treue. Wieso nur?

Text:
Paul Hofmann
Bild:
Imago

Letztlich war es keine Frage, ob, sondern wann und wo Edinson Cavani ein neuer Rekordtransfer wird. Am Dienstagabend hatte Fußball-Europa endlich Gewissheit: In Frankreich verschiebt sich die Rangliste. Exorbitante 65 Millionen Euro entthronten den Wechsel Radamel Falcaos zum AS Monaco. Erst vor wenigen Wochen hatten die Monegassen den Kolumbianer für 60 Millionen von Atlético Madrid losgeeist, nun legten die katarischen Eigner des PSG für Cavani noch einmal fünf Millionen drauf.

»Cavani und der Vesuv, das ist Neapel«, schrieb der »Corriere dello Sport« einmal. So lautete landesweit der Duktus. Die Neapolitaner lagen Cavani zu Füßen, nun bleibt ihnen nur der Vulkan.

Ein Bekenntnis

Gut 1600 Kilometer nordwestlich sorgte ein junger Slowake mit einem Statement komplett gegensätzlicher Natur für Verzückung: Er bleibt. »Heutzutage ist es schwer geworden, aber ich möchte für Napoli wie Del Piero für Juventus oder Totti für AS Rom werden«, sagte Marek Hamšík in Anspielung auf die Vereinstreue der beiden Ikonen. Ein bemerkenswerter Satz in einer Zeit, in der Vereinsbekenntnisse übermäßig begabter Profis zum Klub immer weniger zählen. Typen wie Hamšík, der vor sechs Jahren aus Brescia kam, sind selten geworden.

Man könnte die Situation polemisieren, muss aber auch die Seite der Akteure in einem immer schnelllebigeren Geschäft sehen. Das dauerhafte Zittern um internationale Auftritte gegen die Perspektive »Titelgewinne« eintauschen, einmal unter dem Lieblingstrainer spielen wollen oder mit Mitte Zwanzig ausgesorgt haben - kann man das einem Menschen verdenken?

Nur ist es gerade für die Fans etwas besonderes, wenn sich Julian Draxler trotz der Millionen aus Manchester zu Schalke 04 bekennt. Oder eben Marek Hamšík ein Bekenntnis ausspricht. Nachdem er zugesehen hat, wie Erfolgstrainer Walter Mazzarri zu Inter Mailand weiterzog, wie Neapels Wunschstürmer Mario Gomez seine Zusage Ligarivale Florenz gab und wie Cavani schließlich in Paris vorgestellt wurde. »Ich will, dass die Kinder zu mir aufsehen können. Auf und neben dem Platz«, brachte Hamšík seine Vorstellungen einmal zum Ausdruck. Seine Vorbildfunktion lebt vor allem von seiner Treue zu den Süditalienern.

 
 
 
 
 
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