Maradona reist nach Neapel. Nach mehr als 20 Jahren will er seine Probleme mit den italienischen Finanzbehörden lösen. Er sei kein Steuerhinterzieher, sondern ein Opfer der Ungerechtigkeit, erklärt sein Rechtsanwalt Angelo Pisani. Im vorangegangenen Prozess hatte es einen Formfehler gegeben, deswegen wurde dieses neue Verfahren eröffnet. Der Anwalt beruft sich nun auf einen Fall von 1994: Spieler wie Alemao und Careca waren damals in derselben Position wie Maradona. Sie mussten dem Staat allerdings nicht eine Lira zahlen und wurden freigesprochen. Anscheinend hatte Maradona damals vergessen, Berufung einzulegen, wie zuvor schon Alemao und Careca. »Auch ich muss freigesprochen werden«, verlangt die Neapel-Legende.
2. Februar 2013
Maradonas Rechtsanwalt verkündet, dass der Weltstar seine Probleme mit der italienischen Steuerbehörde beigelegt habe. Er dürfe – ohne Angst vor Enteignung – als freier Mann nach Italien zurückkehren. Die Steuerbehörde dementiert diese Aussage kurz darauf und berichtigt: Maradona habe lediglich eine Verlängerung seiner Zahlungsfrist beantragt. Dieses Gesuch sei aber abgelehnt worden, seine Schuldbarkeit bleibe unverändert. Der Kampf zwischen dem Argentinier und der Equitalia (italienische Steuereinzugsgesellschaft) entflammt neu.
6. Februar 2013
Der Argentinier sendet eine Videobotschaft aus Dubai, in der er versichert, kein Steuersünder zu sein, sich aber als Verfolgter zu fühlen. Er wolle einfach wieder nach Neapel zurück.
25. Februar 2013
Diego Maradona ist wieder in Italien. Laut Anwalt Pisani will er sich mit Republikspräsident Giorgio Napolitano treffen: »Napolitano soll seine Unschuld bestätigen. Damit würde ein Traum wahr werden.« Nach seinem Besuch fährt Maradona samt Gefolge nach Neapel.
26. Februar 2013
Der italienische Fiskus verlangt noch 34,2 Millionen Euro von Maradona. Obwohl dieser Betrag weiterhin nicht beglichen ist, befindet sich Maradona wieder in seiner Lieblingsstadt. Der 52-Jährige ist im Hotel Royal an der Strandküste Neapels untergebracht. In einer Pressekonferenz gibt Maradona zu Protokoll: »Ich will wieder nach Italien zurückkehren und mit meinem Enkel ein Spiel von Neapel anschauen gehen können. Ich will, dass er sieht, was sein Großvater gemacht hat. Ich will ihm nicht als Steuerhinterzieher in Erinnerung bleiben, denn ich bin keiner. Ich will glauben, dass die Gerechtigkeit existiert und ich werde die Justiz darum bitten, mich frei durch Neapel laufen zu lassen. Ich bin zurückgekehrt, um zu erklären, dass ich unschuldig bin.« Als er nach seinem beschlagnahmten Diamantohrring gefragt wird, sagt der Argentinier: »Wenn Miccoli mir meinen alten Ohrring zurückgibt, schenke ich ihm den Ohrring, den ich jetzt trage.«