ManUnited-Legende Matt Busby

The Father Of Football

Wir erinnern an den Tag vor über 50 Jahren, als beinah die gesamte Mannschaft des FC Manchester United bei einem Flugzeugunglück starb. Der, der die Jungs formte, überlebte sie: Trainer Matt Busby. ManUnited-Legende Matt Busby
Heft #75 02 / 2008
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An der Ostseite des Old-Trafford-Stadions steht eine in Bronze gegossene Statue eines Mannes im Anzug, der einen Fußball unter dem Arm trägt. Die Fans von Manchester United, die regelmäßig in freudiger Erwartung auf das Spiel daran vorbei gehen, realisieren selten, dass sie ohne den Mann, der auf dem Sockel thront, wohl nicht hier wären. Die Rede ist von Alexander Matthew, genannt „Matt“, Busby. Durch den Erfolg von Sir Alex Ferguson in seinen 21 Trainerjahren bei Manchester United ist der Verein weltweit berühmt und zu einem Goliath unter den Fußballklubs geworden. Die Grundlage dafür aber legte Matt Busby.

Busbys Leben war geprägt von Erlebnissen zwischen Dies- und Jenseits. Es entsteht das Gefühl, er hätte, einer Katze gleich, mehrere Leben mit und für den Fußball gelebt. Bis zum Zweiten Weltkrieg als Spieler bei Manchester City und Liverpool, nach dem Krieg als Trainer von Manchester United bis zur berühmten Flugzeugkatastrophe in München, danach als erfolgreicher Wiederaufbautrainer im selben Klub und später, nach seiner Karriere, als „Mr. Manchester United“ in den Erinnerungen eines jeden Briten, der sich für Fußball interessiert.

Von Beginn an setzt Busby Zeichen

1928 beginnt Matt Busby seine Spielerkarriere zunächst bei Manchester City, wo er bis 1936 226 Spiele absolviert (14 Tore) und 1934 den FA Cup gewinnt. Danach wechselt er an die Anfield Road, wo er gleich zum Kapitän ernannt wird. Busby, der auch für die schottische Nationalmannschaft spielt, gilt auf der halbrechten Mittelfeldseite als einer der elegantesten Spieler Großbritanniens und als brillanter Techniker. Mit dem Eintritt Großbritanniens in den Zweiten Weltkrieg endet seine aktive Laufbahn. Er tritt zwar noch zu Spielen an, die Öffentlichkeit nimmt den Fußball jedoch nur noch am Rande wahr. Außerdem meldet sich Busby, wie viele andere Spieler auch, zum freiwilligen Dienst in der Armee. Bei Kriegsende ist der in 1909 in Lanarkshire geborene Schotte 36 Jahre alt. Zu alt, um nach fünf Jahren wieder professionell zu spielen.

Liverpool offeriert seinem Zögling einen Job im Teammanagement, doch Busby schlägt das Angebot aus und geht stattdessen zurück nach Manchester. Jedoch nicht zu dem in dieser Zeit erfolgreicheren Team von Manchester City, sondern zu United. Von Beginn an setzt Busby Zeichen. Er strukturiert das Team neu – und hat damit Erfolg. Nach vier gescheiterten Versuchen gewinnt ManU 1952 die Meisterschaft.

Busby entwickelt trotz fehlender Erfahrung ein eigenes Verständnis davon, wie eine Mannschaft aufzubauen ist. Als sein Meisterschaftsteam in die Jahre kommt, setzt er auf frische, junge Spieler, statt viel Geld für Stars auszugeben. Innerhalb von vier Jahren kauft Manchester United nur zwei Spieler. Busbys perfektem Gespür für Talente – von dem unter anderen auch Duncan Edwards profitiert, der in England heute noch als Jahrhunderttalent gilt – verdankt das damalige Team von Manchester United seinen Spitznamen: Die „Busby Babes“ sind geboren. Busby will nicht nur erfolgreichen, sondern vor allem attraktiven Fußball spielen lassen und prägt damit das Spiel von Manchester United bis in die heutige Zeit. Zudem verändert er die Rolle des Trainers. Er will nicht nur am Rande stehen und Kommandos geben, er mischt beim Training mit, um sich so ein besseres Bild vom Zustand seiner Spieler machen zu können.

1956 und 1957 gewinnt Busby mit Manchester United erneut die Meisterschaft. Vor der Saison 57/58 ist das Ziel, den nationalen Titel, den FA-Cup und sogar den Uefa-Cup zu gewinnen. Doch es kommt anders. Bei der Flugzeugkatastrophe nach einem Uefa-Cup-Spiel gegen Roter Stern Belgrad kommen sieben „Busby-Babes“ ums Leben, Duncan Edwards erliegt kurze Zeit später seinen Verletzungen. Matt Busby selbst erleidet schwerste Verletzungen und kämpft um sein Überleben. Doch nach zwei Monaten kann er das Krankenhaus verlassen.

Busby lässt sich von dem Rückschlag jedoch nicht beirren. Er fängt in der nächsten Saison von vorne an und zieht um die Überlebenden von München – darunter auch Bobby Charlton - eine zweite, noch furioser aufspielende Generation der „Busby-Babes“ groß. Das Wiederaufbauprogramm benötigt allerdings Zeit, und so dauert es bis 1963, dass Manchester wieder einen Titel gewinnt.

In diesem Jahr gibt wieder mal ein 17-Jähriger sein Debüt für ManU, den der Talentspäher Bob Bishop zwei Jahre zuvor mit den Worten „Ich glaube, ich habe ein Genie entdeckt“, empfohlen hatte. Es ist George Best, den Busby in den 60er Jahren zum Weltstar macht. Unter der Führung des Reformators spielt das Team um Best und Charlton Aufsehen erregenden Fußball und gewinnt 1965 und 1967 die Meisterschaft. 1968 holt Busby mit seinem Team durch ein 4:1 über Benfica Lissabon erstmals den Uefa-Pokal auf die Insel. Fans auf der ganzen Welt freuen sich mit Matt Busby über seinen größten Erfolg. Doch bevor er 1969 nach 24 Jahren als Teammanager von Manchester United zurücktritt, wird Matt Busby noch eine besondere Ehre zuteil. Nach dem Gewinn des europäischen Wettbewerbs schlägt Queen Elizabeth II. den Erfolgstrainer zum Ritter.

Die Nachfolger tun sich schwer


Busbys Nachfolger tun sich schwer, in seine Fußstapfen zu treten. Der Erste, Wilf McGuinness, scheitert früh, so dass Busby 1970 noch einmal übergangsweise die Geschicke von Manchester United in die eigenen Hände nimmt. Doch auch Frank O’Farrell, sein zweiter Nachfolger, schafft es nicht, aus dem Schatten der Trainerlegende zu treten und den von Busby gesetzten Standard zu halten. Nur sechs Jahre nach seinem Rücktritt spielt Manchester United gegen den Abstieg und erreicht einen absoluten Tiefpunkt. Busby bleibt dem Klub zwar als Funktionär erhalten und wird 1982 sogar Präsident, doch es dauert bis 1986, bis die Mannschaft unter Sir Alex Ferguson wieder beginnt, erfolgreichen und attraktiven Fußball nach den Vorstellungen Matt Busbys zu spielen.

Am 20. Januar 1994 stirbt Sir Matt Busby im Alter von 85 Jahren. Doch auch heute noch ist er äußerst präsent. Nicht nur, dass seine Statue am Old Trafford steht, es wurde auch eine Straße nach ihm benannt, und jedes Jahr bekommt der von Trainern und Kapitänen gewählte beste Liga-Spieler den Matt-Busby-Pokal. Die United-Fans singen mit Vorliebe den Song: „We’re the Busby-Boys“, in dem sie das Team von 1968 huldigen und im Fan-Shop von Manchester United finden die T-Shirts mit einem Schwarz-Weiß-Bild Matt Busbys, auf dem er stark an Marlon Brando erinnert, reißenden Absatz. Darunter steht: Father of Football.

Fangesang der ManU-Fans

Who sing of victory,
Of games that brought us glory,
From Newcastle to Torquay,
Where sixty thousand voices,
Roar us on to victory,
We will follow United,
Hello, Hello, we are the Busby Boys,
Hello, Hello, we are the Busby Boys,
And if you are a City fan,
Surrender or you'll die,
We will follow United.
Whether we're across the sea,
Or whether we're at home,
It matters not we follow,
To all corners of the globe,
We wear the colours proudly,
The black, the white, the red,
We will follow United.
Hello, Hello, we are the Busby Boys,
Hello, Hello, we are the Busby Boys,
And if you are a City fan,
Surrender or you'll die,
We will follow United.
And now we're back in Europe,
The feeling's fucking great,
We'll try to emulate that team,
Of 1968,
We'll win the Cup, have no fear,
And then we'll drink your beer,
And we will follow United...


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