Mannschaftsfoto (17): Hamburger SV

Jung und semi-gut gelaunt

Nachdem der Hamburger SV die halbe Chelsea-Reserve aufgekauft hat, fürchtet manch ein Fan, dass die Mannschaft genau so spielen wird: reservig. Doch kein Grund zur Sorge, der HSV landet auch in dieser Saison zwischen Platz 1 und 15. Mannschaftsfoto (17): Hamburger SVimago

Unsere Serie: Wir präsentieren jeden Tag das aktuelle Mannschaftsfoto eines Bundesligisten und zeigen in unserer Bildergalerie die schönsten historischen Schüsse. Heute: Hamburger SV.

1.
Der neue Star
Sicher, der Star ist die Mannschaft, das Kollektiv ist wichtiger als der einzelne Spieler und sowieso: Elf Freunde müsst ihr sein. Beim HSV darf man diese Phrasen diese Saison guten Gewissens dreschen, denn es gibt tatsächlich keinen neuen Superhelden an der Elbe. Glamour-Potenzial besitzt allenfalls der Deutsch-Türke Gökhan Töre (vordere Reihe 2. v. l.), der von Chelseas Reserve zum HSV kam und immerhin auf einen eigenen Wikipedia-Eintrag sowie einen Best-Of-Youtube-Clip verweisen kann. Ein User glaubt, er sei der »next Kevin Keegan«, ein anderer kommentiert: »Not best man!« Immerhin wurde der offensive Mittelfeldspieler nun erstmals für ein Länderspiel der türkischen Nationalmannschaft eingeladen. Kurz nach seinem Wechsel zu Chelsea verriet er übrigens folgendes: »London ist eine tolle Stadt. Zur Zeit lebe ich bei einer netten Gastfamilie. Später möchte ich gerne mit meiner Oma in eine Wohnung ziehen.« Die gute alte Oma-Enkel-WG!

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2. Wer ist er denn?
Es gibt ihn wirklich noch: Romeo Castelen (vordere Reihe, 4. v. .r.). Seit 2007 spielt der Niederländer im Trikot des HSV, wobei »spielt« hier eigentlich »rehabilitiert« heißen muss. Wegen eines Knorpelschadens musste er seit seinem Wechsel zum HSV etliche Operationen über sich ergehen lassen. Bis dato bestritt er gerade mal 15 Plichtspiele, sein letztes am 1. Oktober 2009. Nachdem Castelen bei einem Blitzturnier vor einigen Tagen über 90 Minuten zum Einsatz kam, sprachen einige Fans vom besten Neuzugang. Nun will er wieder angreifen, so vermeldet es die Hamburger Presse. Ähnliche Schlagzeilen gab es allerdings auch schon 2008, 2009 und 2010.

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3. Eine kleine Stilkritik
Der Vierreiher vermittelt stolz: Wir sind massiv, wir halten zusammen, was immer auch kommt. Kurzum: Wir sind viele und ihr nicht. Da machen die Männer und Frauen in Schwarz gehörigen Eindruck. Im Gegensatz zu anderen Bundesligisten hat der HSV seine komplette medizinische Abteilung ins Mannschaftsfoto drapiert. Mannschaftsarzt Dr. Werner Siekmann (dritte Reihe, 1. v. l.) kommt dabei ein wenig unvorteilhaft weg. Eine leichte Windbö stellt sein Haupthaar zu einem beckhamschen Hahnenkamm. Oder gehört das so?

4. Was fehlt?
Kein Ruud van Nistelrooy, kein Zé Roberto, nicht mal mehr Frank Rost oder Joris Mathijsen. Was neben Oennings Unterlippenbart wirklich fehlt, ist ein prominenter Name, ein Zauberei versprechender Neuzugang, wenigstens ein alternder Ex-Star. Einige Experten finden das ganz großartig, schließlich ist »Jung und gut gelaunt« das neue »Toll und Super«. Andere sagen gar nichts oder so was wie »Mmmmmh« und »Grrrr«.

5. Prognose 2011/12
Die neue und ziemlich peppige Werbekampagne des HSV verspricht: »Nur die Ruhe, nur der Sturm, nur der HSV!« Die Hamburger Morgenpost verspricht: »Jetzt geht die Rakete ab«. Und der HSV-Fan an sich verspricht sich zwar nicht die Meisterschaft, doch insgeheim hofft er auf die heilende Wirkung des neuen Vorstandes und der Jugend. So wird Heung Min Son in Hamburg mitunter ähnlich abgefeiert wie Shinji Kagawa in Dortmund. Allerdings gibt es auch mahnende Stimmen, etwa vom ehemaligen HSV-Spieler Ditmar Jakobs. »Es ist nicht sinnvoll, über die Plätze eins bis sechs zu reden«, sagte er in der Morgenpost. Angesichts der vergangenen Jahre und diesem seltsamen Pendeln zwischen Kampfansage und Mal-Abwarten sind wir schlichtweg überfordert mit dem Punkt Prognose. Da der HSV nicht absteigen kann, tippen wir auf einen Platz zwischen 1 und 15, irgendwo zwischen »Jung und gut gelaunt« und »Jung und schlecht gelaunt«.

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