Manfred Kaltz über Altobelli und 1982

»Die Taktik stimmte nicht«

Heute wird Alessandro Altobelli 55. Im WM-Finale 1982 war er der Gegenspieler von Manfred Kaltz. Zum Ehrentag seines Gegenspielers erinnert er sich an dieser Stelle an ein ungleiches Duell und taktische Fehler von Jupp Derwall. Manfred Kaltz über Altobelli und 1982Imago Heute kann ich es ja sagen: Alessandro Altobelli hat mir im WM-Finale 1982 das Leben zur Hölle gemacht. Er war ein überragender Techniker und unheimlich clever. Gegen so einen Ausnahme-Fußballer hattest du als Abwehrspieler kaum eine Chance. Er nutzte seinen Körper und schirmte das Leder perfekt ab. Stark am Ball, zielsicher und extrem torgefährlich – ich fasse mich kurz: es war ein fürchterlicher Abend, damals, am 11. Juli 1982 in Madrid.

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Bei seinem Tor zum 3:0 hat Altobelli Toni Schumacher schön nass gemacht – der hat nicht einfach blind draufgehauen! Ich wollte das Tor noch verhindern, kam aber leider zu spät. Warum wir gegen die Italiener so untergingen? Das kann ich sagen: Die komplette Taktik stimmte von vorne bis hinten nicht. Die ganze Aufteilung und Zusammensetzung der Mannschaft war falsch. Und mit Kalle Rummenigge standen sogar verletzte Spieler auf dem Platz. Solche Jungs können natürlich keine 100 Prozent geben und haben nicht die Kraft für ein komplettes Spiel.

Wegen Derwall haben wir verloren

Es war aber nicht nur die Fitness: Wir haben damals Manndeckung gespielt und sind den Italienern 90 Minuten lang hinterher gelaufen. Unsere gesamte Grundordnung stimmte einfach nicht. Durch die falsche Taktik von Jupp Derwall haben wir das Spiel verloren.

Als Alessandro Altobelli in der 80. Minute das 3:0 schoss, war die Partie schon entschieden. Das 3:1 von Breitner inder 84. Minute war dann auch egal. Wir lagen zurück und mussten nach dem 2:0 hinten auf machen, um vielleicht noch den Anschlusstreffer zu erzielen. Da kann man sich so ein Tor fangen. Wir haben uns die Niederlage wirklich verdient. Die Italiener waren an diesem Tag einfach cleverer und haben den Platz, den wir ihnen geboten haben, perfekt genutzt. Besonders dieser Altobelli.

Die Chemie stimmte nicht

Es ist wirklich schade, dass wir dieses Finale verloren haben, schließlich war das meine letzte WM. Für mich war danach Schluß. Die Chemie zwischen dem Bundestrainer Derwall und mir stimmte nicht mehr. Mit ihm konnte ich nicht weitermachen. Also bin ich zurückgetreten.

Übrigens, und da bin ich mir sicher: Mit Ernst Happel als Trainer, wäre Deutschland 1982 Weltmeister geworden. Trotzdem bleibe ich Sportsmann: Alessandro, alles Gute zum Geburtstag aus Hamburg!

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