Manchester United gegen Manchester City

Mein neureicher Nachbar

Heute spielt Manchester United gegen Manchester City. Altes Geld gegen neues Geld, Glazer gegen Scheich, Rot gegen Blau – ein Hassduell. Beim dramatischen 4:3 im Jahre 2009 war unser Korrespondent Neil Billingham mitten im Geschehen. Manchester United gegen Manchester City
Heft#96 11/2009
Heft: #
96

Auf den ersten Blick war es einfach nur ein Plakat, und doch war es so viel mehr als das. Am Morgen des 18. Juli erblickten die Einwohner von Manchester in ihrer Stadt ein riesiges himmelblaues Poster, auf dem das Konterfei von Carlos Tevez zu sehen war, darunter die Worte »Welcome to Manchester«.

[ad]

Das Plakat ließ mehrere Interpretationen zu. Die naheliegendste war, dass Manchester City, das den zuvor bei United angestellten argentinischen Nationalspieler soeben für 25 Millionen Pfund unter Vertrag genommen hatte, sich öffentlich darüber freute, nun mit dem Stadtrivalen mithalten zu können, wenn es darum ging, die besten Spieler der Welt zu holen. In Old Trafford hatte Tevez große Popularität genossen, und wäre es nach den Fans gegangen, wäre der Vertrag mit dem Stürmer längst verlängert worden. Doch Sir Alex Ferguson entschied sich, Tevez ziehen zu lassen und erklärte, er sei nicht bereit, für einen Spieler, der in wichtigen Partien meist auf der Bank saß, unverhältnismäßig viel Geld auszugeben.

Eben darin steckte die zweite Botschaft des überlebensgroßen Posters: Ferguson und sein Trainerstab, so die Unterstellung, hätten Tevez nie das Gefühl gegeben, wirklich gebraucht zu werden. Im Eastlands Stadium würde sich das signifikant ändern.

Die dritte Botschaft war eher geografischer Natur. Das Plakat war an der Grenze zu Stretford im Bezirk Trafford aufgestellt worden, wo sich auch das Stadion Old Trafford befindet. Seit United 1910 ins Old Trafford in Stretford umzog, weist City gerne darauf hin, der einzige im Gebiet Manchester ansässige Klub und somit der einzig wahre Verein der Stadt zu sein.

Mochte das Plakat auch drei verschiedene Bedeutungen haben, das Resultat war ein und dasselbe: ein Krieg der Worte. Und Sir Alex schluckte den Köder. Statt die Bedeutung des Posters herunterzuspielen oder es einfach zu ignorieren, ließ er seiner Empörung auf einer Pressekonferenz in China, wo United auf Werbetour war, freien Lauf. »City ist ein kleiner Klub mit einer kleinkarierten Mentalität«, schäumte Ferguson. »Sie reden immer nur über Manchester United. Es ist das Einzige, was sie beschäftigt, und das ist dumm. Sie wollen uns provozieren, aber sie werden schon sehen, was sie davon haben.» Die Tirade ging noch weiter. »Ich betrachte City nicht als unseren größten Herausforderer. Sie glauben, es wäre ein Riesenerfolg, uns Tevez weggeschnappt zu haben. Das ist armselig. Ich hatte mich schon lange damit abgefunden, dass er zu City gehen würde. Jetzt muss ich mich wenigstens nicht mehr mit Spielern herumschlagen, die unzufrieden sind, weil sie nicht spielen. Ich habe es hier mit Profis zu tun.«

Ferguson betrachtet den Stadtrivalen nicht als echte Bedrohung

Seit dem ersten Derby im Jahr 1894 herrscht zwischen den Roten von United und den Blauen von City eine erbitterte Rivalität. Die Nummer Eins der Stadt war aber zumeist United. City übernahm für kurze Zeit die Vorherrschaft, als sie 1968 Meister wurden (United holte im gleichen Jahr den Europapokal), 1969 den FA-Cup gewannen und 1970 im League Cup wie auch im Europapokal der Pokalsieger triumphierten. 1974 erzielte der ehemalige United-Stürmer Denis Law beim legendären 1:0-Sieg von City im Old Trafford per Hackentrick das entscheidende Tor. Die Niederlage besiegelte damals den Abstieg der Roten. United kehrte aber nur ein Jahr später in die erste Liga zurück, und seitdem ist das Duell zwischen beiden Klubs ziemlich einseitig verlaufen. Seit Sir Alex 1986 als Manager anheuerte, gewann United in 23 Jahren elf Meisterschaften, zweimal die Champions League und zwölf weitere Titel. City hat in der gleichen Zeit gar nichts erreicht, außer sich zum Gespött des englischen Fußballs zu machen. Obwohl der Klub mit die treuesten und leidenschaftlichsten Fans der Insel hat, machte er vor allem durch Streitereien in der Führungsetage, Trainerentlassungen, überteuerte Spieler und schlechte Leistungen von sich reden. Den Tiefpunkt erreichten die Blauen 1998, als sie als erster früherer Europapokalsieger in die dritte Liga abstiegen. Sir Alex Ferguson betrachtete den Stadtrivalen seit jeher nicht als echte Bedrohung und war viel mehr damit beschäftigt, sich der Angriffe von Liverpool in den Achtzigern, Arsenal in den Neunzigern und Chelsea in den letzten Jahren zu erwehren.

Das alles änderte sich Ende August 2008, als Klubbesitzer Thaksin Shinawatra Manchester City für 200 Millionen Pfund an die Abu Dhabi United Group (ADUG) verkaufte. Die Fans waren begeistert. Viele von ihnen legten arabischen Kopfschmuck an, wedelten im nächsten Heimspiel mit Falschgeld und machten sich über ihre nun weniger wohlhabenden Nachbarn aus Stretford lustig. Das Eastlands Stadium tauften sie kurzerhand in »Middle Eastlands« um. Seinen Reichtum verdankt die ADUG den Ölreserven der Vereinigten Arabischen Emirate. City-Fan Noel Gallagher von der Rockgruppe Oasis scherzte: »Ist doch herrlich: Jedes Mal, wenn ein United-Fan tankt, hat City mehr Geld für neue Spieler.« Der Deal wurde kurz vor dem Ende der Transferperiode vermeldet. Am gleichen Tag brach Manchester United den britischen Transferrekord und verpflichtete für 30 Millionen Pfund den Bulgaren Dimitar Berbatov von Tottenham Hotspur. Keine zwei Stunden später wurde diese Marke von Manchester City um 2,5 Millionen Pfund überboten, als sie den wohl größten Transfercoup in der Geschichte des britischen Fußballs landeten und Robinho von Real Madrid loseisten.

Eine klare Ansage der neuen Eigentümer, aber wie so oft bei City blieben die Leistungen der Spieler hinter den Erwartungen zurück. Trotz weiterer Investitionen im Januar schloss der Verein die Saison auf einem trostlosen zehnten Tabellenplatz ab. Es wurde darauf gemunkelt, Manager Mark Hughes stünde vor der Entlassung und würde durch José Mourinho ersetzt, doch der Vorstand von City widerstand dieser Versuchung und hielt am früheren Stürmer von Manchester United, dem FC Barcelona und Bayern München fest.

Im Sommer hat der Verein bei seinen Transferbemühungen noch eine Schippe draufgelegt. Neben Tevez kamen für insgesamt 70 Millionen Pfund vier weitere Spieler, darunter Arsenal-Stürmer Emmanuel Adebayor, der allein 25 Millionen Pfund kostete. Sir Alex konnte sich erneut nicht zurückhalten und warf City vor, ausschließlich Söldner zu verpflichten. »Wenn einem jemand so viel Geld bietet, ist das schon reizvoll«, so Ferguson. »Aber Geld ist auch der einzige Grund, warum diese Spieler zu City wechseln. Kurz bevor er bei City unterschrieb, hat Adebayor über seinen Berater bei uns angefragt, ob wir ihn verpflichten wollten. Adebayor wollte unbedingt zu uns oder zu Chelsea.«

Zweifellos war Ferguson ein bisschen nervös geworden. Wenn ein Konkurrent die Vorherrschaft seines Klubs in Frage stellt, spuckt der 67-Jährige Gift und Galle. Jahrelang war Arsenals Manager Arsene Wenger das Ziel seiner Attacken, danach Chelseas José Mourinho und im letzten Jahr schließlich Rafa Benitez vom FC Liverpool. Die Tatsache, dass Ferguson auf einmal so viel über City redete, sprach Bände. Doch all das Gerede, der Hype und die exorbitanten Gehälter von mehr als 100.000 Pfund pro Woche ändern nichts daran, dass sich letztlich auf dem Platz zeigen muss, ob City ein echter Kandidat auf einen der ersten vier Plätze ist, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen.

Die Saison begann vielversprechend für die Blauen. Am gleichen Tag, an dem United sich beim Aufsteiger Burnley blamierte und 0:1 unterlag, besiegte City in einem Freundschaftsspiel den Champions-League-Gewinner FC Barcelona im Camp Nou. Das brachte City den Joan-Gamper-Pokal ein und veranlasste den mittlerweile durch Roberto Mancini ersetzten Coach Hughes zu einem optimistischen Statement: »In solchen Stadien und auf diesem Niveau möchten wir uns auch in Zukunft messen. Wir machen ständig Fortschritte und hoffen, dass wir noch viele tolle europäische Abende erleben werden.«

Vier Wochen später steht das erste Derby der Saison an. Beide Teams aus Manchester haben bis dahin drei Partien gewonnen und stehen punktgleich in der Tabelle. Perfekte Voraussetzungen für das Duell, das die Medien elektrisiert wie selten zuvor. Es ist überall das beherrschende Thema, und Sky Sports News hat bereits 24 Stunden vor dem Anpfiff Reporter vor beiden Stadien postiert. »Früher war das anders«, erinnert sich Mike Summerbee, der zwischen 1965 und 1975 über 350 Spiele für Manchester City bestritt. »Klar wurde im Vorfeld über das Derby geredet, aber einen solchen Rummel wie jetzt gab es nicht.«

»Die Stadt ist unterteilt in Blau und Rot«

Summerbee spricht in Manchesters Hilton Hotel, wo die City-Elf aus den späten Sechzigern in das Nationalmuseum der englischen FA eingeführt wird. Am gleichen Abend wird die United-Mannschaft der Fünfziger geehrt, die als »Busby Babes« in die Geschichte einging. Das legendäre Team feierte unter Sir Matt Busby 1956 und 1957 die Meisterschaft und erreichte 1957 das Pokalfinale sowie 1957 und 1958 das Halbfinale im Europapokal, bevor bei einem Flugzeugabsturz in München acht Spieler und 23 weitere Menschen ums Leben kamen. An diesem Abend, der an die reiche Fußballhistorie der Stadt erinnert, spielt die Rivalität zwischen beiden Klubs nur eine untergeordnete Rolle, und zumindest für eine Weile herrscht so etwas wie ein befristeter Waffenstillstand. Dennoch sind beide Manager, die den Trainingsanzug gegen feine Abendgarderobe getauscht haben, gerne bereit, über das bevorstehende Spiel zu plaudern. »Ungeachtet des ganzen Rummels«, sagt ein entspannter Sir Alex, »geht es beim Derby nicht um die Spieler oder die Trainer, sondern vor allem um die Fans. Die Stadt ist unterteilt in Blau und Rot, und man gehört entweder zu den einen oder zu den anderen. Die Fans der siegreichen Mannschaft gehen am nächsten Montag stolz zur Arbeit und strahlen die ganze Woche. Die Verlierer gehen entweder gar nicht zur Arbeit oder müssen sich die ganze Woche aufziehen lassen. Das ist toll.«

Mark Hughes sieht es ähnlich und lässt sich durch die anwesenden Mitglieder der legendären City-Mannschaft inspirieren. »Die Leute vergessen bisweilen, was für eine großartige Elf City damals hatte«, sagt Hughes. »Sie waren nicht nur die beste Mannschaft in Manchester und in England, sondern eine der besten in Europa. Das muss auch heute unser Ziel sein und darauf arbeiten wir hin. Es ist gut zu wissen, dass City in der Vergangenheit eine so starke Mannschaft hatte, denn das gibt uns die Zuversicht, es auch schaffen zu können.«

Trotz der riesigen Investitionen, die City in diesem Sommer getätigt hat, trauen nur wenige Beobachter der Mannschaft zu, in die Top Four der Premier League vorzudringen. Ein paar davon änderten nach einem 4:2 über Arsenal Mitte September ihre Meinung, und ein Sieg im Old Trafford würde wohl auch die letzten Zweifler überzeugen, dass ein Machtwechsel im englischen Fußball anstehen könnte. Sir Alex Ferguson zählt freilich zu den Skeptikern und gibt sich auf der Pressekonferenz vor dem Match die allergrößte Mühe, die Bedeutung des Spiels und des Wechsels von Tevez zu relativieren. »Carlos Tevez interessiert mich nicht. Ihr wichtigster Spieler wird am Sonntag ohnehin fehlen«, sagt Ferguson und bezieht sich damit auf Emmanuel Adebayor, der nach einem Tritt gegen seinen früheren Mitspieler Robin van Persie für drei Partien gesperrt worden ist. »Das wichtigere Derby wird für uns ohnehin immer das gegen Liverpool sein«, fährt Sir Alex fort. »Das hat historische Gründe. Als ich hier ankam, waren sie Nummer Eins in Europa, sie hatten viermal den Europapokal und mehrere Meisterschaften gewonnen. Gegen die Geschichte kommt man nicht an.« Als Ferguson bei Manchester United anfing, erklärte er es zu seinem Hauptanliegen, »Liverpool von ihrem beschissenen Thron zu stürzen«.

In seiner eigenen Pressekonferenz wählt Mark Hughes nun fast dieselben Worte, um seine Ziele zu formulieren: »Wir wollen United vom Thron stürzen. Das wäre eine großartige Leistung, denn United ist schon sehr lange erfolgreich.« Zum Abschluss kann sich Hughes allerdings eine kleine Stichelei nicht verkneifen: »Sie kommen aus der gleichen Stadt wie wir – na ja, nicht ganz – und sie sind der Maßstab, an dem wir uns orientieren müssen.«

Auch die Fans lassen es sich nicht nehmen, sich gegenseitig aufzuziehen. Auf Seiten der Roten sieht man T-Shirts, auf denen »Keine Titel, keine Seele, viele Söldner« zu lesen ist, oder auch »Eure Spieler sind teuer, unsere schreiben Geschichte«. Im Stadion wird ein Banner entrollt, auf dem »33 years« steht – solange ist es her, dass City einen Titel gewonnen hat. Doch auch die City-Anhänger lassen sich nicht lumpen. Viele von ihnen tragen rote Shirts, auf denen Michael Owen, Uniteds einzige namhafte Verpflichtung des Sommers, auf Krücken zu sehen ist, dazu die Worte »Welcome to Stretford«. Nachdem der eigene Klub etliche Millionen investiert und der Rivale Stars wie Cristiano Ronaldo und Tevez verloren hat, haben die City-Fans den Transfer des von zahlreichen Verletzungen geplagten Owen eher belustigt zur Kenntnis genommen.

Manchester United und Manchester City weisen heute Besitzverhältnisse auf, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. United gehört der Glazer-Familie aus Florida, die ein Darlehen von mehr als einer Milliarde Pfund aufgenommen hat, um den Kauf finanzieren zu können, und die Verbindlichkeiten dann einfach auf den Verein überschrieb. United zahlt nun jährlich mehr als 50 Millionen Pfund, um die Schulden zu tilgen. Alex Ferguson behauptet zwar, die 80 Millionen Pfund aus dem Verkauf von Cristiano Ronaldo in neue Spieler investieren zu können, verhielt sich aber auf dem Transfermarkt in diesem Sommer erstaunlich zurückhaltend. Citys neuer Besitzer Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan hingegen verfügt über ein Privatvermögen von 35 Milliarden Pfund und ein Familienvermögen von 500 Millionen Pfund. Mit anderen Worten: City hat Geld wie Heu und ist aktuell ohne Zweifel der reichste Klub der Welt.

Beim Derby geht es deswegen um den Kampf zwischen altem Adel und neureichen Emporkömmlingen, zwischen altem Geld aus Amerika und neuem Geld aus Arabien, Tevez und Owen und noch einiges mehr. Das Match hält allemal, was es verspricht.

Nach zwei Minuten tanzt Wayne Rooney durch die Defensive der Gäste und erzielt das 1:0. Gareth Barry gelingt 14 Minuten später der Ausgleich. United ist danach spielbestimmend, trotzdem müsste Carlos Tevez sein Team in Führung bringen, trifft aber nur den Pfosten. »Was für eine Geldverschwendung«, singen die United-Fans über den Argentinier, den sie bis vor kurzem verehrt haben. United beginnt auch die zweite Halbzeit überlegen, und die Defensivleistung der Gäste veranschaulicht die alte Weisheit, dass man mit Geld eben doch nicht alles kaufen kann. Insgesamt 52 Millionen hat die Viererkette um Micah Richards, Wayne Bridge, Joleon Lescott und Kolo Touré gekostet, aber keiner von ihnen ist zur Stelle, als Darren Fletcher völlig freistehend eine Flanke von Ryan Giggs zum 2:1 einköpft. Alex Ferguson mag die Bedeutung des Matches heruntergespielt haben, doch seine ekstatische Jubelarie spricht eine andere Sprache. Selten hat man einen 67-Jährigen derart ausgelassen gesehen. Drei Minuten später und nach Craig Bellamys sehenswertem Ausgleichstreffer kaut Sir Alex wieder wie gewohnt nervös auf seinem Kaugummi herum. City scheint sich mit dem Unentschieden zufrieden zu geben, doch United drängt auf das 3:2. In der 77. Minute kommt Michael Owen für Dimitar Berbatov ins Spiel, drei Minuten später geht United erneut in Führung – wieder hat Ryan Giggs geflankt, wieder hat Darren Fletcher geköpft, wieder hat Citys Defensive geschlafen. Und Ferguson führt wieder seinen kleinen Tanz auf. Als der vierte Offizielle vier Minuten Nachspielzeit anzeigt, sind das vier Minuten mehr, als sich die United-Fans gewünscht haben, und 30 Sekunden später besorgt Craig Bellamy erneut den Ausgleich. Das soll es dann wohl gewesen sein in einem der spannendsten und dramatischsten Derbys aller Zeiten, oder?

Von wegen! Aufgrund des Tores und einer Einwechslung verlängert der Schiedsrichter die Nachspielzeit um weitere 90 Sekunden. In der 96. Minute spielt Giggs einen perfekten Pass auf Owen, der mit seinem ersten Ballkontakt nicht nur ins Tor, sondern auch mitten ins Herz der City-Fans trifft.

Im Old Trafford brechen danach alle Dämme. Sir Alex und die übrige United-Bank rennen jubelnd aufs Spielfeld, während sich Hughes angewidert und enttäuscht abwendet.



Sekunden später pfeift der Schiedsrichter ab. Auf der anschließenden Pressekonferenz macht Ferguson aus seiner Genugtuung keinen Hehl. »Für uns ist es ungewohnt, dass City in den Medien größere Beachtung geschenkt wird als uns. Manchmal hat man eben einen unliebsamen Nachbarn, mit dem man irgendwie klarkommen muss.« Der sichtlich verärgerte Hughes versucht, der Niederlage etwas Positives abzugewinnen. »Das Spiel sollte uns Mut machen. Man hat gesehen, wie viel es den Jungs bedeutet hat. Die Saison ist noch lange nicht verloren, und wir werden oben dranbleiben.«

Und das ist gut für die Premier League, in der seit Jahren stets die gleichen vier Klubs die ersten vier Plätze und damit auch die Champions-League-Gelder unter sich ausmachen. Mit dieser Hegemonie scheint es nunmehr vorbei zu sein. Ein neuer Herausforderer ist angetreten, um die Vormachtstellung der etablierten Klubs zu durchbrechen und nicht nur England aufzumischen, sondern auch eine Stadt, in der seit Ewigkeiten klare Verhältnisse herrschten. Willkommen in Manchester.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!