12.05.2014

Mainz-HSV in der Spielanalyse

Ein letztes Mal umgestellt

Eigentlich sollte die Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und dem Hamburger SV ein Abstiegskrimi werden. Dank der Niederlagen von Nürnberg und Braunschweig verflachte es jedoch nach der Pause. So war es vor allem die Abschieds-Show von Match-Coach Thomas Tuchel. Die 11FREUNDE -Taktikanalyse.

Text:
Tobias Escher
Bild:
imago

Eigentlich sollte am Samstag in der Mainzer Coface-Arena der Hamburger SV im Rampenlicht stehen. Als kurz vor dem Spiel jedoch Gerüchte konkret wurden, nach denen Thomas Tuchel Mainz verlassen werde, richtete sich er Blick schnell auf den FSV – und Tuchel bewies noch einmal, wieso Schalke und Bayer Leverkusen ihn verpflichten wollten.

Hamburg mit starkem Pressing

Thomas Tuchel schickte sein Team in einem 4-2-3-1 aufs Feld. Dummerweise spielten sie mit diesem System den Hamburgern in die Karten: Diese hatten sich mit ihrem Pressing ganz auf die Spielweise der Mainzer eingestellt. Mirko Slomka ließ sein Team ein aggressives Angriffspressing spielen. Robert Tesche stieß dabei aus dem Mittelfeld hervor, sodass Hamburg oftmals in einer Rautenähnlichen Formation agierte. Der HSV konnte mit dieser Formation Druck auf Johannes Geis ausüben, wenn dieser zwischen die Innenverteidiger fiel und das Spiel aus der Tiefe aufbauen wollte. Milan Badelj sicherte dahinter gegen Elkin Soto ab.
Ein Problem der Mainzer war, dass sie die Räume hinter Badelj nicht bespielen konnten. Yunus Malli war als Zehner wenig präsent. Zudem kamen sie im Zentrum nicht am Pressing der Hamburger vorbei und mussten den Weg über die Außen oder lange Bälle wählen – zwei taktische Stillmittel, die den Mainzern eher nicht liegen. So hing Okazaki bis zur Pause vollständig in der Luft und verbuchte nur fünf Ballkontakte. Bis zur Pause hatten die Mainzer nur eine wirkliche Chance – und diese wurde von einem klaren Fehler von Heiko Westermann begünstigt. Soto nutzte seinen Fehler zum Führungstreffer (7.).

Der HSV dominierte das Spiel aus der Defensive. Ihre zahlreichen Versuche, über die linke Seite zu kombinieren, blieben allerdings fruchtlos. Mainz blockierte die diagonalen Läufe von Linksaußen Hakan Calhanoglu, indem sein Gegenspieler Christoph Moritz sich etwas zentraler positionierte. Rafael van der Vaart fand daher keine Anbindung zu Calhanoglu, selbst dann nicht, als der Holländer sich immer öfter auf die linke Seite fallen ließ. So kamen die Hamburger vor allem über Standardsituationen zu Chancen – und zum Ausgleichstreffer durch Lasogga (12.).

 
 
 
 
 
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