28.04.2014

Mainz gegen Nürnberg in der Spielanalyse

Kommt Zeit, kommt Mainz

Auch nach der Entlassung von Trainer Gertjan Verbeek verliert der 1. FC Nürnberg. Gegen den FSV Mainz 05 standen die Nürnberger stabiler, kreierten allerdings kaum Torgefahr. Die 11Freunde-Taktikanalyse beleuchtet das Spiel.

Text:
Tobias Escher
Bild:
imago

Schwierige Situationen erfordern drastische Maßnahmen. Unter der Woche entschlossen sich die Verantwortlichen des 1. FC Nürnbergs, Trainer Gert Verbeek zu entlassen – und das nur drei Spieltage vor Saisonende. Der Niederländer fiel durch seine extremen taktischen Maßnahmen auf: Meist agierten seine Nürnberger mit extremen Mannorientierungen, die fast schon Manndeckungen waren, und rückten im Pressing weit auf. Medienberichten zufolge fand diese offensive Strategie keinen Anklang bei den Spielern. Sie forderten angeblich die Entlassung des Trainers und eine defensivere Taktik.

Interims-Coach Roger Prinzen soll den Nürnbergern zu einer stärkeren Defensive verhelfen und sie vor dem Abstieg bewahren. In seinem ersten Einsatz gegen den FSV Mainz 05 setzte Prinzen auf eine 4-3-1-2-Formation. Sein Gegenüber Thomas Tuchel ließ sein Team zunächst in einem 4-4-2 agieren.

Von allem ein bisschen weniger

Auf Seiten der Nürnberger blieb der große Bruch nach dem Trainerwechsel aus. Prinzen behielt die charakteristischen Merkmale des Verbeek-Fußballs bei. Sein Team ließ in der Anfangsphase den Ball in der eigenen Hälfte zirkulieren und orientierte sich defensiv im Zweifel eher am Mann denn am Raum. Auch das charakteristische Herausrücken der Innenverteidiger blieb bestehen.

Allerdings führte Nürnberg die eigene Strategie weniger extrem durch. Die Außenverteidiger und die Mittelfeldspieler rückten in der Offensive nicht so weit nach vorne. Nürnberg war darauf bedacht, keine Räume für Konter zu öffnen. So befanden sich selten mehr als drei Spieler vor dem Ball.
Die ersten 20 Minuten des Spiels waren daher geprägt von den zurückhaltenden Strategien beider Teams. Nürnberg versuchte zwar, das Spiel zu kontrollieren, allerdings gelang ihnen nur selten, den Ball hinter das Mainzer Mittelfeld zu spielen. Dabei baute Nürnberg das Spiel leicht asymmetrisch auf. Die rechts agierenden Frantz und Chandler spielten etwas tiefer als die linke Seite. Beide hatten jedoch ihre liebe Mühe, das Spiel von der Abwehr in den Sturm zu tragen. Frantz brachte gerade einmal 66% seiner Pässe an den Mann, Chandler gar nur 33%. Letzterer wurde folgerichtig zur Pause ausgewechselt.

Kommt Zeit, kommt Mainz

Mainz schaute sich das Ganze erst einmal in Ruhe an. Erst nach und nach rückte der FSV weiter heraus und attackierte früher. Elkin Soto agierte höher, wodurch Mainz‘ System nach einiger Zeit eher einem 4-1-3-2 ähnelte. Tuchel tat zudem gut daran, auf eine technisch starke Anfangself zu setzen – immer wieder ließen die Mainzer Angreifer mit Finten und Tricks ihre mannorientierten Gegenspieler ins Leere laufen. Mainz vermochte es besonders gut, im Umschaltmoment die gegnerischen Verteidiger aus der Formation zu ziehen.

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