Mainz gegen Hertha in der Spielanalyse

Das Hipster-Derby

Ein Fußballspiel, zig Formationen: Beim Sonntagsspiel zwischen dem FSV Mainz 05 und Hertha BSC wechseln Luhukay und Tuchel ihre taktischen Formationen öfter als andere Coaches ihren Trainingsanzug. Die 11FREUNDE-Taktikanalyse klärt, wieso das 1:1-Unentschieden ein gerechtes Ergebnis war.

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Das Duell zwischen Mainz und Hertha BSC könnte wohl auch als »Hipster-Duell« betitelt werden. Beide Teams sind für ihre moderne Spielweise bekannt, und beide Trainer scheuen sich nicht, im Spiel ihr System anzupassen – wenn es sein muss auch mehrmals. So bot das direkte Aufeinandertreffen von Thomas Tuchel und Jos Luhukay jede Menge Gesprächsstoff für Taktik-Hipster und solche, die es werden wollen.

Berlins 4-1-4-1 resultiert in Rasenschach

Die erste taktische Anpassung ließ nicht lange auf sich warten: Nach nur wenigen Minuten gab Hertha das Experiment auf, mit einer Raute zu agieren. In den Anfangsminuten konnte Mainz gegen die Berliner Raute einige Male über die Flügel durchbrechen. Im vorderen Drittel fehlte Berlin hingegen die Breite, sodass sie sich an den beiden Mainzer Viererketten festspielten. Das Team von Tuchel stand im 4-2-3-1/4-4-2-Mix äußerst stabil.

Hertha stellte daher nach nur knapp zehn Minuten auf einen Misch aus 4-2-3-1 und 4-1-4-1 um, Sami Allagui ging auf die rechte Seite. Dieser Systemwechsel diktierte den weiteren Verlauf der ersten Halbzeit. Hertha stand nun defensiv stabiler und konnte das Zentrum schließen, allerdings fehlte ihnen nach vorne jegliche Kreativität. Eine 4-1-4-1-Formation hat den Makel, dass der Stürmer vorne allein gelassen wird. Wenn keine Mittelfeldspieler nachrücken, kann er den Ball nur schwerlich halten – genau das passierte. Adrian Ramos hing in der Luft und Hertha konnte die langen Bälle, die Mainz ihnen mit einem hohen Pressing aufzwang, nicht in den eigenen Reihen halten.


Die Mainzer brauchten ein paar Minuten, um sich an die neue Formation der Berliner zu gewöhnen, doch besonders zwischen der 15. und der 30. Minute konnten sie sich mehrere Chancen erspielen. Sie umgingen das enge Mittelfeld der Herthaner mit langen Bällen auf Shinji Okazaki und Angriffen über die linke Seite. Hertha stand asymmetrisch und verteidigte Mainz' rechte Seite sehr eng, auf dem gegenüberliegenden Flügel konnte Eric-Maxim Choupo-Moting jedoch in die Lücken hinter dem hoch agierenden Allagui stoßen. Mainz vergab jedoch einige gute Chancen, sodass es torlos in die Kabinen ging.

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