Magdeburg-Fan stirbt auf Zugfahrt

In Schockstarre

In einem Zug treffen Halle- und Magdeburg-Anhänger aufeinander. Wenig später ist ein junger Mensch tot.

imago

Es ist noch keine vier Monate her, dass wir in Magdeburg waren, um  den FCM für unser Bundesliga-Sonderheft zu porträtieren. Wir hatten den Verein nicht allein deshalb ausgewählt, weil er ein Traditionsklub ist und uns als ein gutes Beispiel für den Aufschwung Ost erschien. Nein, auch die Fußball-Euphorie in der Stadt war ansteckend – und ungewöhnlich. Während das ganze Land sich durch eine langweilige EM quälte und sich allerorten eine bleierne Fußballmüdigkeit auszubreiten schien, war ganz Magdeburg voller Vorfreude auf die neue Saison.

Plötzlich ist alles anders. Eine junger Mensch hat sein Leben verloren und eine Stadt befindet sich in einer Art Schockstarre. 

In der Nacht zum 2. Oktober trafen vier FCM-Anhänger in einer Regionalbahn von Wolfsburg nach Magdeburg auf etwa 80 Fans des Halleschen FC, die auf der Rückreise vom Spiel ihrer Mannschaft bei Fortuna Köln waren. Einige hundert Meter hinter dem Bahnhof Haldensleben stürzte einer der Magdeburger – ein 25-jähriger namens Hannes – durch eine Tür aus dem fahrenden Zug. Er zog sich so schwere Kopfverletzungen zu, dass er in ein künstliches Koma versetzt wurde. Am 12. Oktober starb er.

Vieles an dem Fall ist noch völlig unklar

Im Großen und Ganzen ist das noch immer alles, was man mit Sicherheit sagen kann. Die Polizei gründete einige Tage nach dem Vorfall eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe, weil noch vieles an dem Fall völlig unklar war, unter anderem, ob Hannes sprang oder gestoßen wurde und wie sich die Tür des Zuges überhaupt öffnen ließ.

Auch deshalb kann oder will sich kaum jemand aus dem Umfeld des FCM momentan zu der Tragödie äußern. Der Klub spricht von »Trauer und Bestürzung« und will ansonsten »die Ergebnisse der Ermittlungen« abwarten. Beim Fanprojekt verweist man auf ein Statement der Magdeburger Ultras, in der es heißt: »Die Situation geht uns sehr nahe und wir sind immer noch mehr als erschüttert. 

An Fußball und alles, was das Fanleben ausmacht, ist momentan absolut nicht zu denken.« Ein Vertreter der Fanhilfe sagt: »Wir sind sprachlos und können nicht begreifen, was passiert ist.«

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