Mafia-Experte Jürgen Roth

„Schalke hat Sex ohne Kondom“

Ein Sponsorvertrag mit Gazprom befreit Schalke 04 aus seiner Finanzmisere. Mafia-Experte Jürgen Roth hält das jedoch für den cleveren PR-Coup eines Konzerns, der Verbindungen in die Kriminalität unterhält. Reinaldo Coddou H.
Heft #61 12 / 2006
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11 Freunde: Jürgen Roth, der russische Konzern Gazprom wird ab 1. Januar 2007 Hauptsponsor des FC Schalke 04. Warum engagiert sich das Unternehmen im deutschen Fußball?

Jürgen Roth: Der Schalke-Deal, ist eine billig erkaufte PR-Maßnahme für ein Unternehmen mit ziemlich zweifelhaftem Ruf. Gazprom will dieses doch eher negative Image für seine Expansion auf dem westeuropäischen Markt aufpolieren.

11 Freunde: 125 Millionen Euro für sechs Jahre Sponsoring nennen Sie billig?

Roth: Für Gazprom sind das Peanuts. Nur ein Beispiel: Mir liegt eine Geldwäscheverdachtsanzeige des deutschen Zolls vor, wonach ein Unternehmer, der behauptet Repräsentant von Gazprom aus Tschechienzu sein, mit zweistelligen US-Dollar Milliardenbeträge auf dem schwarzen Finanzmarkt jongliert.

11 Freunde: Generell will Gazprom mit dem Schalke-Deal also nichts anderes als Firmen wie T-Com beim FC Bayern oder Bet & Win beim SV Werder – mit Sponsoring das Image verbessern.

Roth: Der Unterschied ist aber, dass sich die T-Com und Bet & Win an westliche rechtstaatliche Normen halten müssen und in einigermaßen demokratischen Strukturen organisiert sind.

11 Freunde:
Der russische Staatskonzern Gazprom nicht?

Roth: Gazprom ist der größte Energiekonzern der Welt, er verfügt gleichzeitig über unglaubliche Macht. Entsprechend verhält sich das Unternehmen: Gazprom handelt erpresserisch – etwa, wenn wegen der orangenen Revolution der Ukraine den Gashahn zudreht. Oder im Fall Georgien, wo auf einmal den Gaspreis um 100 Prozent erhöht. Und es bestehen seltsame Verbindungen zu kriminellen Strukturen.

11 Freunde:
Wie kann das angehen?

Roth: Rechtstaatlichkeit und Transparenz in unserem Sinne, gibt es in Russland nicht einmal ansatzweise. In Deutschland fragt man bei Geschäften noch: Woher kommt das Geld? Welche Interessen haben die Investoren? Doch bei Schalke scheint diese Transparenz angesichts der dortigen Finanzmisere keine Rolle mehr zu spielen.

11 Freunde: Dabei lag das Gasmonopol doch zu Zeiten der Sowjetunion in Händen der Regierung.

Roth: Richtig, aber damals kooperierte das Gas-Ministerium bereits eng mit dem russischen Geheimdienst KGB. Als Anfang der neunziger Jahre das Ministerium in Gazprom umgewidmet wurde, als staatliches Unternehmen, verkam der Konzern – wie alles in der russischen Wirtschaft – zu einem Selbstbedienungsladen der alten Nomenklatura, in dem sich dubiose Teilhaber Milliarden auf private Konten schaufelten.

11 Freunde:
So einfach war das?

Roth: Da wurden beispielsweise Aufträge für den Bau von Pipelines ausschließlich an Günstlinge bei Tochterfirmen vergeben. Daraus resultierte eine verhängnisvolle Kombination: Obwohl der Staat immer noch die Mehrheitsbeteiligung an Gazprom besitzt, liegen Teile auch in der Hand von mafiosen Strukturen.

11 Freunde: An wen denken Sie dabei?

Roth: Es existiert ein Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) aus dem Frühjahr 2006, wonach sowohl die kalabresische ’Ndràngheta als auch die Cosa Nostra aus Sizilien Gazprom-Aktienpakete in einer Größenordnung von rund 3 Prozent erworben haben sollen. Die Staatsanwaltschaft in Palermo berichtet, dass sogar ein führender Gazprom-Mann engste Verbindungen zu einem wichtigen Mitglied der Cosa Nostra – dem Ciancinimo Clan – unterhalten hatte.

11 Freunde: Ist Gazprom also zumindest zu drei Prozent ein kriminelles Unternehmen?

Roth: Nein, so einfach ist das nicht. Gazprom hat jedoch Tochterunternehmen, die von Männern mit zwielichtiger Vergangenheit geführt werden. Alisher Usmanow, der, glaubt man russischen Journalisten, in den neunziger Jahren für eine Mafia-Organisation in Moskau über eine Bank Geldwäsche betrieben haben soll, ist Chef einer Tochtergesellschaft von Gazprom. Er bestreitet natürlich diese Vorwürfe. Und einer, der jetzt in der Ukraine bevorzugt von Gazprom beliefert wird, ist Rinat Achmetow…

11 Freunde: …der Präsident und Besitzer von Schachtjor Donezk…

Roth: …und nachweisbar bis 1995 eine der Führungsfiguren in der organisierten Kriminalität im Donezkbecken,. Nachdem sein Protegè, Achat Bragin –ein klassischer Gangster – im Präsidentenamt des Klubs einem Bombenattentat zum Opfer fiel, wurde Achmetow, der – so wurde behauptet – zuvor „die Drecksarbeit“ für Bragin erledigte, Chef von Schachtjor.

11 Freunde: Schalke legitimiert den Deal mit der Begründung, Gazprom sei Hauptsponsor ohne Mitspracherecht im Verein. Machen sich die Klub-Verantwortlichen etwas vor?

Roth:
Es wäre das erste Mal, dass russische Investoren ihr Geld ausschließlich für reine Werbung investieren. Was Schalke macht, ist wie Sex ohne Kondom: Es macht Spaß, weil es gutes Geld bringt, aber es birgt das große Risiko, dass sich politische und wirtschaftliche Interessen des Kreml im Klub festsetzen und die sich wie ein heimtückischer Virus ausbreiten.


11 Freunde: Wie, glauben Sie, wird sich Gazprom ein Mitspracherecht bei Schalke erschleichen?

Roth:
Gazprom ist nicht berühmt für transparente Unternehmenspolitik. Sie werden den Schalke-Verantwortlichen eher nicht mitteilen, wie sie vorzugehen gedenken.

11 Freunde:
Gazprom schießt auch Geld in den Verein Zenit St. Petersburg. Wissen Sie, wie es dort mit dem Engagement des Sponsors läuft?

Roth: Offiziell unterstützt Gazprom Zenit St. Petersburg seit Herbst 2005. Dazu gibt es jedoch eine bizarre Vorgeschichte: Der vorige Präsident des Vereins war Wladimir Kogan, Chef der Promstroj Bank, wo Putin seine privaten Konten hat. Kogan unterhält zudem gute Beziehung zu Wladimir Kumarin, dem Chef der Tambowskaja, der einflussreichsten kriminellen Organisation in St. Petersburg. Die offiziellen Zahlen des Innenministeriums von 2002 besagen, dass 70 Prozent der Wirtschaft von St. Petersburg von der Tambowskaja kontrolliert wird, auch dank Wladimir Putin.

11 Freunde: Das heißt im Klartext?

Roth: Die Verbindungen vom Kreml und Gazprom zu mafiosen Strukturen treffen im Fußball in St. Petersburg aufeinander. Möglicherweise ist Zenit St. Petersburg schon einen Weg gegangen, der Schalke 04 nun bevorsteht.

11 Freunde: Aber bei Schalke 04 sitzt mit Gerd Rehberg doch ein honoriger Politiker im Präsidium.

Roth: Ich bin überzeugt, dass bei Schalke 04 im Vorstand alles stimmt. Trotzdem sollten die Verantwortlichen Zenit St. Petersburg als mahnendes Beispiel sehen, wo Finanziers mit Unterwelt-Kontakten in der Verantwortung waren – und nun Gazprom, was in meiner subjektiven Wahrnehmung derartige Verbindungen sicher nicht verhindert.

11 Freunde: Mit welchen Leuten wird Schalke zu tun bekommen?

Roth: Das ist heute schwer zu sagen. Wahrscheinlich alles hochangesehene, aber leider
etwas schwer zu durchschauende Unternehmer mit besten Verbindungen in den Kreml.

11 Freunde:
Was würden Sie einem Verein raten, der als nächstes ein Angebot von Gazprom erhält?

Roth:
Ein Verein, der noch ansatzweise rechtstaatliche und demokratische Werte als Unternehmenspolitik verfolgt, muss so eine Offerte kategorisch ablehnen und Gazprom oder ähnliche Kaliber vor die Tür setzen.

11 Freunde:
Wenn sogar der BND informiert ist, wie Gazprom agiert, warum mischt sich die Politik beim Gazprom-Deal nicht ein?

Roth: Die kann bekanntlich nur warnen. Günter Nooke, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, beklagt zu Recht, dass eine Kooperation mit Gazprom zur Imagepflege eines undemokratischen Staates beiträgt.

11 Freunde:
DFB-Präsident, Dr. Theo Zwanziger, äußerte sich zum Gazprom-Deal hingegen wie folgt: „Wir brauchen im Fußball Sponsoren. Die Zusammenhänge möchte ich im Einzelnen nicht bewerten“. Was sagen Sie dazu?

Roth: So eine Haltung ist schlicht gesagt, dumm oder zynisch. Dabei sollte er wissen, dass ein Großteil von Sponsorengeld aus der ehemaligen Sowjetunion mit höchst zweifelhaften Methoden erwirtschaftet wurde. Es wundert mich, dass Zwanziger nicht erkennt, dass solches Engagement den europäischen Fußball mittelfristig zerstört.



11 Freunde: Auch Karl-Heinz Rummenigge erklärte, der Deal sei gut für alle Clubs, weil er zeige, dass „die Bundesliga in Europa über den stärksten Sponsorenmarkt verfügt.“

Roth: Da ist eine grobe Fehleinschätzung, denn sie lässt völlig außer Acht, dass Großsponsoren aus Russland in Märkten wie Italien oder England ohnehin längst Fuß gefasst haben.

11 Freunde: Woraus resultiert Ihres Erachtens die ignorante Haltung der Funktionäre?

Roth:
Sie ist eine Folge der zunehmenden wilden Kapitalisierung des Sports. Fußball wird zu einer Ware, die nur derjenige erhält, der am besten zahlt.

11 Freunde:
Sie sagen, Gazprom erpresst und wäscht Geld. Schreckt der Konzern auch vor Schlimmerem nicht zurück?

Roth: Das hat Gazprom nicht nötig. Aber, wer dort kritisch über das Unternehmen oder Machenschaften des Kreml – was im Grund das gleiche ist – berichtet, sollte sich möglichst fünf kugelsichere Westen anlegen. Sicher ist jedenfalls, dass für die massive Einschränkung der Pressefreiheit in den letzten Jahren Gazprom eine wichtige Rolle spielte.

11 Freunde: Wie gefährlich sind demnach Oligarchen wie Roman Abramowitsch, die sich ebenfalls im Fußball engagieren?

Roth:
Abramowitsch ist über den klassischen Raubtierkapitalismus, also Erpressung, Betrug und Bestechung, an sein Vermögen gelangt. Ob auch Blut an seinen Händen klebt, halte ich für unwahrscheinlich. Bei Rinat Achmetov hingegen, der den Champions-League-Teilnehmer Schachtjor Donezk besitzt, wäre ich mir, was Killermentalität angeht, nicht so sicher. Immerhin bezeichnete ihn im Sommer 2005 der Chef der Abteilung für Organisierte Kriminalität in der Ukraine als „Top-Größe der Organisierten Kriminalität in der Ukraine.“

11 Freunde:
Wie unterscheiden sich die Machenschaften der Oligarchen von den Geschäften, die Gazprom macht?

Roth:
Wo soll denn der Unterschied liegen? Oligarchen sind als Geschäftsleute nicht handlungsfähig, wenn sie nicht mit Gazprom kooperieren. Zum Beispiel ein Oligarch, der sein Geld aus der Aluminiumbranche zieht, der ist auf Gaslieferungen angewiesen. Wenn er sich dem Diktat von Gazprom bzw. dem Kreml beugt, wird er in Ruhe gelassen. Widersetzt er sich aber bekommt er es mit dem Kreml zu tun und wandert in das Zuchthaus.

11 Freunde: Geht es den Oligarchen beim Fußball auch um sportlichen Erfolg?

Roth:
Das sind eiskalte Geschäftsleute. Die befriedigen als Klub-Präsidenten lediglich ihre Profilneurose, indem sie sich vor einer breiten Öffentlichkeit als gönnerhafte Mäzene positionieren.

11 Freunde:
Bedeutet die öffentliche Wahrnehmung durch den Fußball auch einen besseren Schutz vor Attentaten?

Roth: Wenn ein Mann wie Abramowitsch wirklich Angst vor der Russenmafia haben müsste, wäre er längst tot. Er ist nur gefährdet, wenn er nicht die Politik des Kreml befolgt. Als Schoßhund von Putin besteht diese Gefahr nicht. Oligarchen, die mit einer Armee aus Leibwächtern auftreten, wollen sich nur wichtig machen.

11 Freunde:
Warum investiert ein Oligarch wie Rinat Achmetov bei Schachtjor Donezk und nicht bei einem der prestigeträchtigen Klub aus dem Westen?
Roth: Weil er Ukrainer ist und über den Fußballklub Schachtjor Donezk einen enormen politischen und wirtschaftlichen Einfluss ausüben kann. Und man weiß ja nicht wie die Zukunft aussieht. Vielleicht hat er bereits in Osteuropa in den Fußball investiert.


11 Freunde:
Der Oligarch Boris Beresowski soll über einen Mittelsmann den brasilianischen Klub Corinthians gekauft haben. Was ist Beresowski für ein Typ?

Roth:
Ein intelligenter Krimineller, der sein Geld unter anderem ursprünglich im Autohandel gemacht hat. In seinem direkten Umfeld sind viele Menschen auf unnatürliche Weise zu Tode gekommen.

11 Freunde:
Der Klub Heart of Midlothian gehört inzwischen dem Oligarchen Wladimir Romanow. Teile des schottischen Präsidiums sind zurückgetreten, weil Romanow sich angeblich benehme „wie ein Diktator“.

Roth: Oligarchen benehmen sich alle so, denn sie leben in dem Glauben, durch ihren obszönen Reichtum alles bestimmen zu dürfen. Und dabei spielt Romanow noch eine eher unterbedeutende Rolle in Russland.

11 Freunde:
Argentiniens Verband hat die Rechte an Spielen seines Nationalteams dem russischen Milliardär Viktor Vekselberg verkauft. Mit wem lässt sich dort sogar ein Fußballverband ein?

Roth: Vekselberg spielt finanziell in der Klasse von Abramowitsch. Er ist ein Kind des KGB und hat sein Vermögen auf russische Art und Weise und mit dem Segen von Wladimir Putin gemacht.

11 Freunde:
Warum gehen die Dachverbände nicht gegen diese Unterwanderung der Fußballs durch Oligarchen vor?

Roth:
Ich bin sicher, dass FIFA und UEFA über die Gefahr informiert sind, die von Vereinspräsidenten wie Achmetov oder einem zwielichtigen Oligarchen wie Michael Chernoy bei Levski Sofia ausgeht. Um aber rechtlich dagegen vorzugehen, bräuchten die Verbände juristisch verwertbare Informationen gegen diese Leute. Und die sind in den betroffenen Ländern nicht zu beschaffen. Dort sind sie ja die Stützen dieser mafiosen politischen Systeme.

11 Freunde: Was macht es so schwierig?

Roth: Die Justiz ist in vielen osteuropäischen Ländern käuflich und gibt belastendes Material gegen ihre finanziellen Förderer natürlich nicht weiter. Bedenken Sie bitte, dass Rinat Achmetov den gegenwärtigen Premierminister der Ukraine, Viktor Janukowitsch, bei seinem manipulierten Wahlkampf mit viel Geld unterstützt hat. Der einstige kleine Kriminelle sitzt nun im ukrainischen Parlament und sogar im Parlamentsausschuss, der sich dem Kampf gegen organisierte Kriminalität widmet.

11 Freunde:
Uli Hoeneß sagt: „Wenn sich die Russlandisierung fortsetzt, werden wir in zehn Jahren sagen können: „Nastrowje, auf Wiedersehen, Fußball.“" Hat er Recht?

Roth: Ein kluger Satz. Den klassischen Sport aus Leidenschaft wird es dann nicht mehr geben, sondern nur noch den gnadenlosen Wettbewerb zwischen Superreichen, die sich darin messen, wer über die größte Macht und Finanzmittel verfügt. Für sie ist alles käuflich, wirklich alles. Das genau haben sie ja bereits perfekt in ihren Heimatländern praktiziert.

11 Freunde:
Lässt sich das Rad noch zurückdrehen, wenn die Gazprom ab sofort auch Bundesligavereine mit Geld zuschmeißt?

Roth: Warum nicht? Es gibt auch mutige Vereine, die sich gegen die Einflussnahme von dubiosen Sponsoren wehren: Der FC St. Pauli...

11 Freunde:
...finanziell auch nicht gerade auf Rosen gebettet...

Roth:
...hat beispielsweise eine Offerte des Osmani-Clans über 20 Millionen Euro für den Stadionneubau abgelehnt.

11 Freunde: Allerdings stehen Teile der albanischen Osmani-Familie auch konkret im Blickpunkt polizeilicher Ermittlungen.

Roth:
In Hamburg brüstet sich der Clan aber mit dem Ruf ehrenwerter Geschäftsleute. Der Unterschied zwischen denen und Gazprom ist natürlich auch, dass die Osmanis über, sagen wir, 300 Millionen Euro verfügen und Gazprom über 300 Milliarden. Der eine ist ein Zwerg der andere ein Riese. Doch keiner weiß, auf welchen undurchsichtigen Wegen sie zu ihrem vielen Geld gekommen sind.

11 Freunde:
Welche Folgen hat der Gazprom-Deal im Extremfall für den deutschen Fußball?

Roth: Ich bin Skeptiker und sage, dass das Geschäft mit dem Sport, ob Fußball oder
andere Sportarten eine magnetische Anziehungskraft für kriminelle Organisationen und ihre Strohleute hat. Wir sollten uns daran gewöhnen, dass organisierte Kriminalität in allen Lebensbereichen immer mehr an Einfluss gewinnt. So wie jeder Bürger wissen sollte, dass die Russenmafia auf verschlungenen Wegen irgendwie mitverdient, wenn er zuhause Energie verbraucht, werden Fußballfans in Zukunft wohl auch in Kauf nehmen müssen, dass die Mafia bei Spielen mit kassiert. Und das ist noch das harmloseste Szenarium.

11 Freunde:
Glauben Sie, dass die Oligarchen eines Tages das Interesse am Fußball verlieren? Michael Ballack wäre arbeitslos und der Klub ruiniert, wenn Abramowitsch den Geldhahn zu macht, den er bei Chelsea aufgedreht hat.

Roth: Das Problem ist nicht, dass die Oligarchen das Interesse verlieren, sondern dass diese Personen ihr riesiges Kapital nicht mit legalen Mitteln erwirtschaftet haben. Korruption ist noch die harmloseste Methode gewesen. Häufig ist dabei Blut geflossen. Deshalb sind sie erpressbar. Deshalb könnten sie irgendwann einmal ernsthafte Probleme bekommen – insbesondere gilt das bei vielen russischen und ukrainischen Klubs, aber auch den rumänischen oder bulgarischen Fußballvereinen. Denn wer zum Beispiel im Kreml in Ungnade fällt, verliert im Idealfall seine Freiheit und sein Geld – und schlimmstenfalls sein Leben. Und auch die Justiz in Westeuropa ist ja nicht blind. Es ist also ein Spiel mit extrem hohem Risiko.

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