Lyons Präsident wütet auf Twitter

Wer glaubst du, wer du bist?

Twitter-Accounts im Fußballgeschäft sind oftmals langweilig. Anders der von Jean-Michel Aulas, Präsident von Olympique Lyon, der darüber gerne mal Fans beleidigt.

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Wir leben in Zeiten, in denen Social-Media-Accounts von den Protagonisten des Fußballgeschäfts durch Agenturen betrieben werden, die in schöner Regelmäßigkeit nichtssagende und weichgespülte Tweets oder Posts absetzen. Der Schützling wird mit in die Höhe gerecktem Daumen neben einer Werbewand im Stadion platziert, dankt den Fans »für ihre tolle Unterstützung« und freut sich auf »die nächste Aufgabe«.

In Fußballdeutschland sehnt man sich daher vergeblich nach einem wirklich authentischen Account, in dem Spieler ungefiltert ihre Sicht der Dinge darlegen. In Frankreich hingegen bietet zumindest der Twitter-Account von Lyon-Präsident Jean-Michel Aulas beste Unterhaltung.

Die Follower holen sich Popcorn

In schöner Regelmäßigkeit begibt er sich auf Kreuzzüge gegen Fans, Journalisten, Magazine und Konkurrenten. Und scheut dabei nicht davor zurück, andere Twitterer durchaus ruppig maßzuregeln oder Journalisten in die Schranken zu weisen. Seine knapp 350.000 Follower holen Popcorn und freuen sich darüber.

Doch auch in anderen Medien macht Aulas gerne auf sich aufmerksam. Nach der Niederlage gegen Juve vor zwei Wochen bemängelte Aulas im Fernsehen die mangelnde Unterstützung des Vereins durch französische Medien, die den Erfolg des Vereins nicht wertzuschätzen wüssten. 

Eine ganz neue Dimension

Doch damit nicht genug. Kürzlich forderte Aulas vehement eine Aufhebung der Sperre gegen Nabil Fekir, der nach einem Tritt gegen seinen Gegenspieler im Spiel gegen Nizza völlig zurecht vom Platz flog. Im Jahr 2010 ohrfeigte er einen gegnerischen Fan, der sich anscheinend etwas zu laut über die Leistung von Olympique lustig gemacht hatte.

Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortführen. Aulas’ Mitteilungsbedürfnis und sein Lebensziel, seinen Verein gegenüber jeglicher Kritik zu verteidigen, haben durch Twitter allerdings eine ganz neue Dimension erfahren. 

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