Lutz-Michael Fröhlich über sein größtes Spiel

„Einfach ein perfektes Erlebnis“

Bayern gegen Lautern, das Pokalfinale 2003, war für Schiri-Veteran Lutz-Michael Fröhlich der Höhepunkt seiner Karriere. „Die Stimmung war überragend, einfach traumhaft“, schwärmt er noch heute. Imago
Heft #63 02 / 2007
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„Das DFB-Pokalfinale ist im deutschen Fußball einfach das Mekka – besonders für die Schiedsrichter. Ich als Berliner komme sonst ja nie in den Genuss, im Olympiastadion zu pfeifen. Schon allein deshalb war das Endspiel am 31. Mai 2003 etwas Besonderes. Es war nur schade, dass das Olympiastadion eine halbe Baustelle war. Die Stimmung war trotzdem überragend, einfach traumhaft.

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Die Bayern gewannen mit 3:1 – das war aber nicht der Grund für meine schönen Erinnerungen. Das Spiel lief für mich als Schiedsrichter einfach sehr unproblematisch. Ich musste kurz vor Schluss zwar Marian Hristov mit Rot vom Platz stellen, aber selbst dieses Frustfoul war so klar, dass es danach gar keine Diskussionen gab. Vor so wichtigen Spielen steht man als Schiedsrichter immer im Fokus und ich wollte unbedingt fehlerfrei pfeifen. Ich stand die ganze Zeit unter Hochspannung und war topmotiviert. Wenn Bayern auf Kaiserslautern trifft, ist ja auch immer eine gewisse Brisanz im Spiel. Aber alles lief glatt. Es gab keine strittigen Situationen und auch der Spielverlauf mit zwei schnellen Toren von Michael Ballack machte es mir relativ einfach.

Ich habe mich unheimlich heimisch und stolz gefühlt. Schon beim Herauslaufen auf das Spielfeld haben mich alle Balljungen angefeuert. Es waren Nachwuchsschiedsrichter aus Berlin, die ich auch von Lehrgängen kannte und selbst geschult hatte. Sie haben mir den Rücken gestärkt und die Partie zu einem echten Heimspiel für mich gemacht. Das gab mir noch einmal einen zusätzlichen Motivationskick, den man bei den meisten Spielen einfach nicht spürt. Auch die mediale Umgebung war für mich etwas sehr Besonderes. Denn ich arbeite beim RBB und da das Finale vom damaligen SFB übertragen wurde, kannte ich die meisten Kollegen.

Ich hatte während des gesamten Spiels eine Gänsehaut, denn auch meine Familie war im Stadion. Das Endspiel 2003 war einfach ein perfektes Erlebnis.“

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