Löws Ass im Ärmel: Lukas Podolski

Rückkehr mit Tusch

Lukas Podolski hat zuletzt seinen Status in der Nationalmannschaft eingebüßt – sogar die Teilnahme in Brasilien schien in Gefahr. Doch nun erhält er eine neue Chance – auch weil er sich in der Vorbereitung aufgedrängt hat.

imago

Der Vorhang raschelte, erst war ein Auge zu sehen, dann ein Lächeln und schließlich der ganze Mann. Lukas Podolski trat aus dem guten Teil der Maschine hinein in den Billigbereich des Flugzeugs. Beim Flug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von Frankfurt am Main nach Salvador de Bahia war Podolski der einzige Spieler, der sich in elf Stunden mal im hinteren Teil der Maschine blicken ließ. Ein bisschen Symbolik war auch dabei. Lukas Podolski, der Offensivspieler vom Londoner Premier-League-Klub FC Arsenal, war lange hinter dem Vorhang verschwunden. Jetzt aber, rechtzeitig zur Weltmeisterschaft in Brasilien, ist er wieder zum Vorschein gekommen.

Und das gewissermaßen mit einem lauten Tusch.

Einiges deutet daraufhin, dass der 29-Jährige auch bei seiner dritten WM-Teilnahme wieder eine wichtige Rolle für die Nationalmannschaft spielen wird – erst recht nach dem Ausfall von Marco Reus. Angesichts seiner überragenden Form in der Rückrunde wäre der Dortmunder erster Anwärter auf den Platz im linken offensiven Mittelfeld gewesen. Jetzt aber läuft wieder alles auf Lukas Podolski zu. »Er hat im ganzen Trainingslager einen unglaublich positiven Eindruck hinterlassen«, sagt Bundestrainer Joachim Löw. »Er war wahnsinnig aggressiv, dynamisch und körperlich stark.« Julian Draxler, der junge Schalker, ist wohl keine ernstzunehmende Konkurrenz, und André Schürrle scheint von Löw eher für die rechte Seite vorgesehen zu sein oder als falsche Neun im Angriff.

Nach der EM 2012 schien Podolski schon auf dem Abstellgleis

Seit zehn Jahren spielt Podolski inzwischen für die Nationalmannschaft, die WM in Brasilien ist sein sechstes großes Turnier – und an Länderspieleinsätzen (114) liegen nur noch Miroslav Klose (132) und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (150) vor ihm. Doch die beeindruckenden Zahlen täuschen ein wenig über seinen schleichenden Bedeutungsverlust in der Nationalmannschaft hinweg. Seit der EM 2012, als Podolski im Halbfinale gegen Italien schon zur Pause nach einem ziemlich bräsigen Auftritt ausgewechselt wurde, schien seine internationale Karriere eher im Abklingen begriffen zu sein. 13 Länderspiele hat Podolski seitdem bestritten, doch nur drei Mal stand er in der Startelf, unter anderem bei den beiden Begegnungen der USA-Reise vor einem Jahr, als fast sämtliche Stammspieler aus München und Dortmund wegen Verpflichtungen mit ihren Klubs fehlten.

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