18.03.2013

Leverkusen gegen Bayern in der Spielanalyse

Schön flüssig

Die Bayern sind in der Bundesliga nicht zu stoppen. Gegen Bayer Leverkusen reichte dem Rekordmeister eine durchschnittliche Leistung zu einem glücklichen Sieg. Auch für alle Taktikfreunde war das vermeintliche Spitzenspiel zum Teil schwere Kost. Bayer gegen Bayern – das war lange Zeit Rasenschach in Reinform.

Text:
Tobias Escher
Bild:
Imago

Nach der Niederlage gegen Arsenal drohte den Bayern ein Novum: Zum ersten Mal in dieser Saison hätten sie zwei Pflichtspiele nacheinander verlieren können. Und gerade jetzt mussten sie gegen Bayer Leverkusen antreten, das einzige Bundesliga-Team, das diese Saison gegen sie gewinnen konnte. Jupp Heynckes reagierte gelassen auf diese fast schon unmenschliche Drucksituation und schonte in Philipp Lahm, Thomas Müller, Toni Kroos und Mario Mandzukic gleich vier Stammspieler. Er trat im gewohnten 4-2-3-1-System an. Bayer Leverkusen spielte in einem 4-5-1-System.

Es fließe das Mittelfeld!   

Manch ein Zuschauer mag die erste Halbzeit als zähflüssig gesehen haben – aus taktischer Sicht trifft nur der zweite Wortteil zu, denn beide Mittelfeldreihen agierten sehr flüssig. Ständige Positionswechsel kennzeichneten die Spielweise der sechs zentralen Akteure. Auf Bayern-Seite ließ sich Bastian Schweinsteiger immer mal wieder von der Zehn fallen, dafür rückten Javi Martinez und Luiz Gustavo situativ auf. Auch Xherdan Shaqiri zog des Öfteren ins Zentrum und tausche mit Schweinsteiger die Positionen. Er sorgte damit für eine stetige Präsenz im eigenen Zehnerraum.

Die Leverkusener hielten diesen Positionswechsel eine starke Defensivleistung entgegen. Simon Rolfes, Lars Bender und Stefan Reinartz fanden stets die passende Antwort auf die Bewegungen ihrer Gegenspieler. Wenn sich das Bayern-Trio fallenließ, rückte Reinartz auf und Bender und Rolfes erhöhten den Druck. Wenn die Bayern eine Flanke überluden, gingen die Mittelfeldspieler mit. Die Werkself hatte in allen Situationen die Überzahl.

Die erste halbe Stunde glich einer Partie Rasenschach. Die Bayern mussten ihren hohen Ballbesitz in der eigenen Hälfte ausspielen, in der gegnerischen kamen sie nicht an Leverkusens dichtem Mittelfeldnetz vorbei. Bayer hingegen wollte in dieser Phase nichts riskieren und spielte die eigenen Konter abwartend aus. In ihrem 4-5-1 hing Stefan Kießling in der Luft und konnte bestenfalls Freistöße rausholen. Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe die Münchener den ersten Torschuss des Spiels verbuchen konnten.

Erst Führung, dann Schongang

Nach rund einer halben Stunde begannen die Außenverteidiger auf beiden Seiten, sich aktiver in das Spielgeschehen einzuschalten. Dadurch spielte sich die Partie stärker auf den Flügeln ab. Den Bayern kam dies entgegen: Sie konnten sich öfter mit schnellen Seitenverlagerungen oder direkten Kombinationen an Leverkusens kompaktem Mittelfeld vorbeischleichen. Vor allem Shaqiri konnte noch öfters in die Mitte ziehen, da David Alaba ihn öfter hinterlief. So leitete er aus dem halblinken Raum das 1:0 ein, das Mario Gomez mit einem sehenswerten Dribbling abschloss (37.).

 
 
 
 
 
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