Leverkusen-Dortmund in der Analyse

Kluges Spektakel

Was für ein Spitzenspiel! Das Duell Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund bot viel Spektakel, jede Menge Kampf und war auch taktisch ein Leckerbissen. Die 11FREUNDE-Spielanalyse.

Imago / spielverlagerung.de

Der Bundesliga-Sonntag bot das Duell um die Vizemeisterschaft: Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund spielten aus, wer den zweiten Platz hinter den Bayern haben darf. Leverkusen stellte sich im 4-5-1 auf und hoffte auf das Prunkstück ihres Systems: die zweikampfstarke Dreifachsechs im Zentrum, bestehend aus Stefan Reinartz, Simon Rolfes und Lars Bender.

Klug und radikal: Die Taktik des BVB

Jürgen Klopp hatte sich eine interessante Strategie zurechtgelegt, um das Zentrum zu umgehen: Mario Götze ließ sich weit in die eigene Hälfte fallen, um sich nicht in offensiven Zweikämpfen aufzureiben. Aus der Tiefe verteilte er die Bälle auf die Flügel, wo die Außenverteidiger und der umtriebige Robert Lewandowski auf die Zuspiele warteten. Warum der BVB dies tat, wurde ironischerweise beim frühen Führungstreffer deutlich: Sven Bender musste im Zentrum ins Duell mit Leverkusens Sechsern, und mit Glück erreichte der Ball Lewandowski. Dessen feinen Pass versenkte Marco Reus, der vom Flügel in die Schnittstelle sprintete (3.).

Nach der Führung intensivierten die Dortmunder ihr typisches Pressing, sie rückten sogar aggressiver auf als sonst: Die Viererkette der Borussen stand dermaßen hoch, dass auch die Sechser und Außenstürmer bis an den gegnerischen Sechszehner gehen konnten, ohne Räume zwischen den Lücken entstehen zu lassen. So provozierte der BVB in der achten Minute einen Fehlpass in der gegnerischen Hälfte, Ilkay Gündogan schaltete blitzschnell um. Lewandowski holte einen Elfmeter raus, den Jakub Blaszczykowski versenkte.

Das frühe Führungstor spielte den Dortmundern in die Karten. Nach und nach wurde ihre Defensivstrategie deutlich: Sie verteidigten extrem eng. Die Außenspieler von Dortmund rückten weit ein, alle Dortmunder waren stets auf der ballnahen Seite. Von so vielen Gegenspielern umringt konnte Leverkusen nicht zu seinem flachen Direktspiel finden.

Die Schattenseite dieser Strategie deutete sich schon vor der Pause an und sollte ihnen danach Probleme bereiten: Der BVB stand dermaßen eng, dass einfache Flügelwechsel das gesamte Abwehrkonstrukt aushebelten. Zudem war die hohe Abwehrreihe anfällig für Schnittstellenpässe. Hummels und Santana wirkten mit ihrer Abseitsfalle nicht eingespielt und hatten einige Male Glück, dass Leverkusener Angreifer zu früh starteten.

Leverkusen nach der Pause: Mit Risiko und Herz

Nach der Pause drehte sich das Spiel schlagartig. Leverkusen setzte nun voll auf Risiko – und es machte sich bezahlt! Mit Sidney Sam (für Rolfes) brachte das Trainergespann einen offensiveren Außenstürmer, Gonzalo Castro übernahm Rolfes Position. Stefan Reinartz und die zwei Innenverteidiger waren die einzigen Akteure, die absicherten. Die restlichen Bayer-Spieler befanden sich permanent vor dem Ball.

Vor allem die Außenverteidiger rückten weit auf. Sie besetzten die Außenpositionen, die Dortmunds enge Viererketten freiließen. Leverkusen hatte auf den Außenbahnen permanent Anspielstationen und zog die BVB-Abwehr durch schöne Flügelwechsel auseinander. In den Dortmunder Strafraum hagelte es Flanken – die zahlreichen Chancen konnte Bayer aber nicht verwerten.

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