Länderpunkt: Bulgarien

Auf ein Wiedersehen mit Christo Stoitschkow!

Auf den Spuren von Lothar Matthäus, dazu ein alptraumhaftes Déjà-vu und Wassermelonen mit Ouzo: Willkommen in Bulgarien! Unser Länderpunkt für den Monat September.

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Sofia  |  Sa  |  15.15 uhr 
SlaWia-Stadion
SlaWia vs. LeWski
Benannt nach Wassil Lewski, dem großen Helden des Freiheitskampfes gegen die Osmanen am Ende des 19. Jahrhunderts, wird das traditionsreiche Lewski, einst Lewski Spartak, im Mai 2014 sein hundertjähriges Jubiläum feiern. Doch ausgerechnet jetzt läuft nichts wie geplant. Der Verein spielt in einem halbzerstörten Stadion, das wie ein Fußball-Kolosseum aussieht, seit die Haupttribüne gesprengt wurde. Die neue soll mit Geld aus einem Deal mit dem Energieriesen Gazprom bezahlt werden, doch der ist noch nicht in trockenen Tüchern. Zudem weckt das Stadtderby gegen Slawia schreckliche Erinnerungen. Gegen eben diesen Gegner verspielte Lewski in der vergangenen Saison am letzten Spieltag die Meisterschaft – wegen eines Eigentores.

Sofia  |  Sa  |  abends
Lothar-Matthäus-Gedächtnismeile  
Vitoshka
Sofia ist die älteste Hauptstadt Europas, bietet aber durchaus auch etwas für Freunde des gegenwärtigen Vergnügens. Auf der Hauptstraße servieren zahlreiche Bars und Restaurants Shopska-Salat und Weißwein, eine Kombination, die auch Lothar Matthäus als bulgarischer Nationaltrainer zu schätzen wusste. Wem es im Anschluss nach wildem Nachtleben gelüstet, dem empfiehlt sich ein Besuch des benachbarten Studentenviertels.

Plowdiw  |  So  |  16 uhr
Lauta-Stadion   
Lokomotive PloWdiW vs. Liubimets
Aufsteiger Liubimets hat in der noch jungen Saison bereits ein Erfolgserlebnis in Plowdiw verbucht: Bei Botew, dem anderen Klub der Stadt, gelang ein Überraschungssieg. Danach tröstete ein Fan des Neulings die Botew-Fans mit einer Ladung Wassermelonen – Liubimets ist dafür berühmt. Wenn sich die Geschichte wiederholt, kann man die Idee vielleicht noch um eine lokale Spezialität erweitern: mit Ouzo aufgespritzte Melonen. Prost.

CHaskoWo  |  So  |  Abends
Statue der Mutter Christi   
Jugendhügel
Bulgarien ist zwar nicht Brasilien und hat kein Rio de Janeiro mit seiner Copacabana und der Christus-Statue auf dem Zuckerhut zu bieten. Dafür ist es mindestens ebenso stolz auf die Stadt Chaskowo mit ihrer Statue der Mutter Christi. Mit einer Höhe von 31 Metern ist sie die größte der Welt und als solche sogar im Guiness-Buch der Rekorde verzeichnet. Sie ist in jedem Fall eine Pflichtsehenswürdigkeit für alle Fußballfans, die den Abstieg ihres Lieblingsvereins fürchten oder aus anderen Gründen Angst vor der neuen Saison haben. Dort werden ihre Gebete bestimmt erhört.

Sofia  |  Mo  |  ab 10 uhr
WaSsil-leWski-Stadion
Museum des Sports
Freut euch auf ein Wiedersehen mit Christo Stoitschkow. Der war nicht nur der beste Spieler der bulgarischen Fußballgeschichte, sondern auch jener Mann, dem – Pardon! – beim 2:1 im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1994 gegen Deutschland mit einem seiner unvergleichlichen Freistöße das Ausgleichstor gelang. Sein flapsiger deutscher Spruch nach dem Spiel (»Eins, zwei, drei, drin!«) wurde in Bulgarien zum geflügelten Wort, erst neulich wurde der Satz für die Werbung einer einheimischen Biermarke reaktiviert. Im Museum des Sports gibt es aber noch einiges mehr über Stoitschkow und andere bulgarische Fußballhelden zu sehen.

Sofia  |  Mo  |  16.30 uhr
Bulgarska Armia  
ZSKA Sofia vs. Chernomorets
In den Achtzigern konnte ZSKA Sofia an einem guten Tag gegen europäische Spitzenklubs wie den FC Liverpool oder Nottingham Forest gewinnen. Kein Vergleich mit der grausamen Gegenwart des Traditionsklubs, der im Sommer fast Insolvenz anmelden musste. Jetzt soll ZSKA an die Börse, um sein finanzielles Überleben zu sichern. Vorerst muss der verwöhnte Verein sehen, wie er irgendwie den Kontakt zur Spitze hält, etwa gegen Chernomorets Burgas, einen Klub, bei dem vor einigen Jahren Fredi Bobic und Krassimir Balakow als Sportdirektor und Trainer arbeiteten.

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