Lach- und Sachgeschichten zur »Weltfußballer«-Wahl

Ronaldo, Sohn des Robocop

Es ist wieder so weit: Die Fifa kürt den »Weltfußballer des Jahres«. Wir haben die schönsten Anekdoten dieses Wettbewerbs zusammengetragen: Ein Potpourri, bestehend aus Kopfnüssen von George Weah und Spitznamen für Ronaldo.

George Weah, seines Zeichens erster afrikanische Weltfußballer, verriet 1996, ein Jahr nach seiner Auszeichnung, warum er in der Nationalmannschaft seines Heimatlandes Liberia trotz seiner erstaunlichen Fähigkeiten als Torjäger nur so wenige Treffer erzielte: »Dort spiele ich Libero.« Das kannten wir bislang nur aus der Kreisliga.

Heute ab 18 Uhr sind wir live dabei – die Weltfußballer-Wahl im 11FREUNDE-Liveticker!

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Ein junges Fußballgenie namens Ronaldo faszinierte 1997 die Fußballwelt. Nicht nur, dass der Brasilianer zum besten Fußballer des Planeten 1996 gekürt wurde, seine Bewunderer überschlugen sich auch vor lauter Superlativen. Die wohl atemberaubendste Lobpreisung kam von Fiat-Präsident Cesare Romiti, der den Superstar mit folgenden Worten zu seinem Leib- und Magenklub Juventus Turin locken wollte: »Die Realität übertrifft die Fiktion, in Ronaldo verschmelzen alle Prototypen des Fußballs. Ein Pelé mit der Beweglichkeit von Cruyff, die Intelligenz von di Stefano, die Unvorhersehbarkeit von Maradona und eine physische Potenz, die diejenige von Gullit übertrifft!«

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Schon wieder George Weah: 1997, Weah hatte im Rennen um die Krone des Weltfußballers 1996 Platz zwei hinter Ronaldo belegt, ehrte die FIFA den Liberianer mit dem Fair-Play-Preis. Dumm nur, dass Weah den Preis bei der Verleihung in Lissabon nicht persönlich entgegen nehmen konnte. Begründung Weahs: »Eine Reise nach Portugal wäre mit strafrechtlichen Risiken verbunden.« Wenige Wochen nach der FIFA/Fair-Play-Bekanntgabe, war der Stürmer vom AC Mailand nämlich mit Jorge Costa vom FC Porto im Kabinentrakt aneinandergeraten – weil ihm der portugiesische Verteidiger im Champions-League-Hinspiel absichtlich auf die Hand getreten war (und so einen Finger brach), hatte sich Weah mit einer Kopfnuss revanchiert. Die Folge: Nasenbeinbruch für Costa, eine Strafanzeige wegen Körperverletzung für Weah.

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Selbstverständlich gehörte Ronaldo auch 1998 die große Bühne. Für seine zum Teil grandiosen Leistungen wurde er zum »Weltfußballer 1997« gewählt. Ein spanischer Radiosender zeigte sich deshalb so knatschverliebt in den Ballkünstler, dass man flugs die Zuhörer aufforderte, doch bitteschön Ideen für einen neuen Spitznamen, des ja eigentlich schon von Haus aus mit einem Spitznamen bedachten Fußballers zu liefern. Die schön-schaurigsten Vorschläge: Ex-Terminator, Sohn des Robocop, König Midas, Galaktischer Galopper, König Attila. Wir hätten ja »il fenomeno« vorgeschlagen…

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Zur Jahrtausendwende, Deutschlands peinliches Aus bei der EM in Belgien und den Niederlanden stand kurz bevor, spielten die schwarz-rot-güldenen Kicker bei der Weltfußballer-Wahl standesgemäß keine Rolle. Als bester Deutscher landete Lothar Matthäus auf Rang 13 – im zarten Alter von 38 Lenzen. Kanadas Nationaltrainer hatte Matthäus gar auf Platz eins gewählt. Name des Coaches: Holger Osieck, bei Matthäus´ WM-Erfolg 1990 Co-Trainer von Franz Beckenbauer. Erstaunlich auch die Entscheidung von Finnlands Trainer Richard Moeller-Nielsen. Seine Nummer Eins für die Wahl zum »Weltfußballer 1999«: Oliver Bierhoff. Kein anderer Trainer hatte den Sturmtank sonst auf dem Zettel gehabt…

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Anlässlich des 100. Geburtstags von Real Madrid 2002 zog die FIFA ihre große Weltfußballer-Show extra ein paar Wochen nach vorne, um im Anschluss an die Wahl im Dezember 2002 Gast einer großen Party zu sein: Real, mit dem frisch gekürten Weltfußballer Ronaldo auf dem Platz, lud zum Benefizspiel Madrid vs. Weltauswahl. Und alle kamen. Bis auf einer. Deutschlands Nationaltorwart Oliver Kahn, Zweiter hinter Ronaldo, sagte kurzfristig wegen einer Zerrung ab, ließ sich allerdings noch nicht mal auf der Tribüne blicken und flog stattdessen in einen ausgedehnten Golf-Urlaub Richtung Mallorca. Was Spaniens Presse folgerichtig Gift und Galle speien ließ.


Heute ab 18 Uhr sind wir live dabei – die Weltfußballer-Wahl im 11FREUNDE-Liveticker!

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