Kroatiens neuer Superstar: Ivan Rakitic

Der Kumpel

In Sevilla ist Ivan Rakitic zum Klassespieler gereift, und auch in der kroatischen Nationalelf nimmt er mittlerweile eine zentrale Rolle ein. Angefangen hat seine Karriere in einem beschaulichen Schweizer Städtchen. Eine Spurensuche.

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Jeden Sommer kommt für einen Tag Bewegung in das kleine Schweizer Städtchen Möhlin an der deutschen Grenze. Es ist der Tag, an dem der berühmteste Sohn der Stadt einen Hauch von internationalem Top-Fußball in die ansonsten schläfrig-gemütliche Gemeinde im Kanton Aargau bringt. Der Tag, an dem Ivan Rakitic nach Hause kommt.

Rakitic, der Mäzen?

Rakitic besitzt den Möhliner Fußballklub NK Pajde, dessen Name übersetzt so viel wie »Kumpels« bedeutet. Der NK Pajde spielt in einer unterklassigen Schweizer Liga und ist voll und ganz ein Familienprojekt der Rakitics: Ivans Vater ist Vorsitzender, sein Onkel Sportdirektor und sein Bruder Spielertrainer. Und Ivan Rakitic? Eine Art Mäzen?

»So kann man das sehen, ja. Aber der NK ist auch ein Hobby von mir«, sagt Rakitic. »Die meisten Spieler sind alte Freunde, Verwandte oder Nachbarn. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre im Verein und ich mag es, hier meine Zeit zu verbringen. Schließlich sind das Freunde fürs Leben. Manchmal spiele ich sogar noch mit oder trainiere mit den Jungs, wenn ich die Zeit dafür finde.«

Einmal im Jahr versammelt Rakitic dann seine anderen Freunde in Möhlin. Diese anderen Freunde sind Profis, teilweise ebenfalls kroatische Nationalspieler oder Auswahlspieler der Schweiz und mit diesen trägt er dann ein Freundschaftsspiel gegen Pajde aus. Es geht sogar das Gerücht, dass Rakitic einige seiner Profi-Kollegen, wie den ehemaligen Schalker Mitspieler Manuel Neuer, dazu bewegen konnte, den NK Pajde finanziell zu unterstützen.

Sein Jubel nachj Prosineckis To

Man sieht, wie viel Rakitic sein Geburtsort bedeutet. Auch und gerade in fußballerischer Hinsicht: Hier verliebte er sich in das Geburtsland seiner Eltern, dessen Farben er heute trägt. »Als Robert Prosinecki gegen Jamaika traf«, sagte Rakitic unlängst den Kollegen von »FourFourTwo«, »war ich so glücklich, dass ich auf den Balkon rannte und voller Euphorie auf die Balustrade kletterte. Gefährlich, aber unsere Wohnung lag nur im ersten Stock, wirklich tragisch hätte es also nicht enden können.«

Ebenfalls in dieser Wohnung im ersten Stock kam es zum ersten Kontakt mit dem europäischen Spitzenfußball. Mit sechzehn stach Rakitic derart aus seiner Basler Jugendmannschaft heraus, dass die Familie Besuch von einem Späher des FC Chelsea bekam, der mit aller Macht versuchte, Rakitic zu José Mourinho nach London zu holen. Nach reiflicher Überlegung lehnte Vater Luka, dem selbst auch ein Job in London angeboten worden war, dankend ab.

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