Konkurrenz belebt das Geschäft: Ilkay Gündogan wird immer besser

Der Drahtzieher

Nuri Sahin? Sven Bender? Bastian Schweinsteiger? Ilkay Gündogan! Auf dem inzwischen so begehrten Sechser-Markt  ist der Dortmunder trotz namhafter Konkurrenz momentan eine Klasse für sich.

Man kann Joachim Löw ja für so revolutionär halten wie man möchte, aber wenn es ums Eingemachte geht, dann ist Löw ein Trainer wie jeder andere. Dann will er genau zwei Dinge: Das Spiel gewinnen und das Spiel kontrollieren. »Wir haben nie die Kontrolle verloren«, bemerkte der Auswahltrainer nach dem 2:1-Erfolg gegen Frankreich deshalb voller Stolz. Und in der Tat: Lange schon hatte man die deutsche Mannschaft nicht mehr so diszipliniert und fehlerfrei erlebt, wie am vergangenen Mittwoch.

Dass hatte natürlich elf verschiedene Gründe. Und trotzdem stach Ilkay Gündogan mit seiner Darbietung heraus. Der Dortmunder ist im zentralen defensiven Mittelfeld zu Hause, die in den vergangenen Jahren so viel umschriebene Sechser-Position. Auch im Löwschen System werden hier, in der Mitte, die Strippen für ein kontrolliertes Defensiv- und Offensivspiel gezogen. Der »Sechser« wird seinem Pendant im American Football, dem Quarterback, immer ähnlicher. Was früher die Spielmacher erledigten, fällt heute in erster Instanz Spielern auf dieser Position zu: lenken und denken und im richtigen Moment den spielentscheidenden Geniestreich einstreuen. Ilkay Gündogan ist in dieser Saison auf dem besten Wege, der eigentlichen Nummer Eins auf dieser Drahtzieher-Position, Bastian Schweinsteiger, ernsthafte Konkurrenz zu machen.

Kehl, Bender, Leitner – und dann auch noch Nuri Sahin

Mit Konkurrenz kennt sich Gündogan aus: Kein anderer Klub in Europa ist in der Defensivzentrale qualitativ so hochwertig aufgestellt wie der Deutsche Meister. Mit Sebastian Kehl, Sven Bender, Moritz Leitner und eben Ilkay Gündogan hatte der BVB vor der Winterpause bereits vier exquisite Könner und Talente ihres Fachs unter Vertrag, mit dem Dortmunder Meisterhelden von 2011, Nuri Sahin, hat sich der Klub gar den Luxus geleistet, einen weiteren Spieler auf dieser Position zu verpflichten. Es muss als großer Verdienst von Jürgen Klopp angesehen werden, dass diese Fülle an Sechser-Konkurrenz bislang nicht zu Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft führte, sondern stattdessen für eine nochmals erhöhte Leistungsdichte gesorgt hat. Ilkay Gündogan scheint die Existenz der namhaften Kollegen jedenfalls Flügel zu verleihen.

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